21. September 2017 | pArtikel drucken | k1 Kommentar

INSPIRATION – Eckpfeiler der Digitalisierung

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Ohne Zweifel ist IT die tragende Säule der digitalen Transformation. Doch um künftig wettbewerbsfähig zu bleiben, ist auch ein interdisziplinäres Umdenken erforderlich. Welche Entwicklungsziele gehören auf die digitale Agenda? Welche Weichen sind zu stellen, um den Weg in eine erfolgreiche digitale Zukunft zu beschreiten?

Die Digitalisierung bedeutet für Unternehmen Herausforderung und Chance zugleich. Führungsebene und Mitarbeiter müssen an einem Strang ziehen, für die notwendigen Veränderungen sensibilisiert sein und digitale Expertise auf- und ausbauen. Nur so ist es möglich, den Spagat zwischen bestehenden Strukturen und digitaler Zukunft mit Erfolg zu meistern.

Erforderlich sind eine neue Unternehmenskultur sowie eine agile und sichere IT-Architektur, um die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten. Als Voraussetzung müssen fünf Komponenten erfüllt werden.


Das erwartet Sie in diesem Artikel:


1. Digitale Strategie

Die Digitalisierung verändert ganze Branchenstrukturen und fördert einen disruptiven Wettbewerb zutage. Um die Zukunftsfähigkeit zu sichern, müssen sich Unternehmen strategisch neu ausrichten. Konkret bedeutet das: Traditionell selbständige, voneinander getrennte Bereiche in Unternehmen werden miteinander verknüpft – von der Organisation über das Tagesgeschäft bis hin zur technischen Basis.

Damit diese Neuausrichtung erfolgreich verläuft, ist eine Strategie mit klar definierten Zielen und festen Leitlinien notwendig – diese muss für das gesamte Unternehmen gelten. Idealerweise leben Entscheider in der Führungsetage den Wandel vor und sorgen für die Initialzündung.

Beispielsweise kann ein Digitalisierungsbeauftragter oder Chief Information Officer (CIO) gemeinsam mit einem Team aus Verantwortlichen mehrerer Fachbereiche die Zügel in die Hand nehmen, um neue Technologien einzuführen sowie Abteilungen miteinander zu vernetzen. Maßgeblich sind hier drei Punkte:

  1. Bestandsaufnahme: Wo steht das Unternehmen auf dem Weg zur Digitalisierung?
  2. Zielsetzung: Welche Faktoren sind für eine erfolgreiche Digitalisierung entscheidend?
  3. Handlungsinitiativen: Welche Maßnahmen sind für das Erreichen der Ziele erforderlich?

Frühzeitig müssen dabei mögliche Hindernisse erkannt und wichtige Investitionsentscheidungen getroffen werden. Nur so können Unternehmen das Marktpotenzial der Digitalisierung vollständig ausschöpfen.

2. Digitale Expertise

Externe IT-Experten können wertvoll sein, um festzustellen, wie weit die Digitalisierung im Unternehmen bereits vorangeschritten ist.

Mit ihrer neutralen Sichtweise können externe IT-Experten dabei unterstützen, den aktuellen Status Quo eines Unternehmens hinsichtlich der Digitalisierung festzustellen (Bild: Syda Productions/ Adobe Stock).

Um konkret zu ermitteln, wie weit die Digitalisierung im Unternehmen bereits vorangeschritten ist, bietet sich die Unterstützung von externen IT-Experten an. Denn diese analysieren den aktuellen Stand mit einem objektiven Blick. Ein starker IT-Support hilft nicht nur, die Knotenpunkte der künftigen IT-Architektur zu bestimmen. Er wird auch im Tagesgeschäft zu einem wertvollen Partner: So legt er notwendige Sicherheitsstandards fest und sorgt für einen zuverlässigen Ablauf der IT-Infrastruktur, indem er die IT-Umgebung kontinuierlich überwacht.

Um Digitalisierungsprojekte ganzheitlich umzusetzen, muss sich daneben die Unternehmenskultur langfristig ändern. Dies funktioniert nur, wenn Unternehmen selbst interne Kompetenzen erlernen und vertiefen. Mitarbeiter benötigen Weiterbildungsmaßnahmen, damit sie nicht nur mit neuer Software und neuen Tools sicher umgehen, sondern auch konstruktiv an der Ideen- und Produktentwicklung mitwirken können. Dies gelingt über interne Seminare und Workshops oder über Schulungen durch externe Trainer und Berater.

In interdisziplinären Teams lassen sich außerdem neue Unternehmensperspektiven erarbeiten – so können wichtige Impulse für den digitalen Wandel entstehen. Daneben bietet es sich an, digitale Talente einzustellen: Diese treiben  mit ihren analytischen Fähigkeiten, ihren IT-Kenntnissen und ihrer Kreativität die Digitalisierung im Unternehmen voran.

3. Digitale Infrastruktur

Die IT-Architektur bildet das Fundament einer zukunftsfähigen Unternehmensstrategie. Sie muss sowohl die „klassischen“ IT-Herausforderungen als auch die „neuen“ der digitalen Welt meistern – wie etwa reaktionsschnelle Arbeitsabläufe oder flexible Anpassungen der internen Unternehmensprozesse.

