22. März 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren
Nicht mehr nur Verbrechen

Neue Möglichkeiten bei Predictive Analytics

China belegt bereits heute die Plätze 1 und 2 in der Weltrangliste der schnellsten Supercomputer. Der neue Prototyp „Tianhe-3“ soll nun die nächste Nummer Eins werden – und im Big Data Umfeld neue beeindruckende Einsatzmöglichkeiten schaffen.

Wenn es um die Rechenleistung von Supercomputern geht, ist China schon heute unangefochtene Spitze. Dennoch will die Volksrepublik sich jetzt nochmal selbst übertreffen: Der neue Prototyp „Tianhe-3“ soll bereits bis Anfang 2018 fertig sein.

Der Superrechner – der der erste Exaflop-Rechner der Welt sein wird – soll rund eine Trillion Rechenoperationen in der Sekunde ausführen können. Durch diese enorme Rechenleistung ergeben sich für die Datenanalyse bisher ungeahnte Einsatzmöglichkeiten.

Weit mehr möglich als die Vorhersage von Verbrechen

Schon jetzt sind Supercomputer in vielen Ländern im Einsatz, um Verbrechen vorherzusehen und zu verhindern, bevor sie überhaupt stattfinden. Dies bezieht sich nicht nur auf kriminelle Aktivitäten im Internet, sondern auch auf die reale Welt. So kann die Polizei etwa die bisherigen Verhaltensmuster von Einbrechern genau analysieren, um dadurch Prognosen zu zukünftigen Straftaten abgeben zu können. Potenzielle Einbruchsziele etwa werden dann stärker bestreift – und Einbrüche damit erfolgreich verhindert.

Möglich ist das durch die enorm großen Datenmengen, die die Hochleistungsrechner innerhalb kürzester Zeit ordnen und auswerten können. So können Kriminelle überführt werden, bevor sie ihre Pläne tatsächlich in die Tat umsetzen.

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Tianhe-3 kann noch mehr

Die Möglichkeiten des Supercomputers Tianhe-3 in punkto Big Data Analytics sind aber noch weitaus größer. Bis 2020 soll dieser dann auch schon voll einsatzfähig sein, und damit den bisherigen Rekordhalter „Sunway“, ebenfalls aus China, vom sprichwörtlichen Thron stürzen.

Ein mögliches Szenario, in dem der Rechner von Nutzen sein könnte, ist die Erdbeben-Forschung. Damit soll es gelingen, Erdbeben wesentlich detaillierter und schneller als bisher zu simulieren. Diese Vorgehensweise lässt sich unter anderem auch auf die Erforschung von Epidemie-Ausbrüchen übertragen.

Weniger Umweltverschmutzung durch Superrechner?

Der Hochleistungsrechner könnte dem Smog-geplagten China noch auf ganz andere Weise nützlich werden. Schon jetzt ist geplant, die Smogverteilung mit Tianhe-3 auf nationaler Ebene ge­nau zu analysieren. Im Idealfall lassen sich dadurch Maßnahmen ableiten, um die Umweltgefährdung künftig zu reduzieren.

Schon heute gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie Hochleistungsrechner in den verschiedensten Bereichen für Analysen, Simulationen oder Prognosen eingesetzt werden können. Man kann gespannt sein, welche weiteren Einsatzszenarien sich durch die einmalig hohe Rechenleistung des Tianhe-3 in Zukunft ergeben werden.

 

Quelle Titelbild: Tomasz Wyszolmirski/iStock

 

Hier schreibt Carla Bösl für Sie

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