29. August 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Dieses Startup will ein E-Auto für 16.000 Euro auf den Markt bringen

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Mit einem günstigen Elektroauto möchte ein junges Startup den etablierten Automobilherstellern zeigen, wie E-Mobilität richtig funktioniert. Der Sion von Sono Motors soll gerade einmal 16.000 Euro kosten und eine Reichweite von bis zu 250 Kilometern bieten. Die Redaktion von CANCOM.info ist das Elektroauto gefahren.

Die Elektromobilität nimmt langsam Fahrt auf. Spätestens, seitdem Tesla das Model 3 vor wenigen Wochen final gezeigt hat, sind bezahlbare Elektroautos ein großes Thema. Die Tatsache, dass der Grundpreis von 35.000 US-Dollar noch keine zusätzliche Ausstattung wie erweiterte Reichweite oder Fahrassistenzsysteme beinhaltet, schraubt den Preis des Model 3 schnell nach oben – das hat etwa die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Ein voll ausgestattetes Model 3 kostet mit knapp 60.000 Dollar fast das Doppelte.

Das deutsche Startup Sono Motors verfolgt eine andere Strategie. Es geht nicht darum, möglichst viele exklusive Extras wie Sensoren und autonome Fahrfähigkeiten im Fahrzeug unterzubringen. Stattdessen fokussiert sich Sono Motors darauf, ein möglichst umweltbewusstes und günstiges Elektrofahrzeug auf den Markt zu bringen.

Sono Motors Sion im Olympiastadion

Der Sion bietet 7,5 Quadratmeter an Solarfläche (Bild: Evernine).

Autark statt autonom

Den Sion, so heißt das erste Modell des Münchner Teams, soll sich jeder leisten können. Das Elektroauto kostet gerade einmal 16.000 Euro, die Batterie ist allerdings nicht inbegriffen. Diese wird man später für maximal 4.000 Euro kaufen oder alternativ günstig monatlich mieten können. Eine Batterieladung reicht dann für 250 Kilometer Strecke, so die Gründer.

Der Clou: Das Auto verfügt auf der gesamten Außenkarosserie über Solarzellen. Insgesamt sind es 7,5 Quadratmeter an Solarfläche, die die Energie aus der Sonne in die Batterie speisen. Über den Tag verteilt ergibt das bei optimaler Sonneneinstrahlung eine Reichweite von 30 Kilometern. Wer einen kurzen Arbeitsweg hat, kann sich somit theoretisch völlig autark fortbewegen und benötigt keine externe Stromzufuhr über eine Ladesäule.

Pfiffige Ideen machen den Sion besonders

Auch im Innenraum kann sich der Sion von der Masse absetzen. In das Armaturenbrett wurde ein langer Streifen mit grünem Moos integriert. Der Streifen funktioniert als zusätzlicher Luftfilter und soll besonders kleine Feinstaubpartikel effektiv binden und die Luftqualität im Innenraum auf eine natürliche Weise verbessern. Das Moos pflegt sich von selbst und muss ähnlich wie ein gewöhnlicher Klimaanlagenfilter lediglich alle zwei Jahre ausgewechselt werden.

Ein weiteres Detail: Im Innenraum finden sich 230 Volt Steckdosen, an die ganz gewöhnliche Elektrogeräte angeschlossen werden können. Auf geschäftlichen Fahrten eignet sich der Sion damit bestens, um das Notebook oder Smartphone von unterwegs aufzuladen.

Für den Unternehmenseinsatz ist die zugehörige goSono App des Sion besonders interessant. Diese bietet die Möglichkeit des Carsharings: Das Fahrzeug kann auch anderen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Mitarbeiter könnten sich so mehrere Fahrzeuge bequem teilen – der Sion als Flottenfahrzeug wäre damit eine Überlegung wert.

Sono Motors Sion - Moos als Feinstaubfilter

Im Innenraum wird Moos als Feinstaubfilter verwendet (Bild: Evernine).

Noch ist der Sion ein Prototyp

Dass sich der Sion noch im frühen Prototypen-Stadium befindet, merkt man ihm schnell an. Das Fahrwerk war während der zwei Runden im Münchner Olympiastadion noch etwas hart, die Verarbeitungsqualität eher durchwachsen. Vor allem der enge Einstieg hinten ist unbequem, viel Beinfreiheit hat man ebenfalls nicht. Bis zum Serienfahrzeug haben die Entwickler noch einen weiten Weg vor sich.

Um Kosten zu sparen, setzt Sono Motors auf bereits entwickelte Teile. So kann es passieren, dass man im Innenraum Teile aus Automodellen der großen Hersteller wiederfindet. Der Gangwahlhebel stammt beispielsweise aus dem ebenfalls elektrischen BMW i3, auch die Bedienleiste der Klimaanlage und andere Knöpfe kommen einem bekannt vor. Die finale Produktion des Sion soll von einem europäischen Auftragsfertiger übernommen werden.

Der Verkaufsstart soll 2019 erfolgen

Noch ist der Sion ein Prototyp. Das soll sich aber bald ändern. Das Startup hat vergangenes Jahr in einer Indiegogo Crowdfunding-Kampagne knapp 550.000 Euro eingesammelt, zusätzlich stehen mehrere Investoren hinter dem Unternehmen. Sono Motors benötigt bis zum Jahresende 5.000 Vorbestellungen, um den Sion in die Produktion zu bringen. Die Gründer zeigen sich in einem Interview mit dem Nachrichtenportal Huffington Post diesbezüglich zuversichtlich, 1.500 Menschen hätten bereits einen Sion vorbestellt.

Quelle Titelbild: Evernine

 

Hier schreibt Daniil Matzkuhn für Sie

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