16. November 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

DSGVO & internationaler Datenaustausch: Der Mittelstand hinkt hinterher

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Die EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wird im Mai 2018 rechtswirksam – bis dahin haben Unternehmen noch Zeit, ihre Datenschutzrichtlinien DSGVO-konform aufzubereiten. Wie eine aktuelle Umfrage belegt, hat fast die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen noch nicht mit der Umsetzung des Gesetzestextes angefangen. Dazu kommt eine neue Rechtsunsicherheit für internationalen Datenaustausch, die gravierende Folgen haben könnte.

Im Mai 2018 endet die Übergangsfrist für die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Es bleibt also nicht mehr viel Zeit, um sein Unternehmen auf die neue Gesetzeslage vorzubereiten. Wer die neuen Richtlinien nicht umsetzen kann, muss mit hohen Strafen rechnen – CANCOM.info berichtete. Um einen Einblick in die aktuelle Situation und die Aktivitäten von deutschen Organisationen zu erhalten, hat IDC im August diesen Jahres 251 Unternehmen und Organisationen in Deutschland mit mehr als 20 Mitarbeitern befragt. Die Zahlen sind verblüffend.

Die Umfrage stellt heraus, dass fast die Hälfte (44 Prozent) aller befragten Unternehmen angeben, noch keine konkreten Maßnahmen zur Umsetzung der DSGVO getroffen zu haben. 41 Prozent aller Unternehmen haben bereits vereinzelte Maßnahmen umgesetzt. Lediglich 15 Prozent geben an, vollständig compliant zu sein. Vor allem der Mittelstand scheint hinterher zu sein: 40 Prozent der Befragten aus diesem Bereich gaben an, dass sie skeptisch sind, alle Maßnahmen bis zur gesetzten Frist umsetzen zu können.

„Dieses Ergebnis ist alarmierend“, sagt Laura Hopp, Consultant bei IDC, in einer Pressemitteilung des Unternehmens. „Wir gehen davon aus, dass Unternehmen, die erst jetzt damit beginnen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, mindestens neun Monate in Verzug sind. Es bleibt abzuwarten, ob die Firmen diese Herkulesaufgabe bis zum 25. Mai 2018 noch stemmen können“, so Hopp weiter.

Wie Sie die Herausforderungen der DSGVO meistern können, erfahren Sie hier. Das kostenlos zum Download verfügbare juristische Dokument gibt Ihnen einen leicht verständlichen Überblick über die wesentlichen Inhalte der DSGVO. Außerdem werden anhand eines Fahrplans die einzelnen Schritte beschrieben, die für die Umsetzung der DSGVO nötig sind.

Neue Rechtsunsicherheit für internationalen Datenaustausch

Unterdessen sorgt eine Klage für Unsicherheit im internationalen Datenaustausch. Wie die Computerwoche berichtet, hat der Oberste Irische Gerichtshof den Europäischen Gerichtshof aufgerufen, die Wirksamkeit der EU-Standardvertragsklauseln zu prüfen. Diese sind eine Rechtsgrundlage, mit der personenbezogene Daten aus der EU heraus in Drittstaaten wie die USA übermittelt werden können.

Möchte ein Unternehmen personenbezogene Daten an einen Ort außerhalb der Europäischen Union übertragen, werden nicht nur die üblichen Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen (zum Beispiel die Einwilligung des Datensubjekts oder eine gesetzliche Erlaubnis) benötigt, sondern auch zusätzliche Gewährleistungen eines angemessenen Datenschutzniveaus im verarbeitenden Land.

Wie der Digitalverband Bitkom in einer Umfrage festgestellt hat, nutzt die große Mehrheit deutscher Unternehmen Standardvertragsklauseln bei ihren Datentransfers. Jedes zweite deutsche Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern (54 Prozent) übermittelt personenbezogene Daten in die USA – acht von zehn (79 Prozent) nutzen diese Rechtsgrundlage dafür. Auch die DSGVO referenziert explizit die Standardvertragsklauseln als möglichen Weg zur Compliance. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs wird daher auch in dieser Hinsicht relevant sein.

 

Quelle Titelbild: alexsl/iStock

Hier schreibt Klaus Hauptfleisch für Sie

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