9. Februar 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren
Industrie 4.0

Mechanische Muskeln: Roboter-Anzug für Fabrikarbeiter vorgestellt

Auf dem Weg zur Industrie 4.0 beziehen immer mehr Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe moderne IT-Lösungen. Nun sollen auch Fabrikarbeiter unmittelbar mit IT ausgestattet werden. Hier erfahren Sie alles zum neuen Roboter-Anzug.

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Stellen Sie sich kurz eine Fabrikhalle vor. In vielen Fällen werden Sie dort Maschinen vorfinden sowie Mitarbeiter, die diese bedienen, Fließbänder kontrollieren und das jeweilige Produkt zusammenbauen.

Stellen Sie sich jetzt die gleiche Fabrikhalle vor, nur dass dieses Mal die Mitarbeiter ganze Autotüren mit einer Hand tragen, Paletten ohne Wagen verschieben und einen Anzug tragen, der etwa wie ein Roboter aus einem Science Fiction-Film aussieht.

Genau das hat das Fraunhofer Institut in seinem „Future Work Lab“ vorgestellt. Der Anzug nennt sich „Exo-Jacket“.

Roboter-Anzug für die Industrie

Keine ermüdeten Muskeln, keine Probleme bei großen Gewichten – Exo-Anzüge könnten die menschliche Arbeitsweise in der Industrie revolutionieren. (Bild: Fraunhofer IPA)

Mit dem Future Work Lab hat das Fraunhofer Institut in den letzten Tagen sein neuestes Forschungslabor eröffnet. Hier dreht sich alles um moderne Technik und wie diese die Fabrikarbeit der Zukunft erleichtern kann.

Arbeit verändert sich, sie wird schneller, dynamischer und flexibler. Daraus entstehen neue Formen der Mensch-Maschine-Interaktion. In unserem Innovationslabor wollen wir den Menschen diesen Transformationsprozess anhand von konkreten Demonstratoren zeigen und so den anstehenden Wandel erlebbar machen„, sagt Prof. Wilhelm Bauer, Institutsleiter des Fraunhofer IAO.

Eine dieser futuristischen Lösungen ist ein Roboter-Anzug, der auf den Namen „Exo-Jacket“ hört. Der Anzug besteht grundsätzlich aus Kunststoff und Metallteilen sowie einem Elektromotor. Bei jeder Bewegung des Anzugträgers wirkt die Technik unterstützend und hilft dabei, ungewöhnlich große Gewichte zu heben oder zu bewegen.

Folgende Einsatzgebiete für das Exo-Jacket sind geplant:

✔ In der Automobilindustrie, etwa bei der Montage von Bussen.
✔ Am Flughafen beim Ausladen von Gepäck.
✔ In der Fabrik, um Bauteile von Paletten zu nehmen.

Exo-Jacket bereits 2019 erhältlich

Laut den Entwicklern am Fraunhofer Institut soll der mechanische Anzug bereits in zwei Jahren als marktreifes Produkt von Unternehmen erworben werden können. Die Stückkosten könnten bei 20.000 bis 40.000 Euro liegen.

Im Mai 2017 soll die Entwicklung zudem nochmal einen entscheidenden Schub in Richtung marktreifes Produkt erhalten. Auf dem Stuttgarter Unigelände will das Fraunhofer Institut eine Modellfabrik auf 10.000 Quadratmetern eröffnen, in der Produktionsabläufe unter realen Bedingungen dargestellt und analysiert werden können.

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Quelle Titelbild: Fraunhofer IPA

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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