4. April 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Fliegende Autos: Airbus stellt neues Mobilitätskonzept vor

Der europäische Flugzeughersteller Airbus will mit einem neuen selbstfahrenden Flugauto die Mobilität der Zukunft revolutionieren. Auf dem Genfer Autosalon hat der Konzern nun eine erste Designstudie namens „Pop Up“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

Seit mehr als 100 Jahren gehört das Auto schon zum alltäglichen Erscheinungsbild auf den Straßen weltweit – und wenn es nach dem Willen von Zukunftsforschern und Ingenieuren geht, sollen in nicht allzu ferner Zukunft zudem selbstfahrende Automobile die Regel werden.

Auch die Popularität von Drohnen hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen – vor allem für Filmaufnahmen sind sie mittlerweile unerlässlich, und durch immer günstigere Modelle werden sie auch für Hobbyfilmer und -fotografen erschwinglich. Der europäische Flugzeughersteller Airbus will nun die Vorteile dieser beiden Mobilitätskonzepte verknüpfen und stellte auf dem Genfer Autosalon das selbstfahrende Auto „Pop Up“ vor, das mithilfe von vier Drohnen-Rotoren abheben kann.

Konzepte für den öffentlichen Nahverkehr

Sie stehen oft im Berufsverkehr? Mit Pop Up könnten Sie in Zukunft einfach die Abkürzung durch die Luft nehmen. (Bild: Airbus Group)

Mit der Studie will Airbus zeigen, wie sich der öffentliche Nahverkehr in den kommenden Jahren entwickeln könnte. Vor allem in Städten und Ballungsräumen soll Pop Up in Zukunft helfen, Staus zu verhindern und Mobilität effizienter zu gestalten.

Bei Staus soll sich das Fahrzeug einfach innerhalb von kürzester Zeit in ein Fluggerät verwandeln, abheben und dem Stau auf der Straße entgehen. Airbus hatte bereits im August letzten Jahres verkündet, dass sie an autonom fliegenden Taxen forschen, die bequem per Smartphone an jeden gewünschten Ort gerufen werden können.

Das Concept-Car besteht aus insgesamt drei modularen Elementen, die je nach Bedarf und Einsatzzweck kombiniert werden können. Soll das Gefährt als Auto genutzt werden, wird die separate Fahrgastzelle mit den Passagieren auf ein Fahrzeug-Modul mit vier Rädern montiert. Im Flugmodus hebt eine überdimensionierte Drohne mit vier großen Rotoren die Fahrgastzelle vom Unterbau und schwebt mit den Passagieren über den Stau hinweg.

Technische und juristische Herausforderungen

Doch ganz alltagstauglich und ausgereift ist das Konzept noch nicht: So hat Airbus zum Beispiel noch keinen Lösungsvorschlag präsentiert, was mit dem fahrbaren Untergestell passiert, sobald die Drohne mit der Fahrgastzelle davonfliegt – in der ersten Konzeption des Flugzeugbauers bleibt der Unterbau nämlich dort zurück, wo die Drohne mit den Passagieren abhebt. Somit müsste dieses Modul nämlich entweder dort wieder abgeholt werden oder eigenständig zu einem vorab definierten Ort fahren.

Zudem stehen der Realisierung bislang auch noch juristische Hemmnisse im Weg: Bislang gibt es weder einen rechtlichen Rahmen für autonomes Fahren, noch für fliegende Autos.

Ist Pop Up bereits in zehn Jahren Realität?

Somit wird bis zur Realisierung dieser Studie wohl noch etwas Zeit vergehen – Airbus ist jedoch vom Erfolg des Konzeptes fest überzeugt und rechnet damit, dass bereits in zehn Jahren erste Concept-Cars hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit auf den Straßen erprobt werden.

Pop Up im Video – das Designkonzept von Airbus in rund drei Minuten erklärt

Quelle Titelbild: Airbus Group

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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