21. Juni 2017 | pArtikel drucken | k1 Kommentar

So erleichtern Textroboter die Arbeit im Marketing

Textroboter in Unternehmen – für viele Entscheider ist das wahrscheinlich noch Neuland. Was steckt hinter dem Begriff und wie kann beispielsweise das Marketing davon profitieren? CANCOM.info zeigt die aktuellen Vorteile, Einsatzgebiete und Grenzen der schlauen Texter.

Wenn Sie im Onlineshop für Ihr Unternehmen zuständig sind, kennen Sie wahrscheinlich das folgende Problem: Sie führen unterschiedlichste Produkte. Diese müssen fortlaufend aktualisiert, ergänzt oder neu aufgesetzt werden. Das kostet natürlich nicht nur viel Zeit, sondern setzt auch ein tieferes Verständnis über die jeweiligen Produkte voraus.

Im Bereich E-Commerce finden sich deshalb vermehrt sogenannte Textroboter – (digitale) Lösungen, die beispielsweise auf Basis von verfügbaren Datenbanken und Quellen automatisiert Texte erstellen. Der Vorteil liegt hier in der Schnelligkeit: Hunderttausende von Artikeln können binnen 60 Minuten erstellt, Inhalte wie Produktinformationen und Bilder in das System hochgeladen und individualisierte Produkttexte verfasst werden. So beschreibt etwa uNaice, ein Anbieter von Textrobotern, die Möglichkeiten seiner Lösung.

Auch im Journalismus finden sich diese Roboter bereits: Das Kundenmanagementmagazin Zukunft.Kunde. schreibt etwa, dass namhafte Medien wie Forbes, die New York Times oder die Washington Post bereits Texte mit Computern generieren.

Das nimmt Mitarbeitern im Idealfall viel Arbeit ab. Die gewonnene Zeit kann in andere wichtige Aufgaben investiert werden. Außerdem unterlaufen den Robotern laut Zukunft.Kunde keine Flüchtigkeitsfehler.

Textroboter erleichtern den Marketingalltag

Neben klassischen Produkttexten ist es Textrobotern auch möglich, individuelle Produktvorschläge und proaktive Kaufempfehlungen zu geben. Diese werden beispielsweise aus Bestellvorgängen und soziodemographischen Daten der Kundenprofile generiert, wie Zukunft.Kunde. berichtet. Voraussetzung: Der Textroboter hat Zugriff auf ein CRM System und kooperiert womöglich mit einer künstlichen Intelligenz zur Auswertung der Datensätze.

Auf diese Weise können Unternehmen ihre Produkte optimiert an die passende Zielgruppe richten, ohne mehr Arbeit investieren zu müssen.

Und: Textroboter können bereits heute Inhalte in mehrere Sprachen verfassen – mehrsprachige Websites sind demnach in kürzester Zeit umgeschrieben und übersetzt.

Drei Textroboter im Überblick

Aktuell bietet die AX Semantics NLG Cloud die weltweit wohl einzige Plattform für die automatisierte Erstellung von Fließtexten. Lesen Sie hier über drei Textroboter, die auf Basis der weit verbreiteten Software arbeiten.

uNaice:

uNaice spricht in einem Beitrag davon, dass die Programmierer des Partnerunternehmens AX Semantics es geschafft haben, ihrem Textroboter neben deutsch 22 weitere Sprachen beizubringen. Die Textroboter von AX Semantics kommen bei Kunden von uNaice vor allem bei Online-Shops, Sozialen Medien und im Bereich der Business Intelligence zum Einsatz.

Ein weiterer Vorteil bei uNaice ist laut eigenen Angaben die automatische Aktualisierung bei neuen Produkten. Marketingabteilungen kennen das Problem wahrscheinlich: Alte Produkte müssen aus dem Katalog genommen werden und neue Produkte benötigen so schnell wie möglich eine SEO-optimierte Beschreibung. Hier kommen die Textbots ins Spiel, denn diese erkennen neue Produkte automatisch und liefern sofort die Produkttexte mit den neuen Datenattributen.

spheer:

Eine weitere Lösung bietet das von Kontrast vorgestellte System „spheer“. Wie Presseportal.de erklärt, kombiniert das Produkt die Möglichkeiten eines Content Management Systems und die Verwaltung eines Asset-Management-Tools mit einer intelligenten, kognitiven Engine. Einfacher ausgedrückt: Mensch und Maschine sollen mit spheer im Idealfall „Hand in Hand“ arbeiten.

Textbroker:

Textbroker wurde 2014 zuletzt als beste Website für Schreibarbeiten ausgezeichnet (Bild: Textbroker)

Auch Textbroker setzt auf ein hybrides Content-Angebot: Die Plattform verbindet laut eigenen Angaben tausende Autoren auf der ganzen Welt. Im Angebot finden sich Autoren für unterschiedlichste Schwerpunkte, Branchen und Content-Formen. Mithilfe der Technologie von AX Semantics nutzt Textbroker zusätzlich die Option zum Einsatz eines Textroboters – Unternehmen haben hier individuell die Wahl zwischen Mensch und Maschine.

Redakteur oder Roboter?

Auch wenn smarte Systeme immer größere Bedeutung und Kompetenz gewinnen (Stichwort künstliche Intelligenz), verfügen Sie noch immer über einige Defizite. Vor allem wenn es darum geht, Gefühle auszudrücken, können Roboter echte Redakteure und Journalisten (noch) nicht wirklich ersetzen.

Zwar kann man ihnen quasi unbegrenzte Datenmengen als Grundlage für die Textproduktion bieten, doch Emotionen und weiterführende Schlussfolgerungen können die wenigsten Roboter bisher leisten.

Doch viele Bereiche – etwa personalisierte Schreiben, E-Mails oder Fachbeiträge – erfordern genau diese Eigenschaften. Guter Content benötigt deshalb nach wie vor gute Journalisten, was beispielsweise auch die Plattform Textbroker hervorhebt.

Und guter Content hat oberste Priorität. Denn die gewünschte Zielgruppe erreichen Sie nur durch ansprechende Inhalte und eine gute Content-Strategie.

Der Einsatzbereich von Textrobotern beschränkt sich auf zeitkritische und serielle Bereiche, bei denen eine reine Replikation von vorhandenen Informationen ausreicht: Produkttexte in Onlineshops, rein faktenorientierte News zu den Themen Wetter, Sport und Finanzen oder Geschäftsberichte.

Fazit: Prüfen Sie zunächst, ob Textroboter in Ihrem Unternehmen – oder konkret für Ihren Onlineshop – Sinn machen. Falls ja, sind vor allem hybride Lösungen interessant – wie zum Beispiel Textbroker. Textroboter helfen heute bereits dort, wo standardisierte Texte anfallen. In punkto Individualisierung, direkte Kundenansprache und -kommunikation sollten Sie aber weiterhin auf menschliche Expertise vertrauen.

 

 

Quelle Titelbild: © iLexx / iStock

 

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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