18. Oktober 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Zeitgemäße Datensicherung: So funktioniert es

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Angesichts zunehmender Cyberangriffe sind Bandlaufwerke für das Sichern und Wiederherstellen von Daten vielfach zu langsam und nicht mehr zeitgemäß. Auch andere Strategien greifen nur im begrenzten Maße. CANCOM.info nennt fünf Funktionen, die Backup und Recovery heute haben müssen.  

Viele IT-Verantwortliche schwören für die Datensicherung immer noch auf Bandlaufwerke, zumindest für das externe Backup. Doch die Wiederherstellung der Daten dauert damit oft Stunden. Eine inkrementelle Sicherung der neu hinzugekommenen oder zuletzt geänderten Datensätze führt bei Bandspeichern zu Problemen. Ansätze wie eine hardware- oder softwareseitige Deduplizierung sind auch nur begrenzt wirksam.

3-2-1-Strategie: Zunehmende Bedeutung der Cloud als Speicherort

Daher geht der Trend nach der 3-2-1-Strategie laut Storage Insider immer mehr in Richtung Cloud als zusätzlichen Speicherort. Die 3-2-1-Merkregel besagt:

3- Mindestens drei Kopien der Daten und Anwendungen vorhalten und die dritte Kopie für die Wiederherstellung nutzen.

2- Die Daten mindestens auf zwei verschiedene Arten von Speichermedien sichern. Die Public Cloud als Speichermedium für eine der drei Kopien verringert das Risiko, dass ein einzelner Vorfall den Zugriff auf geschäftskritische Daten gefährdet.

1- Ein Backup an einem externen Standort vorhalten, damit eine Feuersbrunst oder eine andere Katastrophe nicht zu einem kompletten Datenverlust führt. Das externe Backup in der Cloud verringert das Risiko deutlich.

Die meisten Backup-Architekturen halten sich laut einem 60-Seiten-Kompendium des Magazins an diesen 3-2-1-Ansatz. Für kurzfristige Backup- und Recovery-Vorgänge setzen sie dabei auf primäre Speicher, auf einem sekundären Medium wird eine redundante Kopie angelegt. Gerade in Zeiten massiver Ransomware-Angriffe erhalte dieses Prinzip wieder mehr Gewicht. Erfahrungen hätten dabei gezeigt, dass das reine Spiegeln von Daten in einem geschlossenen System kein Ersatz für Backup ist, so der Storage Insider in der Abhandlung mit dem Titel „3-2-1, die Backup-Strategie gegen Datenverlust“.

Jedes Backup ist besser als keines

Das Handelsblatt beruft sich in einem Artikel zum Thema Backup für jedermann auf einen c’t-Beitrag, der auch für private Zwecke zu der 3-2-1-Regel rät. Jedes Backup sei besser als gar keines. PC Welt geht in einem umfassenden Artikel über Daten- und Zugriffssicherheit auf die Möglichkeit ein, das Backup automatisch über einen Netzwerkspeicher laufen zu lassen und zum Beispiel eine USB-Festplatte als NAS (Network Attached Storage) zu verwenden.

Die Computerwoche hat unter dem Titel „Alles sicher(n) in der Cloud“ fünf Backup-Systeme von Cloud-Anbietern miteinander verglichen und nennt dabei Vor- und Nachteile einer Cloud-Sicherung.

Die Vorteile sind: Keine Notwendigkeit, eigene Speichersysteme und -Medien bereitzustellen; keine Beschränkung in Bezug auf Speicherplatz; besser kalkulierbare Kosten, weil der Kunde nur nach Speicherplatz bezahlt; hohe Sicherheit der Daten, weil sie in besonders geschützten Rechenzentren gehostet werden.

Die Nachteile und Herausforderungen sind: Sichere und stabile Internetverbindungen sind unabdingbar; die Sicherung in der Cloud braucht einen vertrauenswürdigen Provider, möglichst mit Datensicherung in Deutschland oder Westeuropa; die Übertragungssicherheit sollte im Idealfall über eine End-to-End-Verschlüsselung erfolgen, sodass auch die Systemspezialisten des Providers die Daten nicht einsehen können.

Die fünf „Must Haves“

Zusammengefasst sind für die Archivierung, sprich für die dauerhafte Datensicherung, folgende fünf Funktionen unverzichtbar:

  1. Incremental forever: Bei dieser Datensicherung wird nur das erste Mal ein vollständiges Backup gemacht. Danach erfolgt „für immer“ nur noch eine inkrementelle oder schrittweise Sicherung der Daten gemäß der letzten Ergänzungen oder Änderungen. Neue Lösungsansätze haben dabei deutliche Verbesserungen gebracht.
  2. Instant Recovery: Die Sofortwiederherstellung der Daten ist laut TechTarget SearchStorage eine Disaster-Recovery-Funktion, die voraussetzt, dass die Daten zum Beispiel als Backup-Snapshots virtuell auf einem Sekundärsystem zur Verfügung stehen. Neue Technologien ermöglichen es, dass die Daten aus dem Backup sowohl lokal als auch in der Cloud wiederhergestellt werden können.
  3. Cloud: Cloud-Technologien verändern die Sicherung und Wiederherstellung von Daten auf vielfältige Weise. Anwendungsmöglichkeiten sind die Langzeit-Retention oder -Datenvorhaltung, Disaster Recovery (die Notfall-Wiederherstellung) und Anwendungstests.
  4. Orchestrierung: Eine vollständige Wiederherstellung kann bei großen Datenmengen mit herkömmlichen Mitteln Tage oder sogar Wochen dauern. Mit fortschrittlichen Orchestrierungswerkzeugen, die verschiedene Dienste zusammenführen, können die Prozesse für das Recovery oder gar Disaster Recovery automatisiert werden.
  5. Tiefe Anwendungsintegration: Um den Datenzugriff nicht zu verzögern, sollte über eine tiefgehende Integration der Anwendungen sichergestellt werden, dass alle zu sichernden Daten ohne Konsistenzprüfung oder Durchlaufen anderer Prozesse sofort verfügbar und zugänglich sind.

 

Quelle Titelbild: kynny / iStock

Hier schreibt Carla Bösl für Sie

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