4. Januar 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren
Software Defined Storage

Die Storage-Lösung im Rechenzentrum der Zukunft

Um in Zeiten der Digitalen Transformation wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen Unternehmen vermehrt auf das Software Defined Data Center – das komplett virtualisierte Rechenzentrum. Neben Compute, Server und Netzwerk gehört dazu auch die Virtualisierung von Storage. Software Defined Storage (kurz: SDS) ist eine Lösung, die diese Virtualisierung ermöglicht. Mit vSAN bietet das US-Unternehmen VMware eines der führenden SDS-Produkte an.

Unternehmen müssen heutzutage ihre Flexibilität und Agilität steigern, um im internationalen Wettbewerb Schritt zu halten – bei gleichzeitig sinkenden Kosten. Diesen Anforderungen ist das traditionelle Rechenzentrum immer weniger gewachsen. Das Software Defined Data Center, das komplett virtualisierte Rechenzentrum, ist deshalb klar im Trend. Wesentlicher Bestandteil ist dabei die Virtualisierung von Storage.

VMware bietet mit vSAN eine Software Defined Storage-Lösung an, mit der die Storage-Virtualisierung ermöglicht wird.


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Software Defined Storage: Speicher nach Bedarf

Die Grundidee von Software Defined Storage (kurz: SDS) ist die Entkopplung der Storage steuernden Software von der Hardware, sodass die Software auf jeder standardisierten x86 Hardware laufen kann. Dies birgt zentrale Vorteile für Unternehmen.

Zunächst können Kosten eingespart werden. So ist es kleineren Unternehmen möglich, günstigere Hersteller für ihre Hardware zu bevorzugen – oder ihre bereits vorhandene Hardware zu nutzen – ohne dass sie gänzlich auf SDS verzichten müssen. Zudem lässt sich der Storage mit SDS zentral managen, indem ein gemeinsamer Speicher erstellt wird, der sich über mehrere Systeme erstrecken und unterschiedliche Medien wie Festplatten- oder Flash-Speicher umfassen kann. Auf diese Weise können Speicherressourcen je nach Bedarf und Anforderung flexibel hinzugefügt und bereitgestellt werden.

Aber: SDS-Produkte unterscheiden sich in Bezug auf die Storage-Logik und dem Funktionsumfang teils sehr stark. Unternehmen sollten deshalb die Wahl des SDS-Produkts genau überdenken.

vSAN: Storage für Hyper-Converged Infrastructure

Am schnellsten funktioniert eine SDS-Implementierung über die Bereitstellung einer hyperkonvergenten Infrastruktur: Darunter versteht man Infrastrukturen, in denen Compute, Storage und Netzwerk so virtualisiert werden, dass sie in einer einzigen, integrierten Software-Schicht vereint sind. Der Clou dabei: Die komplette IT-Infrastruktur lässt sich über diese Software zentral managen, also auch der Storage. Bei VMware basiert die hyperkonvergierte Infrastruktur auf VMware vSphere (Compute, NSX) und vSAN (Storage).

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Über die skalierbare Plattform VMware vCenter Server lässt sich die gesamte virtuelle IT-Infrastruktur zentral managen. Dies schließt den von vSAN erstellten Shared Datastore für virtuelle Maschinen mit ein. (Bild: VMware)

Im Falle von vSAN besteht die grundlegende Storage-Logik darin, den Storage zu extrahieren und virtuellen Maschinen bereitzustellen – als Speicherplatz werden die lokalen Speichermedien in den VMware Hostservern verwendet. VMware geht mit seiner Lösung vSAN noch einen Schritt weiter und integriert seine Storage-Logik vollständig im virtuellen Maschinen steuernden Hypervisor. Durch die vollständige Kernel-Integration des Hypervisors hat VMware eine Alleinstellung am Markt erreicht.

Diese Integration funktioniert, indem vSAN durch das Clustering von Serverfestplatten und Solid-State-Disks (HDDs und SSDs) einen gemeinsamen, für alle virtuellen Maschinen nutzbaren Speicher erstellt, auf den der Hypervisor direkt zugreifen kann. Dieser Speicher ist ein Flash-optimierter, äußerst stabiler Shared Datastore für virtuelle Umgebungen mit individueller Hochverfügbarkeit, allen relevanten Enterprise Features und alternativ wählbaren Optionen wie beispielsweise Stretched Cluster.

