23. August 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Erweiterte Wirklichkeit: Das bietet AR für Unternehmen

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Durch den Einsatz von Augmented Reality (AR) entstehen interessante B2B-Szenarien. CANCOM.info zeigt die Möglichkeiten auf.

AR, VR – was ist das genau? Augmented Reality wird oft mit Virtual Reality (VR) in einen Topf geworfen. Hierbei erweitert AR „nur“ die Realität oder das reale Umfeld und schafft keine virtuellen Welten.

AR dient computergestützt der Erweiterung der Realitätswahrnehmung, indem die echte Umgebung angezeigt und durch zusätzliche Informationen beziehungsweise Computergrafiken ergänzt wird. Bei Fußball-Übertragungen im Fernsehen werden so zum Beispiel mögliche Spielerbewegungen und Freistoßrichtungen angezeigt. Pokémon hat mit „Pokémon Go“ als Smartphone-Spiel mit AR- und GPS-Unterstützung im Juli 2016 ein ungemeines Revival erlebt. Apple, Facebook, Google, Microsoft und viele andere IT-Riesen haben laut Computerwoche ebenfalls ein großes Interesse an AR und entwickeln oder kooperieren in vielerlei Richtung.

Für den Privatgebrauch ist die Technologie mit Sicherheit attraktiv. Was AR in Unternehmen bewirken könnte, übersteigt aber die „Consumer-AR“.

Freihändig arbeiten mit AR-Brillen

AR-Brillen wie die AirScouter von Brother, Google Glass, die HoloLens von Microsoft oder die Moverio von Epson eignen sich ideal, um freihändig zu arbeiten. Handsfree heißt das Zauberwort. Die dabei verwendeten Head-Mounted Displays (HMD) sind transparent oder semitransparent. Das hat den Vorteil, dass die reale Umgebung nicht verschwindet, sondern durch zusätzlich eingeblendete Informationen erweitert wird.

Marktforscher IDC rechnet damit, dass bis zum Jahr 2021 weltweit bis zu 50 Milliarden Dollar mit solchen AR-Headsets umgesetzt werden. Nicht von ungefähr hat Google im Juni 2017, nach drei Jahren Pause, überraschend ein Firmware-Update für Google Glass veröffentlicht.

B2B-Szenarien sind vielfältig

Für den professionellen Einsatz von AR existieren bereits eine große Anzahl von aktuellen und möglichen Anwendungen in der Zukunft:

In der Logistik werden AR und entsprechende Datenbrillen für die Kommissionierung eingesetzt, um dem Lageristen beim Picking (Heraussuchen) der Artikel zu helfen und somit zu entlasten. Prognosen zufolge wird AR für den Einsatz von Drohnen und Lieferrobotern eine zunehmende Rolle spielen.

In der Medizin und besonders im Krankenhausbetrieb hat sich AR in Pilotprojekten und in der Praxis vielfach bewährt. So wird AR laut Computerwoche bereits für die Schmerztherapie eingesetzt. Nicht sichtbare Organe lassen sich bei Operationen überlagernd einblenden. Wie Heises Technology Review im Mai 2017 berichtete, haben Forscher der Duke University Ende 2016 daran gearbeitet, Microsofts HoloLens an den OP-Tisch zu holen. Diese Idee wurde jetzt mit zwei Firmen geteilt: Das Softwareunternehmen Scopsis hat ein System entwickelt, das bei Operationen am Rückenmark helfen soll. Cambridge Consultants wiederum plant, Chirurgen während der Operation 3D-Bilder von Kernspin- und CT-Aufnahmen auf der AR-Brille anzuzeigen.

Im Handwerk können sich an den Head-Mounted Displays die weiteren Arbeitsschritte einblenden lassen. Für einfachere Arbeiten oder für die Qualitätssicherung muss nicht einmal der verantwortliche Servicetechniker oder Elektromeister selbst vor Ort sein. Das Smartphone, die AR-Brille oder ein Tablet nimmt das zu wartende Gerät mit der eingebauten Kamera auf, die AR-App überlagert das Bild dann mit den nötigen Wartungsschritten. BMW und VW haben vor Jahren bereits Konzepte für AR in Kfz-Werkstätten vorgestellt.

Im Verkauf ist AR zwar eine Eintagsfliege – zumindest bisher. Die Technologie wird in der Praxis aber bereits verwendet, zum Beispiel von Ikea im Rahmen einer Smartphone-Katalog-App. Der Besitzer nimmt mit der Kamera seines Handys sein Interieur auf und kann sich über das Display zusätzliche Einrichtungsgegenstände und Möbel anzeigen lassen.

Im Tourismus, Bildungs- und Forschungseinrichtungen könnte AR für Erlebnis und veranschaulichte Bildung sorgen. Der Museumsbesucher, Kunde im Reisebüro oder Schulungsteilnehmer braucht hierzu nur ein AR-Headset aufzusetzen, um anschließend in ungeahnte virtuelle Welten einzutauchen.

AR braucht eine starke Infrastruktur

All diese Szenarien sind nur ein Ausschnitt der möglichen und kommenden B2B-Szenarien. Zwar bieten viele aktuelle PC-Systeme und Smartphones bereits die nötige Leistung, um die entsprechenden Informationen verarbeiten zu können.

Zusätzlich wird allerdings eine starke Cloud-Infrastruktur benötigt, um erforderliche Services, Entwicklungsplattformen oder Datenspeicher unternehmensübergreifend zur Verfügung zu stellen. Diese Infrastruktur können Unternehmen zum Beispiel mithilfe professioneller Cloud-Anbieter und -Dienstleister wie die CANCOM Gruppe in ihrem Betrieb implementieren.

 

Quelle Titelbild: © peterhowell / iStock

Hier schreibt Hannes Beierlein für Sie

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