22. Mai 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Mit diesen 4 Schritten gelingt der Umzug ins Rechenzentrum

Die zunehmende Anzahl an vernetzten Geräten und Maschinen in Unternehmen generiert immer größere Datenmengen. Speicherkapazitäten von traditionellen Rechenzentren oder unternehmensinternen Servern können da schnell an ihre Grenzen stoßen. Lesen Sie hier, worauf Sie beim Umzug in ein neues Rechenzentrum achten sollten.

Neuen IDC-Zahlen zufolge wird sich das weltweit erstellte Datenvolumen von 2016 bis 2025 auf 163 Zettabyte glatt verzehnfachen. Das Internet der Dinge (IoT) und verwandte Themenfelder wie Industrie 4.0, Smart Home oder Retail 4.0. haben einen stark wachsenden Anteil an der Datenflut.

Angesichts der explosiv ansteigenden Datenmenge muss sich jedes Unternehmen fragen, ob das eigene Rechenzentrum dem noch gewachsen ist. Bei vielen kleineren und mittleren Betrieben besteht das Data Center vielleicht nur aus einem Rack, bei größeren Unternehmen aus mehreren Serverräumen, bei ganz großen oft aus hunderten von Racks mit mehreren tausend Servern. Aber irgendwann sind auch da die Kapazitäten möglicherweise erschöpft.

So entscheiden sich immer mehr Unternehmen für die Auslagerung der Daten und Anwendungen in die Public oder Hybrid Cloud. Hosted- und Managed-Cloud-Lösungen wie denen der CANCOM/PIRONET kommt in Deutschland eine wachsende Bedeutung zu. Die Redaktion von CANCOM.info fasst für Sie zusammen, worauf es beim Umzug in ein Rechenzentrum ankommt.


Diese Keyfacts sollten Sie aus dem Beitrag mitnehmen:

  • Definition der Bedarfsanforderung
  • Migrationsplanung
  • Risikomanagement und Stromversorgung sichern
  • Verfügbarkeit und Redundanz der Daten
  • Zuverlässigkeit des Rechenzentrums-Partners

1. Identifizieren Sie den Status Quo Ihrer IT

Der Umzug in ein neues Rechenzentrum oder das Auslagern von Teilen der IT in ein solches stellt die Unternehmen vor einige Herausforderungen und Aufgaben, die sie dringend bewältigen müssen. Dazu gehört in vielen Fällen zuerst die Frage, wie es um die Datensicherheit und im Fall der Cloud um das Hosting bestellt ist.

Grundsätzlich gilt: Erstellen Sie eine Dokumentation Ihrer bestehenden Datacenter-Umgebung – womit kommen Sie aktuell aus, was zahlen Sie, welchen Service benötigen Sie? Zusätzlich sollten Sie einen zusammenhängenden Plan für den Umzug erstellen, der einerseits die relevanten Leistungen für Ihr Unternehmen enthält, andererseits aber auch neue Services – sozusagen „Wünsche an die neue Umgebung“ – bereithält. So vermeiden Sie von Vornherein ein Chaos beim Umzug.

Ein paar beispielhafte Fragen, die Sie sich stellen sollten:

  • Auf welchen Servern sind Ihre Anwendungen abgesichert?
  • Welche Hardware benötigt Ihr Unternehmen?
  • Welche Systeme müssen dauerhaft aktiv bleiben?

Beschäftigen Sie sich demnach mit Risiko-Management, arbeiten Sie Pläne für Worst-Case-Szenarien aus und taxieren Sie deren Wahrscheinlichkeit.

Setzen Sie sich auch mit den betroffenen Abteilungsleitern zusammen und identifizieren Sie, wer in welchem Umfang über die bestehende IT reporten kann. Und gegebenenfalls, wer Sie unterstützen kann. Das hilft dabei, beim Umzug die jeweiligen fachlichen Ansprechpartner gezielt einzusetzen – Lizenzmanagement, digitale Buchhaltung oder CRM-Systeme sind als Stichworte zu nennen.

2. Konzentrieren Sie sich nur auf das Umzugs-Projekt

Falsch angegangen, kann Digitalisierung auch zu einem wirtschaftlichen Risiko für Unternehmen werden. Hier sind immer häufiger die entsprechenden IT-Berater gefragt. (Bild: © milosducati / iStock)

Vielleicht kennen Sie das: Vom Management erhalten Sie diverse Projekte zugeteilt – die Website soll aktualisiert werden, ein neues ERP wird gebucht und nebenbei soll noch der Umzug ins neue Datacenter gelingen.

Viele IT-Verantwortliche erliegen der Versuchung, Projekte zu vermischen. Das mag teilweise an den gewachsenen Anforderungen liegen, Stichwort Chief Development Officer, kann aber auch einfach mit internem oder externem Druck zusammenhängen.

Dennoch: Versuchen Sie gerade beim Umzug des Rechenzentrums eine Kombination mit anderen Projekten zu vermeiden. Und auch wenn Sie sicherlich Kosten einsparen könnten, indem Sie Projekte parallel bearbeiten – geht etwas beim Umzug schief, dann drohen im schlimmsten Fall beträchtliche Mehrkosten.

