16. März 2018 | pArtikel drucken | kKommentieren
Inklusion durch Digitalisierung

Diese 3 Technologien bringen Menschen zusammen

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Technologien können Menschen nachhaltig dabei unterstützen, am Leben in der Gesellschaft teilzuhaben. CANCOM.info zeigt drei sehr unterschiedliche Beispiele, die genau das ermöglichen.

Ob in der Schule, im Job oder in der Freizeit: Die soziale Inklusion ist für Menschen von wesentlicher Bedeutung. Diese ist dann erfüllt, wenn jeder Mensch individuell die Möglichkeit hat, in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Diese drei Technologien können dafür einen wertvollen Beitrag leisten.

1. Roboter als Hilfe für kranke Kinder

Sollten Kinder schwer oder chronisch erkranken, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie für längere Zeit ausfallen – und am gemeinsamen Unterricht in der Schule nicht teilnehmen können. Darunter leidet nicht nur ihr Lernfortschritt. Sie sehen auch viele Schulfreunde nicht, mit denen sie sonst gemeinsam lernen, reden und spielen. Und genau das vermissen viele Kinder, die wegen einer Erkrankung ans Bett gefesselt sind.

Mit kleinen Robotern als Avatare haben Kinder nun die Chance, zumindest virtuell wieder in der Schule zu sein – das berichtet unter anderem Heise online. Seit Anfang März werden einzelne Roboter namens AV1 in Deutschland getestet. Die rund 27 Zentimeter großen und ein Kilo leichten Avatare haben keine Arme oder Beine. Dafür jedoch eine Kamera, einen Lautsprecher und ein Mikofon. Damit können Schüler vom Krankenbett aus den Unterricht individuell und in Echtzeit verfolgen. Steuern lassen sich die Avatare über ein Smartphone oder Tablet.

Auch in den Pausen und auf dem Schulweg ist der AV1 dabei. Durch sein leichtes Gewicht lässt sich der kleine Roboter von anderen Kindern problemlos herumtragen. Auf diese Weise sehen auch erkrankte Kinder ihre Schulfreunde jeden Tag. Dies ermöglicht eine gleichberechtigte Teilhabe am Schulalltag.

2. Applikation für Flüchtlinge

„Ankommen“ – so heißt die App, die gemeinsam vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk entwickelt wurde. Das Ziel ist die möglichst schnelle Integration von Flüchtlingen.

Bereits der Name verrät, um was es geht: Die App ist ein Wegbereiter für Flüchtlinge, die erst vor Kurzem in Deutschland angekommen sind und Orientierung benötigen. Welche gesellschaftlichen Werte werden in Deutschland gelebt? Wie funktioniert das Asylverfahren? Welche Arbeitsmöglichkeiten gibt es?

Mittels App können sich Flüchtlinge auf Arabisch, Englisch, Farsi, Französisch oder Deutsch zu all diesen Fragen Informationen einholen. Außerdem enthält die App einen kostenlosen, multimedialen Deutsch-Sprachkurs. Damit hilft die App den Flüchtlingen, sich so schnell wie möglich in Deutschland zu integrieren.

3. Spracherkennung als Unterstützung für sprach- und gehörlose Menschen

Allgemein fällt es sprach- und gehörlosen Menschen wegen ihrer Behinderung oft schwer, mit nicht gehörgeschädigten Menschen zu kommunizieren. Natürlich ist es möglich, sich Nachrichten via Smartphone zu senden oder handschriftliche Zettel auszutauschen. Aber gerade im Berufsalltag ist das sehr umständlich und kostet viel Zeit. Eine effektive Zusammenarbeit im Team wird so deutlich erschwert – und birgt die Gefahr, dass sprach- und gehörlose Menschen ungewollt aus dem Team ausgeschlossen werden.

Eine professionelle Spracherkennungssoftware kann das verhindern und so die Inklusion der gehörgeschädigten Menschen fördern. Zu diesem Ergebnis kommt unter anderem ein Pilotprojekt, das 2012 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt wurde. Damit lässt sich die Kommunikation zwischen Gehörlosen und Hörenden deutlich beschleunigen – wodurch es möglich ist, sprach- und gehörlose Menschen deutlich besser ins Team zu integrieren.

Dank Spracherkennungssoftware können Hörlose nämlich quasi in Echtzeit mitlesen, was ihnen die Hörenden sagen – weshalb sie in der Lage sind, darauf sofort eine Antwort zu verfassen. Diese Antwort wird dann entweder laut vorgelesen oder mittels Vorleseprogramm, als „virtuelle Stimme“, für die Hörenden in gesprochene Sprache umgewandelt.

© Quelle Titelbild: Daniel Ernst/stock.adobe.com

 

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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