1. Februar 2018 | pArtikel drucken | kKommentieren

Industrie 4.0: Studie entkräftet Vorbehalte

Besonders der Mittelstand steht der Industrie 4.0 noch eher skeptisch gegenüber. In einer aktuellen Studie haben die Marktforscher von PAC und der IT-Dienstleister Reply die am meisten verbreiteten Vorbehalte gesammelt und versucht, diese zu entkräften. CANCOM.info stellt drei Vorbehalte vor.

Die Industrie 4.0,  die auch als vierte industrielle Revolution bezeichnet wird, bereitet vielen kleineren Produktionsbetrieben Sorge. Viele befürchten, dass sie die Kosten nicht stemmen können und die angebotenen Lösungen oder Konzepte an der Praxis vorbeigehen.

Oftmals sind die Bedenken nicht unbegründet, können aber bei näherer Betrachtung relativiert werden. Besonders sollten die Vorbehalte kein Grund sein, sich überhaupt nicht mit dem digitalen Wandel in der Industrie zu beschäftigen – davon ist der IT-Dienstleister Reply überzeugt. Zusammen mit dem Marktforschungsinstitut PAC hat Reply laut einem Bericht der Computerwoche nun die größten Bedenken vorgestellt – und anschließend versucht, diese zu relativieren.

Vorbehalt 1: Industrie 4.0 ist hauptsächlich für Großunternehmen relevant

Tatsächlich stand Industrie 4.0 lange in der Kritik, vornehmlich auf große Industrieunternehmen zugeschnitten zu sein. Das hat sich aber mittlerweile geändert. So hat sich gezeigt, dass die Digitalisierung gerade mittelständischen Industrieunternehmen dabei helfen kann, Wettbewerbsvorteile gegenüber Großunternehmen zu halten oder auszubauen. Dazu gehört beispielsweise eine ausgeprägte Kundennähe.

Das spiegelt sich auch in einer PAC-Umfrage wider, bei der 50 deutsche Fertigungsunternehmen, davon 58 Prozent mit 500 bis 2.499 Mitarbeitern, befragt wurden. Demnach sind sowohl Mittelständler als auch Großunternehmen bereit, mehr in einen zentralen Baustein zur Umsetzung der Industrie 4.0 zu investieren: der Entwicklung von IoT (bzw. Internet of Things)-Projekten.

Vorbehalt 2: Industrie 4.0 ist alter Wein in neuen Schläuchen

Viele mittelständische Unternehmen verweisen zwar mit Recht darauf, dass sie große Teile der Produktion schon automatisiert in ein lokales MES (Manufacturing Execution System) integriert haben. Doch mit der Industrie 4.0 sind nicht nur Effizienzsteigerungen realisierbar. Die Digitalisierung erlaubt Industrieunternehmen zum Beispiel auch, ihre Produktionsanlagen besser zu verstehen und aufkommende Probleme wie Produktionsstörungen so frühzeitig zu identifizieren, dass kein Schaden für den Betrieb entstehen kann. Stichwort Predictive Maintenance.

Dies wird vor allem durch eine konstante Datensammlung und -analyse ermöglicht – die Daten werden dabei von miteinander vernetzten Geräten (IoT) produziert. Dank der Datenanalyse lassen sich wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Wie eben, an welchen Stellen der Produktion künftig Störungen auftreten werden und wie sich diese proaktiv verhindern lassen.

Auch die aktuelle Erhebung der PAC zeigt, dass sich Unternehmen nicht nur aus Gründen der Effizienzsteigerung für die Industrie 4.0 interessieren. Mit über 50 Prozent ist etwa die Verbesserung der Lieferkette ebenfalls eine zentrale Motivation.

Vorbehalt 3: Industrie 4.0 dient vor allem der Kostensenkung in der Produktion

Alle Produktionsbetriebe haben natürlich Interesse daran, in der Fertigung die Effizienz zu steigern und die Kosten zu senken. Im Zusammenhang mit der Industrie 4.0 konzentriert sich daher die Argumentation zunächst auf die Erzielung von Kostenersparnissen in der Produktion.

Tatsächlich ist die Kostensenkung für 86 Prozent der deutschen mittelständischen Industrieunternehmen laut der PAC-Umfrage das Hauptargument, den digitalen Wandel in ihrem Betrieb voranzutreiben. Allerdings bietet Industrie 4.0 weitere Mehrwerte. 72 Prozent der Unternehmen erhoffen sich dadurch Wettbewerbsvorteile, 76 Prozent die Erschließung neuer Umsatzquellen und Geschäftsfelder.

IT-Konzerne wie CANCOM unterstützen Industrieunternehmen dabei, die Digitalisierung, bei gleichzeitiger Gewährleistung eines hohen Sicherheitsniveaus, in ihrem Betrieb umzusetzen – hin zur Industrie 4.0. So bietet CANCOM mit den „Smart Industrial Solutions“ ein ganzheitliches Portfolio, das alle wichtigen IT-Bereiche für die Industrie umfasst. Von IoT & Analytics bis zu Network, Collaboration und Security. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Quelle Titelbild: © zorazhuang/iStock

Hier schreibt Carla Bösl für Sie

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