Damit eine IT-Architektur diesen Anforderungen gewachsen ist, muss sie

  • agil
  • flexibel
  • skalierbar
  • anpassungsfähig
  • integrierbar und
  • sicher

sein. Unternehmen müssen die Fähigkeit besitzen, alte Ideen handlungsschnell zu verwerfen und durch neue zu ersetzen. Dafür bedarf es agiler, verstellbarer IT-Architekturen mit offenen Schnittstellen, von der Plattform bis in die App. Nur so können Unternehmen flexibel auf neue Anforderungen reagieren und bleiben für Geschäftsmöglichkeiten empfänglich, die aktuell womöglich noch gar nicht existieren.

Um eine solche IT-Architektur erfolgreich zu implementieren, kommen Unternehmen nicht mehr umhin, als Basistechnologie Cloud Computing einzuführen. Je nach Umfang kann die Cloud die eigene IT-Infrastruktur entweder ergänzen oder komplett ersetzen, indem entweder Software (Software as a Service, SaaS), Plattformen (Platform as a Service, kurz: PaaS) oder vollständige Infrastrukturen (Infrastructure as a Service, kurz: IaaS) bereitgestellt werden.

4. Digitale Prozesslandschaft

Agile IT-Infrastrukturen sind durch (micro-)serviceorientierte Architekturen (SOA) gekennzeichnet: Anstatt sämtliche Funktionen in einer zentralen Applikation zu verwalten, werden bestimmte Eigenschaften und Funktionsweisen auf kleinteilige Softwarekomponenten verteilt. Diese lassen sich unabhängig voneinander modulieren und weiterentwickeln. Zusammen bilden sie ein lose gekoppeltes System, das schnelle und punktuelle Anpassungen ermöglicht, ohne die gesamte IT-Architektur zu beanspruchen. Das erhöht die Agilität, Stabilität und Skalierbarkeit der Unternehmens-IT.

Ein Onlineshop kann einen Kauf beispielsweise über einzelne Prozessschritte abwickeln – von der Erfassung über die Bonitätsprüfung bis zum Versand und dem Zahlungseingang. Dienste unterschiedlicher Programmiersprachen oder Unternehmen lassen sich im Anschluss über offene Programmierschnittstellen implementieren. Diese interagieren miteinander: So kann die Bonitätsprüfung etwa über einen Finanzdienstleister erfolgen, während ein Logistik-Unternehmen danach die Sendungsnummer an den Kunden schickt, um die Lieferung zu verfolgen. Mit einer intelligenten Vernetzung der Prozesse lässt sich die Business-Software so variabel und reaktionsschnell an sich ändernde Prozessanforderungen anpassen.

5. Digitales Sicherheitskonzept

Eine erfolgreiche Digitalisierung eines Unternehmens setzt ein ganzheitliches Sicherheitskonzept voraus.

Damit sich Unternehmen erfolgreich digitalisieren können, müssen sie als Grundvoraussetzung ganzheitliche Sicherheitslösungen entwerfen (Bild: putilov_denis/ Adobe Stock).

Die Digitalisierung bringt zwangsläufig Risiken mit sich. Bei der Verarbeitung großer Datenmengen, der Nutzung von Cloud-Anwendungen und der Kommunikation zwischen Kunden und Partnern spielt das Thema Sicherheit eine wesentliche Rolle. Schließlich müssen geschäftskritische und personenbezogene Daten gegenüber Hackern, Malware oder Phishing-Attacken geschützt werden. Mit der zunehmenden Vernetzung von Geräten in Zeiten des Internet of Things ergeben sich neue potentielle Sicherheitslücken und Angriffsmöglichkeiten. Diese gilt es zu unterbinden.

So sind vor allem IT-Sicherheitsarchitekturen nötig, die auf die individuellen Risiken ausgelegt sind und kontinuierlich gewartet und weiterentwickelt werden, um neue Bedrohungen wirksam abzuwehren. Onlinehändler müssen sich beispielsweise vor DDos-Attacken (Distributed Denial of Service) schützen, bei denen manipulierte Anfragen den Datenverkehr blockieren.

Für Unternehmen, die große Datennetze verwalten, gilt es, sämtliche Aktivitäten im Blick zu behalten, um Hardwareausfälle und Unregelmäßigkeiten im System frühzeitig zu erkennen. Neben reinen Monitoring-Services bedarf es hierfür auch Logging-Services. Diese werten die Log-Informationen von Routern, Firewalls und Servern aus und erstellen auf deren Basis eine Trendanalyse, um drohende Probleme kommen zu sehen.

Um die digitale Transformation sicher zu meistern, muss die digitale Strategie von Unternehmen also immer ein ganzheitliches Sicherheitskonzept beinhalten, das sämtliche Lieferanten und Empfänger der Daten miteinbezieht.

 

Quelle Titelbild: Sergey Nivens/ Adobe Stock

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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