29. März 2018 | pArtikel drucken | k2 Kommentare

Fachkräftemangel beeinträchtigt die Digitalisierung im Mittelstand

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Laut aktueller Studie ist der Mangel an Fachleuten das größte Hindernis für mittelständische Unternehmen in Deutschland, um sich erfolgreich zu digitalisieren. Vor allem kleinere Mittelständler könnten in eine Abwärtsspirale geraten.

Denn diesen Unternehmen fehle oft das Geld, um etwa Produktion oder Vertrieb zu digitalisieren. Erschwerend komme hinzu, dass sie weniger bekannt seien als größere Mittelständler und deshalb mehr Schwierigkeiten hätten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Das besagt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY). Für die Studie wurden bundesweit 2000 mittelständische Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von 30 bis 2000 sowie einem Umsatzergebnis von 20 Millionen Euro bis einer Milliarde Euro befragt.

Insgesamt gibt jeder fünfte mittelständische Betrieb an, Schwierigkeiten bei der Personalsuche zu haben – weshalb sie nicht oder zu wenig in die Digitalisierung ihres Geschäfts investieren. Tatsächlich wird der Mangel an geeignetem Personal als größtes Problem für die Umsetzung der digitalen Transformation betrachtet. Weitere Probleme, die häufig genannt werden, sind fehlendes eigenes Know-how sowie unzureichende finanzielle Mittel.

Angesichts des Fachkräftemangels spricht Michael Marbler, Partner bei EY und verantwortlich für den Bereich Mittelstand, in der offiziellen Pressemitteilung des Unternehmens von einem „Alarmsignal“.

Mitarbeiter für erfolgreiche Digitalisierung entscheidend

Denn viele befragte Unternehmen würden qualifizierte Mitarbeiter als Schlüssel für eine erfolgreiche Digitalisierung sehen. Eine strategische und moderne Personalpolitik sei folglich immer wichtiger, um die Digitalisierung erfolgreich zu gestalten:

„Es ist ein Alarmsignal, dass inzwischen schon jedes fünfte Unternehmen wegen fehlenden Personals Investitionen in die Digitalisierung nicht im angestrebten Umfang durchführen kann beziehungsweise sogar unterlässt. Gut ausgebildete Fachkräfte sind inzwischen nur noch schwer zu finden, weil der Arbeitsmarkt leergefegt ist. Unternehmen müssen deswegen langfristig planen und mit Voraussicht suchen, ihren Mitarbeitern regelmäßige Fort- und Weiterbildungen anbieten und sich insgesamt als attraktiver Arbeitgeber positionieren“, so Marbler.

Umsetzung der Digitalisierung schreitet unterschiedlich voran

Allerdings weist Marbler auch daraufhin, dass die Umsetzung der Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen sehr ungleich voranschreitet:

„Die digitale Zweiklassengesellschaft verfestigt sich. Einige erfolgreiche Unternehmen nutzen längst beherzt die Chancen, die ihnen digitale Technologien bieten, stellen beispielsweise die Lieferanten- und die Kundenbeziehungen konsequent auf digitale Technologien um und können ihre Marktposition ausbauen. Auf der anderen Seite warten immer noch viele Unternehmen ab und zögern die notwendigen Investitionen hinaus. Die ausbleibende Digitalisierung bei diesen Unternehmen kann sich schnell rächen. Im schlimmsten Fall ist sogar die Existenz in Gefahr, wenn die Unternehmen den Anschluss an den Wettbewerb verlieren oder wenn unerwartet neue Konkurrenten mit digitalen Lösungen auftauchen und etablierte Geschäftsbeziehungen gefährden.“

Der Studie zufolgen werden digitale Technologien am stärksten bei denjenigen mittelständischen Unternehmen eingesetzt, die für 2018 mit drei Prozent Wachstum rechnen. Hier geben 68 Prozent an, dass der Einsatz von digitalen Technologien für sie eine wichtige Rolle spielt. Im gesamten Mittelstand sind es 60 Prozent.

Am wenigsten sei die Umsetzung der Digitalisierung bei kleineren Mittelständlern vorangeschritten: Laut Studie weisen nur 55 Prozent dieser Unternehmen digitalen Technologien eine sehr große oder mittelgroße Rolle zu.

Grundsätzlich gelte: Je stärker mittelständische Unternehmen auf Wachstum ausgerichtet seien, desto stärker würden sie digitale Technologien einsetzen. Außerdem sei das Thema Digitalisierung in größeren Unternehmen relevanter als in kleinen. Trotz dieser Unterschiede bewertet eine große Mehrheit der in der Studie befragten Unternehmen des deutschen Mittelstands (74%) die Digitalisierung als Chance für ihren Betrieb.

Quelle Titelbild: © Mediamodifier/Pixabay

 

 

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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2 Kommentare

  • Die Zahlen machen sehr gut deutlich wo die Probleme liegen. Ich kann das Argument des Fachkräftemangels, der besonders im IT-Bereich stark ausgeprägt ist, nachvollziehen und auch besonders im Fall von kleineren Unternehmen. Auch das größere Unternehmen eher die Ressourcen für eine erfolgreiche und schnelle Digitalisierung zur Verfügung haben, ist logisch. Für mich neu ist die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette, sprich das größere Unternehmen ihre Lieferanten bei der Digitalisierung unterstützen. Hier liegt die Chance für besagte kleine Unternehmen. Denn für mich ist fehlende Investitionsbereitschaft nicht nachzuvollziehen. Schließlich können durch die Digitalisierung Wettbewerbsvorteile und Effizienzsteigerungen erzielt werden. So kann im Vertrieb mittels einer modernen VoIP Telefonanlage wie z.B von pascom (https://www.pascom.net/de/mobydick-voip/) effizienter gearbeitet werden, da Informationen zentral abgelegt und organisiert werden können. Im Zweifel muss der Staat die Digitalisierung fördern und gegebenermaßen „erzwingen“. Die Umstellung auf VoIP ist hierfür das beste Beispiel.

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