11. September 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Warum Google eine Gesichtserkennungs-Software kauft

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Der Suchmaschinen-Riese Google hat vor kurzem den Kauf des Start-ups AIMatter bekannt gegeben. Das junge Unternehmen hat sich auf die Gesichtserkennung spezialisiert und bietet zwei erfolgreiche Apps im App Store an. CANCOM.info klärt die Hintergründe und gibt einen Ausblick, wie Google die Technologie in Augmented Reality und in der Werbung nutzen könnte. 

Das weißrussische Start-up AIMatter steht hinter zwei Apps im Android und Apple App Store: Mit der Anwendung Fabby Look kann die eigene Haarfarbe in Echtzeit geändert werden, um beispielsweise einen neuen Look vor dem Friseurbesuch auszuprobieren. Die App Fabby geht sogar noch einen Schritt weiter und ermöglicht kreative Designer-Selfies, bei denen die Haut, Make-up und Hintergrund live angepasst werden können. So interessant die Apps für manche Zielgruppen auch sein mögen: Google hat es auf die Technologie dahinter abgesehen.

Was die Apps nämlich in erster Linie zeigen, ist die extreme Performance der Gesichtserkennung. AIMatter hat ein neuronales Netz entwickelt, das mobil auf dem Smartphone arbeitet und in Echtzeit Gesichter vom Hintergrund unterscheiden kann. Laut der eigenen Webseite soll die Technologie mehr als drei Mal so schnell arbeiten wie das Deep Learning Framework Caffe von Berkeley AI Research oder die Software Library TensorFlow vom Google Brain Team.

Gesichtserkennung ist stark gefragt

Google ist nicht das einzige Unternehmen, das in Gesichtserkennung und künstliche Intelligenz investiert: Wie das US Start-up Magazin Techcrunch berichtet, hat Facebook im vergangenen Jahr die KI-gestützte App MSQD übernommen. Auch die Anwendung Prisma, die eine ähnliche Technologie einsetzt, soll wohl in Verhandlungsgesprächen mit Technik-Giganten wie Snapchat und Facebook sein. Das Magazin meint, dass die jüngsten Übernahmen ein Indiz dafür sind, wie gefragt Computer Vision Technologien aktuell sind.

Computer Vision ist ein großer Teil von Virtual und Augmented Reality Anwendungen. Hierbei müssen Objekte und Gesichter in Echtzeit erkannt werden, um eine möglichst nahtlose Verschmelzung von realer und künstlicher Welt zu erzeugen. Die Technologie könnte auch beim autonomen Fahren eingesetzt werden, um Passanten vom Hintergrund besser trennen zu können.

Künstliche Intelligenz im Marketing

Es ist bisher nicht bekannt, wie genau Google das Start-up integrieren und das Wissen nutzen wird. Das IT-Magazin ZDNet spekuliert etwa, dass es im Bereich Werbung Verwendung finden könnte. So testen in Deutschland bereits jetzt sowohl Real als auch die Deutsche Post eine Gesichtserkennungssoftware in den eigenen Filialen. Auf einem Display werden vermeintlich normale Werbeanzeigen ausgespielt – die Software des deutschen Unternehmens Echion wertet dann im Hintergrund die Blicke der Ladenkunden aus.

Dem Digitalmagazin t3n zufolge basiert das System auf drei Säulen: Auf der verbesserten Auswertung von Reichweiten, dem gezielten Ausspielen von Werbeanzeigen an entsprechende Zielgruppen und der optimierten Werbeart. Ähnlich wie im World Wide Web könnte man so anhand von Gesichtern Nutzerprofile erstellen und entsprechende Werbung auf dem Display ausspielen. Ein Mann mittleren Alters könnte etwa bei seinem Einkauf also ein Automagazin vorgeschlagen bekommen, eine jüngere Frau zum Beispiel ein entsprechendes Beauty-Journal.

CANCOM.info meint: Mit der Akquise von AIMatter zeigt Google erneut die Wichtigkeit der Gesichtserkennung auf. Wo die Technologie letztendlich eingesetzt wird, das weiß nur das Unternehmen aus Kalifornien. Sowohl bei der Werbung – Googles Kerngeschäft – als auch bei Augmented und Virtual Reality bieten sich damit einige Chancen für die Zukunft.

Quelle Titelbild: © supparsorn/ iStock

Hier schreibt Daniil Matzkuhn für Sie

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