13. September 2017 | pArtikel drucken | k1 Kommentar

Deshalb zögert der stationäre Handel bei der Digitalisierung

Artikel teilen
Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone

In vielen Branchen hat die Digitalisierung bereits zu großen Veränderungen geführt. Allerdings ist der stationäre Handel nach wie vor ein Nachzügler. Welche Defizite beim Handel bestehen und wie diese zu überwinden sind, erklärt CANCOM.info im Beitrag.

Viele Branchen, wie zum Beispiel die Autoindustrie, haben sich den Herausforderungen der Digitalen Transformation bereits erfolgreich gestellt. Der stationäre Groß- und Einzelhandel hat hier aber noch deutlich Nachholbedarf.

Stationärer Handel: Nachzügler der Digitalisierung

Eine Bitkom-Studie zeigt, dass sich fast 80 Prozent der befragten deutschen Groß- und Einzelhändler als Nachzügler in Sachen Digitalisierung sehen. Vor allem fehlt es den stationären Händlern an smarten digitalen Lösungen, etwa aus den Bereichen Cloud Computing oder Big-Data-Analytics. Doch auch selbstverständlich wirkende Maßnahmen, wie ein Online-Shop, fehlen in vielen Unternehmen. Im stationären Handel hat laut Studie jeder dritte Händler noch keinen Internetauftritt.

„Kunden wünschen sich heute den smarten Store, in dem sie ein rundum vernetztes Einkaufserlebnis haben. Einige Händler halten mit den veränderten Kundenerwartungen noch nicht Schritt. Ziel muss sein, vom Getriebenen zum Gestalter des digitalen Wandels zu werden“, sagt auch Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Dabei bieten Online-Shops eine echte Chance: Händler, die neben ihrem stationären Ladengeschäft auch einen Online-Shop anbieten, erzielen damit signifikant höhere Einnahmen. So macht der Studie zufolge jeder zweite Händler 30 Prozent des Umsatzes online – sofern ein Shop existiert. Das macht deutlich: Vor allem die Bedeutung von Online Shopping steigt auch im stationären Handel immer weiter an.

Als größten Vorteil der Digitalisierung sehen die Händler vor allem, dass ihr Alltagsgeschäft vereinfacht wird. Circa 60 Prozent der Befragten meinen, dass sich dadurch das Geschäftsmodell ausbauen lässt und neue Einnahmequellen geschaffen werden können.

Abschreckend empfinden Händler vor allem jedoch den hohen Aufwand für Datenschutz und die Investitionskosten: Drei Viertel aller Befragten gaben 2016 weniger als zehn Prozent des gesamten Jahresumsatzes für die Digitalisierung aus.

Wie kann der stationäre Handel digitalisiert werden?

„Der stationäre Handel muss sich durch die Digitalisierung neu erfinden. Es geht darum, die digitalen Kanäle intensiv und intelligent zu bespielen, neue Services anzubieten und die internen Prozesse zu optimieren“, sagt Rohleder.

Kunden wollen sich nicht zwischen Online und Offline entscheiden müssen: Wie das Handelsjournal erklärt, schauen sich Kunden gerne vorab online die Produkte an und holen sie dann im Ladengeschäft ab. Das macht deutlich: Online und Offline müssen enger zusammenarbeiten. Es reicht nicht mehr aus, nur einen Laden oder nur einen Webshop zu haben. Multichannel ist auch im Handel das Geschäftsmodell der Zukunft.

Neben den offensichtlichen Vorteilen ist CIO zufolge auch die Sammlung und Nutzung von Kundendaten für viele stationäre Händler zum Thema geworden. Nur wer weiß, was der Verbraucher will, kann mit einem maßgeschneiderten Angebot punkten und so mehr Umsatz erzielen.

„Location-Based Services“ (LBS) ist wohl ein zentrales Stichwort, um dem stationären Handel einen Schub in Richtung Digitalisierung zu geben. Mit standortbasierten Diensten erreichen Unternehmen ihre Kunden mit den richtigen Angeboten zur richtigen Zeit über den richtigen Kanal – reale und digitale Welten werden in Echtzeit miteinander verknüpft.

LBS und Online-Shops machen stationäre Händler wettbewerbsfähig, wodurch sie sich gegen andere Online-Händler zukünftig besser durchsetzen können. Weitere Felder, in denen die Digitalisierung dem Handel nützlich ist, sind etwa optimierte Lagerhaltung und Logistik, Customizing Services, oder die Abfrage von verfügbaren Vor-Ort-Services.

CANCOM.info meint: Der Handel steht also noch vor einigen Herausforderungen, die überwunden werden müssen. Auftritte im World Wide Web sind ebenso ausschlaggebend wie der weitere Kundenkontakt. Wie Sie als Geschäftsführer von LBS profitieren können, lesen Sie auch hier.

 

Quelle Titelbild: Robbert Noordzij / Flickr

Hier schreibt Hannes Beierlein für Sie

Mehr Artikel vom Autor

Artikel teilen
Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone

Lesen Sie weiter auf CANCOM.info

Ein Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Mit einem Netzwerk anmelden, oder das Formular ausfüllen. Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Notwendige angaben sind mit * gekennzeichnet.