4. August 2017 | pArtikel drucken | k2 Kommentare

Digitalisierung: Was deutsche Behörden jetzt vorhaben

Deutsche Behörden liegen beim Thema E-Government im europaweiten Vergleich hinten. Das ergab eine aktuelle Umfrage. IT-Dienstleister könnten in Zukunft eine maßgebliche Rolle spielen, um den Status Quo nachhaltig zu verbessern.

Eine Umfrage des Forschungsinstituts Wegweiser, die unter Behördenleitern und Entscheidungsträgern in ganz Deutschland durchgeführt wurde, kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Deutsche Behörden liegen bei der Digitalisierung zurück. Beispielsweise nutzen gerade einmal 19 Prozent der deutschen Bevölkerung elektronische Behördendienste – etwa aufgrund mangelnden Bewusstseins oder fehlender Zufriedenheit bei den Services.

Um diese Situation zu verbessern und die Digitalisierung im öffentlichen Sektor (kurz E-Government) voranzutreiben, könnten IT-Dienstleister in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Hier kommt hinzu, dass sich mit „GovTech“ ein neues Spezialisierungsfeld für IT-Dienstleister entwickelt hat.

Stellt sich nur die Frage: Wo und was soll eigentlich digitalisiert werden? Wir fassen den Status Quo in deutschen Behörden zusammen und bieten einen Ausblick auf die Chancen, die sich für IT-Dienstleister im öffentlichen Sektor ergeben.

Deutsche Behörden kommen europaweit nur auf Platz 11

Mit verschiedenen Initiativen wie der Digitalen Agenda 2014-2017 oder dem gegründeten Internet-Institut (CANCOM.info berichtete) arbeitet die Bundesregierung bereits am Aufbau von interoperablen IT-Infrastrukturen und übergreifenden E-Government-Projekten.

Anscheinend reicht das aber nicht. Trotz Bestrebungen und Maßnahmen, wie dem im Jahr 2010 in Kraft getretenen IT-Staatsvertrag oder der Einführung des elektronischen Identitätsnachweises und des E-Government-Gesetzes des Bundes, scheint Deutschland beim Thema E-Government zurückzufallen.

Die EU veröffentlichte in diesem Kontext in diesem Jahr etwa den Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI), bei dem Deutschland nur auf Platz 11 landete. Das Fazit: Die Bundesrepublik habe insbesondere bei der Verbesserung von Online-Behördendiensten Nachholbedarf.

Knapp ein Fünftel der Bevölkerung nutzt demnach elektronische Behördendienste, womit Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Mitgliedsstaaten sogar nur auf Platz 23 liegt. Gründe für die geringe Nutzung der elektronischen Behördendienste seien vor allem das fehlende Bewusstsein bei den Nutzern sowie die Unzufriedenheit mit den verwendeten Online-Diensten.

Hier passt auch die Wegweiser-Studie ins Bild: Gerade einmal 17,5 Prozent der Behörden würden demnach überhaupt E-Government-Anwendungen anbieten. Die Studie kommt auf dieser Basis zum Schluss, dass ein eigenes Fachministerium für E-Government und Digitalisierung etabliert werden sollte – 28,2 Prozent der Befragten stimmen diesem Ergebnis zu.

Weitere Ergebnisse der Wegweiser-Studie im Überblick:

✔ Rund 58 Prozent der befragten Behördenleiter sehen die Digitalisierung als wichtigste Herausforderung der nächsten fünf Jahre.

✔ Lediglich rund 23 Prozent der Behörden nutzen elektronische Akten (22,9 Prozent) oder bieten E-Payment (23,3 Prozent) an.

✔ Gerade einmal 30,5 Prozent können eine rechtssichere E-Mail-Kommunikation nachweisen.

Chance für IT-Dienstleister

Im Hinblick auf E-Government werden IT-Dienstleister laut der Wegweiser-Studie immer gefragter. Laut Trending Topics hat der Markt für die Digitalisierung staatlicher Behörden ein Volumen von 400 Milliarden US-Dollar, wobei hiervon ein Viertel auf die USA entfallen soll. Unter dem Begriff „GovTech“ hat sich zudem ein neues Spezialisierungsfeld für IT-Dienstleister entwickelt. Folgt man Trending Topics, sind hier in erster Linie Startups innerhalb der IT-Branche angesprochen.

Im Vordergrund dieser Zusammenarbeit von IT-Dienstleistern und Regierungen steht vor allem die Effizienz und die Vision, die Digitalisierung als Government-as-a-Platform zu etablieren. Trending Topics zufolge verlangen die Bürger zunehmend nach umfassenden E-Government-Angeboten, um einen leichteren Zugang zu den Behörden zu bekommen. Für IT-Dienstleister könnte hier die Chance bestehen, die entsprechenden Digitalisierungslösungen bereitzustellen.

Mit Public Solutions bietet die CANCOM Gruppe bereits ein auf den öffentlichen Sektor zugeschnittenes Portfolio. Mit individueller Beratung und Konzeptionierung werden branchenspezifische Lösungen und eine umfassende IT-Infrastruktur für den Public Bereich aufgebaut.

 

Quelle Titelbild: © iStock/MicroStockHub

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

Mehr Artikel vom Autor

Lesen Sie weiter auf CANCOM.info