10. Oktober 2017 | pArtikel drucken | k1 Kommentar

„Digitale Transformation muss als Chance begriffen werden, nicht als Bedrohung“

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Disruptive Innovationen und Technologien haben das Potenzial, einen Markt vollständig zu verändern und spielen in der Digitalisierung eine wesentliche Rolle. Dadurch werden bestehende Prozesse und Produkte teils vollständig abgelöst. Für Unternehmen können disruptive Technologien ein hohes Risiko bedeuten – vor allem aber auch eine einmalige Chance. Was Unternehmen tun müssen, um sich erfolgreich zu digitalisieren, verrät CANCOM-Vorstand Rudolf Hotter im exklusiven CANCOM.info-Interview.

CANCOM.info: Der Begriff „Disruption“ fällt im Kontext der Digitalisierung sehr häufig. Welche Hauptmerkmale zeichnen eine „Disruption“ aus?
Rudolf Hotter: Disruption bedeutet erstmal „Unterbrechung“ – eine disruptive Technologie ist also nichts anderes als eine technologische Innovation, die das Bestehende unterbricht oder sogar ablöst. Das Gegenstück zur disruptiven Innovation ist eine evolutionäre, die Produkte verbessert oder weiterentwickelt. Disruptive Innovationen und Technologien erfinden also die Spielregeln in einem gewissen Markt neu. Nicht alles, was im Moment als „disruptiv“ bezeichnet wird, ist dabei wirklich eine disruptive Technologie.

CANCOM.info: Wie verändern disruptive Technologien den Markt und welche Chancen und Risiken entstehen dadurch für Unternehmen?
Rudolf Hotter: Das Risiko disruptiver Technologien besteht in erster Linie darin, dass bestehende Prozesse oder Produkte abgelöst, ja regelrecht hinfällig werden. Gleichzeitig liegt hierin aber auch die große Chance zu Neuem. Wichtig dafür ist, dass die Produktentwicklung agil ist und sich rechtzeitig mit den neuen Technologien beschäftigt, anstatt auf Erfahrungswerte anderer zu warten. Genau dann, wenn bestehende Produkte durch neue Technologien bedroht werden, lohnt sich die Investition in Innovation und Produktentwicklung besonders. Nichtsdestotrotz sollte man alle Erfahrungswerte nutzen, die man bekommen kann, auch die externen.

CANCOM.info: Wie können Unternehmen disruptive Technologien frühzeitig von kurzzeitigen Trends unterscheiden?
Rudolf Hotter: Der Unterscheidung, ob Eintagsfliege oder disruptive Technologie können sich Unternehmen durch mehrere Ansätze nähern. Einer davon sind mit Sicherheit regelmäßige Investitionen in Innovation, Forschung und Entwicklung. Selbst wenn nur ein Bruchteil der Ergebnisse tatsächlich zum Einsatz im Produkt kommt, sind die Erfahrungen aus den Entwicklungsprozessen Gold wert, um das wirkliche Business-Potenzial scheinbarer Innovationen frühzeitig einschätzen zu können.
Doch auch die Erfahrungswerte anderer Unternehmen können Ihnen Antworten liefern. Arbeiten Sie mit einem Digitalisierungspartner wie CANCOM zusammen, teilt Ihr Ansprechpartner seine Erfahrungen mit Ihnen und evaluiert gemeinsam mit Ihnen, wie wichtig eine neue Technologie in Ihrem individuellen Fall tatsächlich ist oder sein wird.
Nicht zu unterschätzen ist ebenfalls die pragmatische Vorgehensweise zur Unterscheidung zwischen Trend und echter Innovation: Probieren Sie es einfach aus! Prototyping oder der Roll-out in definierten Testbereichen deckt oftmals schnell und kostengünstig das tatsächliche Potenzial neuer Technologien auf. Um diese Tests effizient abzubilden, sind Sie mit einem erfahrenen Digitalisierungspartner an Ihrer Seite ebenfalls gut aufgestellt.

CANCOM:info: Welche Voraussetzungen braucht ein Unternehmen, um sich erfolgreich zu digitalisieren? Welche Rolle spielen Größe, Branche, Mitarbeiter oder eine innovative Unternehmenskultur?
Rudolf Hotter: Erstmal ist der Wille zur Digitalisierung ein unerlässlicher Erfolgsparameter. Digitale Transformation muss als Chance begriffen werden, nicht als Bedrohung – und das nicht nur von der Vorstandsebene, sondern von jedem Mitarbeiter. Veränderung macht vielen erstmal Angst. Deshalb liegt es an der Unternehmensleitung und den Führungskräften, das digitale Mindset zu jedem Mitarbeiter zu transportieren. Was die Unternehmensgröße angeht, gibt es keine konkreten Voraussetzungen. Ein kleines Unternehmen ist agil, hat kurze Wege, kann Prozesse und Technologien schnell implementieren – dafür ist das Investitionsvolumen meist begrenzt. Bei großen Organisationen hingegen ist es genau anders herum: Sie hätten oftmals die nötigen Ressourcen. Dafür wird die Digitale Transformation oftmals durch Hierarchien, lange Entscheidungswege und komplexe Roll-out-Prozesse ausgebremst. Grundsätzlich ist es jedoch für alle Unternehmensgrößen und Branchen gleichermaßen möglich und unverzichtbar, die Digitale Transformation anzugehen.

CANCOM.info: Inwiefern kann CANCOM Unternehmen bei der Digitalen Transformation unterstützen?
Rudolf Hotter: Digitalisierungspartner wie CANCOM begleiten Sie von Ihrem individuellen Ausgangspunkt bis hin zur individuellen Zielsetzung und –erreichung. Als Digital Transformation Partner behalten wir für Sie den Überblick in der komplexen Digitalwelt und konzentrieren uns auf das, was für Sie wirklich Business-Mehrwerte schafft. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen IT-Unternehmen wie CANCOM hat dabei nicht nur den Vorteil, dass Sie von der Hardware bis zum Projektmanagement alles aus einer Hand bekommen. Durch unsere herstellerunabhängige Beratung erhalten Sie auch genau das, was tatsächlich nachhaltig zu Ihrem Geschäftserfolg beiträgt.

Hintergrund zum Experten

Wie Unternehmen eine erfolgreiche Digitalisierung realisieren, verrät Rudolf Hotter im Interview.

Rudolf Hotter, Vorstand (COO) von CANCOM (Bild: CANCOM)

Rudolf Hotter war 1984 einer der Gründer und CEO der Computer Partner AG. Nachdem die EINSTEINet die Computer Partner AG im Jahr 1999 übernahm, wurde er dort COO und später CEO.

Seit 2005 ist Rudolf Hotter Mitglied des Vorstands der CANCOM SE. Als COO verantwortet er das operative Geschäft des CANCOM Konzerns.

 

Quelle Titelbild: Jag_cz/ Adobe Stock

Hier schreibt CANCOM.info Redaktion für Sie

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