Der Shared Datastore lässt sich durch das Hinzufügen weiterer Festplatten sowie weiterer Hosts granular skalieren und ausbauen. Dabei werden SSDs der Enterprise-Klasse genutzt, um leistungsfähiges Lese-/Schreib-Caching bereitzustellen und herkömmliche Festplatten, um kostengünstig Datenpersistenz zu erzielen – die Fähigkeit, Daten über lange Zeit, auch über einen Programmabbruch hinaus, bereitzuhalten.


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Die Mehrwerte von vSAN für Unternehmen

Dieser gemeinsame, in den Hypervisor integrierte Shared Datastore hat mehrere Vorteile für Unternehmen:

Hohe Performance: Es muss keine zusätzliche Verarbeitungsschicht in einer virtuellen Maschine verwendet werden, um geringere Latenzen in der Kommunikation zwischen Virtueller Maschine und Storage zu erreichen. Durch die Verwendung von SSD Cache basierten Lösungen sind sehr schnell IOPS im hohen fünfstelligen Bereich bei gleichzeitig minimalen Latenzen möglich.

 Größtmögliche Flexibilität: Mit dem Einsatz von vSAN können Daten optimal platziert und Richtlinien für das Storage-Management erstellt werden. Dadurch haben Administratoren die Möglichkeit, Storage-Attribute wie Kapazität, Performance und Verfügbarkeit als einfache Richtlinien auf einzelne virtuelle Maschinen anzupassen. Die Basis hierfür stellt die hyperkonvergente Architektur dar.

 Sinkende Kosten: Da der benötigte Speicherbereich einfach durch das Hinzustecken von kostengünstigen lokalen Platten in den VMware Hostservern bereitgestellt wird, halten sich Investitionen in neue Hardware in Grenzen.

Anfänglich richtete sich vSAN eher an kleinere Unternehmen. Denn es fehlten entscheidende Enterprise-Funktionen wie Deduplizierung oder Datenkomprimierung. Dies wurde im Web auch bemängelt. Diese fehlenden Funktionalitäten hat VMware mit der Version 6.2. von vSAN ergänzt. Damit ist vSAN für große Unternehmen mit business-kritischen Applikationen eine hervorragende SDS-Lösung: So ist das SDS-Produkt auch den Anforderungen großer Unternehmen gewachsen. Aktuell ist vSAN in der Version 6.6. erhältlich.

Die wichtigsten Features der aktuellen Version 6.6. im Überblick

Die aktuelle Version 6.6., das nunmehr sechste Produkt-Update, wurde im April 2017 offiziell vorgestellt. Die wichtigsten Neuerungen sind:

Native HCI-Sicherheit: Die softwaredefinierte Verschlüsselungslösung vSAN-Encryption schützt vor unerwünschtem Datenzugriff und lässt sich einfach verwalten. Unternehmen mit vSAN 6.6., die die Verschlüsselungslösung nutzen, können außerdem Hardwarekosten einsparen: So ist es möglich, jede vSAN-zertifizierte Hardware zu verwenden. Somit werden teure, selbstverschlüsselnde Festplatten (SEDs) überflüssig.

Proaktives Cloud Analytics: Das neue Analytics-Framework bietet Support-Benachrichtigungen in Echtzeit sowie Empfehlungen, wie Unternehmen ihre vSAN-Umgebung optimieren können. Das Framework lässt sich durch neue Checks und Funktionalitäten permanent erweitern – ohne dass das Unternehmen aktiv werden muss.

Schnellere Flash-Performance: Geschäftskritische und Cloud-native Anwendungen lassen sich um bis zu 50 Prozent beschleunigen. Ermöglicht wird dies durch neue, optimierte Datendienst-Algorithmen.

vSAN Assessment unterstützt bei der Entscheidungsfindung

Wer unschlüssig ist, ob und wie sich vSAN in die unternehmenseigene virtuelle Infrastruktur integrieren lässt, kann dies mithilfe eines vSAN Assessments herausfinden. Dabei wird unter anderem analysiert, welche Systeme und Komponenten für vSAN geeignet sind.

vSAN benötigt in jedem Host jeweils mindestens zwei Speichermedien – davon muss eine CPU eine SSD sein. Abhängig vom Kundenbedarf kann dann eine Hybrid oder All Flash-Lösung als Basis für vSAN verwendet werden.

 

Quelle Titelbild: Oleksiy Mark/Fotolia

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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