24. Mai 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Warum der Smartphone-Markt weiter überdurchschnittlich wächst

Der Smartphone-Markt legt noch immer zu: Das zeigt der Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker. Das Wachstum soll sich in den kommenden Quartalen fortsetzen. Ein wichtiger Grund: Smartphones werden zunehmend in Unternehmen eingesetzt.

Der Smartphone-Markt ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. 2016 lag das Wachstum erstmalig im einstelligen Bereich. Experten sehen die Zukunft des Marktes dennoch optimistisch. „Die Smartphone-Zahlen des ersten Quartals 2017 zeigen, dass die Branche nicht tot ist und es weiterhin Wachstum gibt“, sagt Ryan Reith, Program Vice President bei IDC.

Laut IDC wurden im ersten Quartal 2017 über 347 Millionen Smartphones ausgeliefert. Mit einem Wachstum von 4,3 Prozent übertrifft das sogar die Prognose der Marktforscher, die von einem Plus von 3,6 Prozent ausgegangen sind.

Samsung auf Platz 1

Mit 79,2 Millionen verkauften Einheiten und einem Marktanteil von über 20 Prozent sichert sich Samsung mit deutlichem Vorsprung den ersten Platz in der Statistik. Es folgt Apple mit 51,6 Millionen ausgelieferten iPhones – dies ergibt einen Marktanteil von fast 15 Prozent.

Wie die weltweiten Zahlen des deutschen Online-Portals Statista belegen, kam Apple jeweils nur im vierten Quartal 2014 und 2016 an den koreanischen Konkurrenten heran. Ende 2016 konnte sich Apple sogar, zum ersten Mal seit 2011, mit leichtem Vorsprung an die Spitze des Marktes setzen.

Auch der chinesische Konkurrent Huawei konnte nachziehen: Mit rund 34 Millionen verkauften Geräten rückt das Unternehmen immer näher an die zwei Spitzenreiter heran. Die beiden anderen chinesischen Marken in der Top 5 legten noch stärker zu: Oppo um knapp 30 Prozent auf 25,6 Millionen Smartphones und Vivo um knapp 25 Prozent auf gut 18 Millionen Geräte.

Wachstum von günstigeren Geräten steigt

Dass Innovationen weiterhin möglich sind und so auch den Smartphone-Markt stetig vorantreiben, beweisen neue Geräte wie das Samsung Galaxy S8 und das Huawei P10 – beispielsweise mit rahmenlosen Displays oder Dual-Kameras für Profi-Fotos.

Interessant ist die Tatsache, dass vor allem günstigeren Geräten ein starkes Wachstum vorausgesagt wird. Dies bestätigt etwa Anthony Scarsell, Research Manager bei IDC: „Trotz der Beliebtheit und des Hypes um Premiumgeräte in den Medien erleben wir weiterhin eine Verlagerung in den Portfolios vieler Anbieter hin zu bezahlbareren Geräten mit einem an die Flaggschiff-Modelle angelehnten Styling“.

Relevanz mobiler Endgeräte im Arbeitsalltag

Ein wichtiger Grund für das stabile Wachstum im Smartphone-Markt ist die Verwendung von Smartphones in Unternehmen. Immer mehr Firmen entdecken die Vorteile von mobilen Endgeräten am Arbeitsplatz: Diese erweisen sich insbesondere dort nützlich, wo die Mitarbeiter nicht mehr an einen stationären Arbeitsplatz gebunden sind. Der auch im deutschen Mittelstand viel diskutierte Arbeitsplatz der Zukunft baut auf Konzepte wie Bring Your Own Device oder Chose Your Own Device (BYOD und CYOD) mit der Einbindung selbst mitgebrachter oder vom Unternehmen vorgegebener mobiler Geräte.

Aspekte wie Unabhängigkeit und Mobilität spielen für Führungskräfte und Mitarbeiter aller Unternehmensgrößen eine zentrale Rolle. Schon auf einfacher Ebene werden Smartphones im Arbeitsleben eingesetzt. Beispielsweise können damit Stichpunkte in Meetings gemacht oder von unterwegs geschäftliche E-Mails beantwortet werden. Darüber hinaus steigt die Anzahl von Enterprise-Apps – bis hin zu solchen für SAP- und anderen ERP-Anwendungen.

Damit das Thema Sicherheit dabei nicht auf der Strecke bleibt, müssen bestimmte Maßnahmen getroffen werden, besonders durch Mobile Device Management (MDM) und Containerbildung. Die Containerisierung, also das Abschotten von Daten und Anwendungen in einer gesicherten Umgebung, spielt gerade dort eine zunehmende Rolle, wo auf dem beruflich genutzten Smartphone über bestimmte Apps Unternehmensanwendungen wie SAP, Business Intelligence (BI) und ERP laufen.

Fazit: Das Ende des Smartphone-Marktes ist noch lange nicht in Sicht. Treibende Kräfte sind nicht nur Hardware- und Softwarekonzerne wie Samsung, Apple, Huawei, Microsoft, SAP und Co., sondern auch die riesige Startup- und Entwicklerszene, die Jahr für Jahr mit unzähligen neuen Innovationen überrascht. Dabei ist der Smartphone-Markt auch als disruptiv zu sehen, denn während hier das Wachstum nicht abreißt, werden laut Statista die Absatzzahlen für Deskop-PCs und Tablets bis 2021 fallen.

 

Quelle Titelbild: © turk_stock_photographer / iStock

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