7. Dezember 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren
IDC FutureScape-Bericht

IT von morgen: Das erwartet Sie 2018 – und darüber hinaus

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Im Zuge der Digitalen Transformation werden viele Entwicklungen der letzten Jahre weiter an Fahrt aufnehmen. Die Marktforscher von IDC rechnen für die nahe Zukunft mit der verstärkten Nutzung von künstlicher Intelligenz, Augmented Reality, der Blockchain und Cloud-Services.

Wie zu jedem Jahreswechsel überschlagen sich die Prognosen für die nahe Zukunft, wobei diejenigen von IDC und Gartner in der IT-Welt besonderes Gewicht haben. Gartner hat mit den Megatrends für 2018 vorgelegt (CANCOM.info berichtete). Inzwischen hat auch die IDC ihren FutureScape-Bericht mit den Erwartungen für die künftigen Entwicklungen in der IT-Branche veröffentlicht.

Zweite Phase der „Dritten Plattform“ voll im Gang

Laut IDC befindet sich die sogenannte Dritte Plattform, die vor zehn Jahren mit Cloud- und Mobile-Computing, Big Data Analytics und Social Media eingeläutet wurde, bereits mitten in ihrer zweiten Phase und nimmt mit Innovationsbeschleunigern wie dem Internet der Dinge (IoT) sowie Augmented und Virtual Reality (AR/VR) zusätzlich an Fahrt auf.


Hintergrund: Die Erste Plattform war vor allem von Mainframes und Terminals geprägt. Die Zweite Plattform begann etwa Mitte der 1980er Jahre mit der Einführung der Personal Computer (PC).


Anwachsende Innovationskraft

Neuen Schub erhält die zweite Phase der Dritten Plattform nun laut IDC durch eine exponentiell anwachsende Innovationskraft, „befeuert durch Plattformen, offene Innovations-Ökosysteme, massives Datensharing und Modernisierung, hyperagile Bereitstellungstechnologien für Applikationen und eine wachsende Zahl von Menschen, die an der Entwicklung digitaler Lösungen arbeiten“ – so heißt es in der deutschen Pressemeldung von IDC. Hinzu kämen die Blockchain-Technologie als verbesserte Ausgangslage für digitales Vertrauen, eine wachsende Zahl von Dienstleistungen und Lösungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), eine zunehmende Vielschichtigkeit von Mensch-Maschine-Schnittstellen sowie ein vielfältigeres Angebot an Cloud-Services.

IT-Trends: Die zehn IDC-Prognosen im Überblick

IDC hat zehn Top-Prognosen für die IT-Nutzung ausgemacht, die teilweise nur große Aktienunternehmen aus der Liste der Forbes Global 2000 betreffen. Viele Punkte sind allerdings auch für mittelständische Unternehmen sehr interessant.