Der Umzug in ein neues Datacenter selbst ist schon ein Mammutprojekt. Will man dieses dann noch beispielsweise mit Virtualisierungsprojekten verbinden oder eine neue Storage-Architektur implementieren, übernimmt man sich schnell. Der Umzug des Rechenzentrums sollte daher immer zuerst stattfinden. Danach können neue Projekte angegangen werden. Und das sollten Sie letztendlich auch an Ihren jeweiligen Vorgesetzten so kommunizieren.

Ein paar Tipps zur Rechtfertigung:

  1. Kalkulieren Sie mit Ihrem IT-Dienstleister die jeweiligen Kosten für ein kombiniertes Projekt sowie für die stufenweise Umsetzung.
  2. Häufig fällt die stufenweise Umsetzung kaum teurer aus.
  3. Als weiteres Argument können Sie dennoch die Kosten für ein Worst-Case-Szenario im Falle einer kombinierten Umsetzung berechnen. So kann es bei Fehlern innerhalb des Projektes beispielsweise nötig sein, das alte Rechenzentrum einen zusätzlichen Monat weiterzubetreiben und zu bezahlen.

3. Suchen Sie ein möglichst ausfallsicheres Rechenzentrum

Im Vergleich zu anderen Ländern gilt das deutsche Stromnetz als relativ stabil. Im Schnitt waren die deutschen Verbraucher 2014 laut dem „Eaton Blackout Tracker“ nur etwa 15 Minuten ohne Strom. In der gesamten DACH-Region kam es in dem Jahr allerdings zu 711 Stromausfällen mit einer Gesamtdauer von 1.000 Stunden oder 42 Tagen.

Wenn es das Rechenzentrum dennoch mal trifft, kann der wirtschaftliche Schaden enorm sein. Durch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) lassen sich die Risiken durch Stromausfall oder Netzschwankungen – etwa durch einen Blitzeinschlag – deutlich mindern. Auch Alarm- und Sicherheitstechnik sowie die Energieeffizienz müssen berücksichtigt werden. Letztere mag kleinen und mittleren Unternehmen vielleicht weniger wichtig sein, aber Großunternehmen wie die Deutsche Bank und der Pharma-Riese Novartis haben angesichts wachsender Energiekosten massiv in den Bereich investiert.

Ein Beispiel: Cushman & Wakefield, ein globales Immobilien-Dienstleistungsunternehmen, hat einen „Data Centre Risk Index 2016“ veröffentlicht, wonach die Energiesicherheit den rund 4.000 befragten Unternehmen weltweit mit über 12 Prozent fast genauso wichtig ist wie die politische Stabilität. Die Energiekosten rangieren eher im Mittelfeld. Die größte Sorge gilt aber mit einer Bewertung von knapp 15,4 Prozent Naturkatastrophen.

Wenn hier kritische oder hochkritische Daten verloren gehen und die Revisionssicherheit nicht gewährleistet ist, kann es für Unternehmen in Deutschland und der EU richtig teuer werden. Um dem zu begegnen, sollten Backups mindestens doppelt redundant an zwei Rechenzentren ausgelagert sein.

4. Nutzen Sie das Know-how von Experten

Für die schnelle Bereitstellung von Rechenleistung „out of the box“ gelten Container-Rechenzentren als günstige Alternative zu einem eigenen Rechenzentrum oder den typischerweise in den Kellerräumen gelagerten Komponenten. CANCOM/PIRONET verstärkt beispielsweise gerade den Bereich, den Kunden zusätzlich Linux- und Docker-Container anzubieten.

Der Vorteil: Sie erhalten ein vollständiges Rechenzentrum als „Modul“ direkt bei Ihnen vor die Haustür geliefert – in der entsprechenden Konfiguration, die Sie benötigen. So stehen Ihnen etwa auch Experten zur Seite, die mit Ihnen die vollständige Planung eines Umzugsprojektes bis hin zur reibungslosen Liveschaltung des neuen Datacenters durchführen.

Doch auch neben der Option auf Container-Lösungen sollten Sie verstärkt Ihren Blick auf deutsche Rechenzentrumsbetreiber richten. Neben einer hohen Sicherheit und Skalierbarkeit Ihrer Anwendungen und Daten können Sie zusätzlich bei vielen Anbietern auf einen deutschen Support zu jeder Uhrzeit vertrauen.

Und: Hiesige Unternehmen legen mittlerweile meist Wert darauf, dass ihre Data Center in Deutschland betrieben werden – denken Sie nur kurz an das Stichwort Datenschutz. Die CANCOM/PIRONET bürgt dafür und gehört beispielsweise laut der Experton Group zu den Top 10 der Cloud-Serviceprovider in der Bundesrepublik.

Quelle Titelbild: © everythingpossible / iStock

Hier schreibt Klaus Hauptfleisch für Sie

Mehr Artikel vom Autor

Lesen Sie weiter auf CANCOM.info