21. Februar 2018 | pArtikel drucken | k1 Kommentar

Industrie 4.0 in der Lackiererei: ein entscheidendes Wettbewerbskriterium

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Dass die Digitalisierung die Industrie grundlegend verändert, ist allgemein bekannt. Dies betrifft auch Bereiche, die in der Öffentlichkeit wenig präsent sind.

Ein solcher Bereich ist die Lackierindustrie. Auch hier geht der Trend hin zu automatisierten, digitalisierten und miteinander vernetzten Anlagen. Die „Lackiererei 4.0“ soll besonders zu mehr Qualität, Flexibilität und Effizienz führen – und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichern.

Wie sich die Digitalisierung konkret auf die Branche auswirkt, zeigt CANCOM.info anhand zweier Beispiele.

1. Einsatz von Lackierrobotern

Eine wesentliche Aufgabe von Lackierrobotern ist es, automatisiert Lack aufzulegen. Von deren Einsatz profitieren Unternehmen in mehrfacher Hinsicht.

Zum einen lackieren die Roboter präzise und zuverlässig: Sie passen sich kontinuierlich der Geometrie der jeweiligen Teile an und können den Spritzstrahl zentimetergenau steuern. Dies gewährleistet eine gleichbleibend hohe Qualität.

Zum anderen können Unternehmen dadurch ihre Betriebskosten senken. Sie benötigen weniger Personal und können zudem Lackmaterialen einsparen: Indem die Roboter in der Lage sind, zentimetergenau zu lackieren, setzen die Roboter die vorhandenen Lackmaterialien effizient ein – wodurch weniger Lack verbraucht wird.

2. Digitales Farbtonmanagement

Weiterhin beeinflusst die Digitalisierung die Farbmischung. Diese wird zunehmend digital, über eine spezielle Software, durchgeführt.

Hierfür wird zunächst die Farbe einer bestimmten Oberfläche gemessen – mithilfe eines elektronischen Farbmessgerätes. Mit dem Computer lässt sich die Messung anschließend verarbeiten und mit der digitalen, auf Cloud Computing basierenden und weltweit stets aktuellen Farbtonsammlung abgleichen.

Ausgemischt wird der entsprechende Farbton entweder manuell oder auch vollautomatisch – beispielsweise mit einem Daisy Wheel. Da der komplette Vorgang (Verarbeitung, Abgleichung, Auswahl) digital erfolgt, ist jede Messung abgespeichert und damit lückenlos nachvollziehbar.

CANCOM bietet All-in-One-Workstation für Lackierbetriebe

In Zusammenarbeit mit Axalta hat CANCOM mit dem ColorKiosk eine Lösung entwickelt, die es Lackierbetrieben und Werkstätten ermöglicht, einen wichtigen Baustein der „Lackiererei 4.0“ umzusetzen: das digitale Farbtonmanagement. ColorKiosk ist eine hochmoderne und standardisierte All-In-One-Workstation, die Rechner, LED-Monitor, Barcodescanner und elektronische Waage für die Farbanmischung vereint.

In Kombination mit einem modernen Farbtonmessgerät können etwa Kfz-Werkstätte direkt vom Fahrzeug aus die Messung mit der cloudbasierten Farbtonmanagement-Software von ColorKiosk abgleichen – und darauf basierend die am besten passende Farbrezeptur anmischen. Im Falle von Reklamationen, zum Beispiel wenn ein Kunde mit der Farbauswahl unzufrieden ist, lässt sich der komplette Vorgang der Messung nachverfolgen, da jede Messung gesichert wird. Damit kann die Situation schnell gelöst werden.

Die Software von ColorKiosk läuft dabei im gesicherten Modus. Dies gewährleistet ein hohes Sicherheitsniveau und die Mitarbeiter können sich bei ihrer Arbeit auf das Wesentliche konzentrieren: dem digitalen Mischen der Farben.

Kooperation mit Axalta weiter ausgebaut

Um die Digitalisierung in den österreichischen KFZ-Werkstätten und Lackierbetrieben voranzutreiben, wurde die Kooperation von Axalta und CANCOM weiter ausgebaut. CANCOM ist nicht nur für die Erstinstallation des ColorKiosk zuständig, sondern übernimmt auch den Vor-Ort-Support sowie den Austausch von defekter Hardware bis zum nächsten Arbeitstag – und das über eine Laufzeit von 5 Jahren hinweg.

Auf diese Weise müssen sich Unternehmen keine Gedanken mehr über den Betrieb von ColorKiosk machen. Denn sollte ein Problem mit der Lösung auftauchen, kümmert sich CANCOM darum. So können sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft fokussieren.

Hier ist die All-in-One-Workstation bereits im Einsatz

Als erstes Unternehmen in Österreich hat der Karosserie- und Lackbetrieb Tschernigg im November 2017 die Lösung ColorKiosk eingeführt – und damit die „Lackiererei 4.0“ eingeleitet. Die Geschäftsführerin Cornelia Kassmannhuber-Tschernigg hebt besonders die Möglichkeit hervor, bei einem Problem mit der All-In-One-Workstation sofort Supportleistungen zu erhalten. Dies erleichtere den Arbeitsalltag enorm.

Tschnernigg war indes erst der Anfang: Aktuell wird ColorKiosk in Lackierbetrieben in ganz Österreich eingeführt.

Quelle Titelbild: © anekoho/stock.adobe.com

 

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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