  1. Zunehmende Digitalisierung der Wertschöpfung
    Bis 2021 wird mindestens die Hälfte der globalen Wertschöpfung digitalisiert sein. Unternehmen, die bei der Digitalisierung ihrer Angebote und Prozesse nur schleppend vorankommen, werden sich zunehmend abgehängt sehen und ihre Marktchancen nicht nutzen können. Da die Zeit drängt, müssen verstärkte Anstrengungen in Richtung Digitalisierung erfolgen.
  2. Unternehmensweite Plattform-Strategie
    Bis 2020 werden 60 Prozent aller Unternehmen eine voll ausgeprägte, unternehmensweite Plattform-Strategie hinsichtlich der digitalen Transformation entwickelt haben, um ihre IT auf neue Beine zu stellen. Damit steigen auch die Chancen, in den nächsten drei bis vier Jahren zu einer „Digital-Native Enterprise“ zu werden, also zu einem Unternehmen, in dem die Digitalisierung praktisch in Fleisch und Blut übergegangen ist.
  3. Anstieg der Investitionen in Cloud Computing
    Bis 2021 werden die Investitionen für Cloud-Dienste und Cloud-Infrastruktur auf 530 Milliarden Dollar ansteigen. 90 Prozent der Unternehmen werden bis dahin multiple Cloud-Services und -Plattformen nutzen.
  4. Vermehrte Anwendung von Künstlicher Intelligenz
    Bis 2019 werden 40 Prozent aller Initiativen rund um die Digitale Transformation in mehr oder weniger hohem Maße KI-Technologie nutzen. KI wird bis 2021 in 75 Prozent der Unternehmensanwendungen zum Einsatz kommen.
  5. Steigende Relevanz hyperagiler Architekturen
    Bis 2021 wird ein Großteil der Unternehmensanwendungen in sogenannte hyperagile Architekturen überführt sein. Prognosen zufolge werden dabei 90 Prozent der Applikationen auf Cloud-Plattformen (Platform as a Service oder kurz PaaS) laufen, die Microservices und Cloud-Funktionen nutzen. Hyperagile Bereitstellungstechnologien kommen unter anderem auch der Skalierbarkeit, Flexibilität und Mobilität der Unternehmensanwendungen entgegen. Das wird die Zahl der Anwendungen und Microservices um das bis zu zehnfache Volumen anschwellen lassen. Angetrieben werde die Entwicklung durch eine neue Generation von branchenspezifischen digitalen Lösungen.
  6. Diversifizierung der Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine
    Bis 2020 wird es zu einer Ausweitung der Mensch-Maschinen-Schnittstellen kommen, wobei jeweils 25 Prozent der Außendienst- und Wissensarbeiter (Info oder Knowledge Worker) mit Augmented Reality-Technologie arbeiten werden. Außerdem sollen bis dahin nahezu 50 Prozent der neuen mobilen Apps überwiegend sprachgesteuert sein. Sprachsteuerung beginne, sich zum Standard-Interface für eine Reihe von Smartphone-Apps für Unternehmen zu entwickeln.
  7. Blockchain-Dienste als Grundlage für Digital Trust
    Bis 2021 werden mindestens 25 Prozent der Global 2000-Unternehmen im großen Umfang Blockchain-Dienste als Grundlage für digitales Vertrauen nutzen. Blockchain-Netzwerke werden bis 2020 bei 30 Prozent aller großen Hersteller und Einzelhandelsunternehmen sowie bei 20 Prozent führender Gesundheitsorganisationen zum Einsatz kommen.
  8. Hochwertige Daten als Schlüsselfaktor
    Bis 2020 werden den Prognosen zufolge 90 Prozent der großen Unternehmen bereits Umsätze mit Data as a Service machen. Die Fähigkeit, hochwertige Daten nicht nur selbst zu nutzen, sondern zum Teil auch zu vermarkten, wird laut IDC schon bald zum Gradmesser für die Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Hochwertige Daten werden auch ein wichtiges Schlüssselelement zur Wertbestimmung eines Unternehmens sowie seiner Stellung in der digitalen Welt sein.
  9. „Jeder“ ist ein Entwickler
    Dank Verbesserungen bei einfachen Entwicklungstools (low-code/ no code) wird die Entwicklung von Programmen und Applikationen künftig so vereinfacht werden, dass hierzu theoretisch jeder Mitarbeiter in der Lage ist. Die Folge: Laut IDC wird die Zahl der Entwickler ohne Technikhintergrund in den kommenden 36 Monaten dramatisch ansteigen.
  10. Steigende Bedeutung von Programmierschnittstellen
    Bis 2021 werden über 50 Prozent aller Global-2000-Unternehmen durchschnittlich ein Drittel ihrer digitalen Dienstleistungen über offene Schnittstellen zur Anwendungsprogrammierung (API) realisieren. Die großen Unternehmen werden dadurch in die Lage versetzt, die Verbreitung ihrer digitalen Plattformen und Services über Drittanbieter abzuwickeln. IDC geht davon aus, dass die Pioniere der Digitalen Transformation ihren Fokus in den kommenden drei Jahren auf offene API-basierte externe Entwickler-Communities und Vertriebsnetze lenken werden.

 

Quelle Titelbild: © Petar Chernaev/iStock

Hier schreibt Klaus Hauptfleisch für Sie

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