28. Juli 2017 | pArtikel drucken | k1 Kommentar

Future Logistic: Warum DHL einen E-Lieferwagen entwickelt hat

Die Logistik als Vorbild der Digitalisierung? Nachdem der Logistikkonzern DHL bereits mit Augmented Reality-Brillen arbeitet, wird nun die Flotte nach umweltfreundlichen Kriterien modernisiert. CANCOM.info fasst die Details rund um die „Future Logistic“ zusammen.

Vollständig vernetzt, nachhaltig und smart – so soll die Supply Chain der Logistik in Zukunft aussehen. Ein nennenswertes Beispiel der letzten Jahre ist hier der Logistikkonzern DHL. Nachdem das Unternehmen in der Vergangenheit bereits Datenbrillen für die Lagerhaltung oder Paketdrohnen ausprobiert hat, wird nun auch der bestehende Fuhrpark nach umweltfreundlichen Aspekten modernisiert.

Warum DHL nun eine Elektroflotte aufbaut

Bereits in siebeneinhalb Jahren will DHL sein Ziel erreichen und als erstes Logistikunternehmen sämtliche logistikbezogenen Emissionen auf null reduzieren. Das soll mit einer Elektro-Flotte erreicht werden, die in Kooperation mit der Universität Aachen RWTH entwickelt wurde.

Die Haupterrungenschaft dieser Zusammenarbeit: Ein in Eigenregie entwickeltes Elektroauto namens StreetScooter, das mit Strom aus regenerativen Energien betrieben wird und 2010 in Form eines Startups ins Leben gerufen wurde. Die mittelfristige Motivation für dieses Produkt liegt „im Interesse an der Umwelt und den Kunden“, so DHL. In Großstädten wie Hamburg und München standen bereits Fahrverbote aufgrund von Luftverschmutzung im Raum. Zudem stellt der Aufbau einer von fossilen Brennstoffen unabhängigen Elektroflotte eine zukunftsfähige und ökonomisch attraktive Lösung dar, heißt es bei DHL weiter.

Auch E-Bikes und E-Trikes kommen bei DHL bereits zum Einsatz. Laut dem Handelsblatt ist das Unternehmen derzeit im Gespräch mit Autobauer Ford, um einen größeren E-Transporter zu entwickeln.

Interessant: DHL verkauft die StreetScooter seit Kurzem auch an andere Unternehmen. Hierbei sollen die E-Autos unter anderem für Betriebe geeignet sein, die kurze Fahrstrecken zwischen 20 und 40 km pro Tag zurücklegen.

Deshalb ist das Thema Logistik für Großkonzerne so wichtig

Für Großkonzerne ist Logistik ein wichtiges Thema, gerade im Hinblick auf ein vernetztes und dadurch effizienteres Unternehmen.

Eines der Ziele ist eine vollständig transparente Supply Chain. Ist etwas im stationären Handel oder in einem Onlineshop beispielsweise nicht mehr vorrätig, bleibt das Geschäft aus. Gerade im Hinblick auf den E-Commerce in Deutschland entscheidet hier eine moderne Logistik über Erfolg oder Misserfolg – laut Statista boomt diese Branche wie kaum eine andere in Deutschland.

Ein weiteres wichtiges Thema für Großkonzerne ist die Umweltverträglichkeit vieler logistischer Lösungen. Vor allem Kunden erwarten heute, dass Großkonzerne umweltfreundlich handeln und ihre logistikbezogenen Emissionen minimieren. Aber auch staatliche Regularien – etwa Emissionsstandards – spielen eine wichtige Rolle.

Demnach gibt es genug Gründe für DHL, seinen Fuhrpark zu modernisieren.

Hintergrund: Ein Musterbeispiel für Modernisierung?

Das E-Flotten Projekt ist nicht der erste Modernisierungsansatz des Logistikunternehmens. Bereits in der Vergangenheit zeigte sich der Konzern offen gegenüber technologischen Neuerungen und deren Einsatz in der Logistik. So beschäftigte sich DHL beispielsweise mit dem Bereich Augmented Reality und testete über einen Zeitraum von drei Wochen die Datenbrillen Google Glass oder VuzixM100.

Die Brillen wurden für die Kommissionierung, also für das Zusammenstellen der Waren für den Kunden, eingesetzt. Über die Google Glass erhielt die Lagerfachkraft schrittweise die einzelnen Arbeitsanweisungen zur Erfassung von Warenmenge, zu Terminen und Bestimmungsorten. Das Ergebnis zeigte: Die Prozesse können dadurch beschleunigt und Fehler reduziert werden, was insgesamt zu einer 25-prozentigen Effizienzsteigerung in der Kommissionierung führte. Grundsätzlich sieht DHL viel Potential im Einsatz von Augmented Reality im Supply Chain Management.

 

Quelle Titelbild: © Deutsche Post DHL / Oliver Lang

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

Mehr Artikel vom Autor

Lesen Sie weiter auf CANCOM.info