Display ersetzt Papier: Digital Signage in der Fertigung

Informationen in Papierform – wie in vielen Maschinenhallen bis heute üblich – können mit der Digitalisierung und Flexibilisierung der Produktion nicht mehr Schritt halten. Eine Lösung bieten Digital Signage-Lösungen: Diese ermöglichen es, Informationen aus verschiedenen Quellsystemen zusammenzufassen und in Echtzeit bereitzustellen. Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz sind eine maßgeschneiderte Konfiguration, die Verknüpfung mit weiteren Systemen sowie Daten- und Ausfallsicherheit.

Die Digitalisierung beeinflusst längst die Produktion: Flexible Fertigung und optimale Auslastung in der Smart Factory sind die Stichwörter. Um das zu realisieren, benötigen Maschinenbediener und Produktionsplaner sofort verfügbare, aktuelle Informationen. Doch genau hier beginnt das Problem: Denn obwohl praktisch alle benötigten Daten digital vorhanden sind, liegen sie in vielen Produktionshallen nur in gedruckter Form vor – ob in Exceltabellen mit Planungsdaten und Kennzahlen oder als Aushang am Schwarzen Brett.

Dadurch ist eine schnelle Bereitstellung von aktuellen Informationen kaum möglich. So ist es bei jeder Änderung nötig, die Vorgaben zu aktualisieren – was konkret bedeutet, die Vorgaben jedes Mal neu auszudrucken und zu verteilen und die Mitarbeiter anschließend einzuweisen. Dieses Vorgehen ist so zeitaufwendig wie fehleranfällig – und kann langfristig mit der Entwicklung hin zu einer flexiblen Produktion nicht Schritt halten.

Visualisierung von Daten aus unterschiedlichsten Quellen

Doch wie können digitale Informationen stattdessen, also alternativ zum Papierformat, visualisiert werden – um diese quasi in Echtzeit bereitzustellen? Eine Möglichkeit sind Tablets, die auch in Produktionshallen zunehmend Verbreitung finden. Eine andere Lösung ist bisher eher von Bahnhöfen oder Einkaufspassagen bekannt: Die Rede ist von großflächigen Monitoren, die News oder Werbung in sehr hoher Bildqualität anzeigen. Diese werden unter dem Begriff „Digital Signage“ zusammengefasst.

Dass diese Bewegtbilder große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist nur eine Facette. Zudem ermöglichen es Digital Signage-Lösungen, Inhalte aus unterschiedlichen Quellen kontextabhängig zusammenzufassen und über eine zentrale Steuerung in Sekundenschnelle zu aktualisieren. Gerade deshalb sind sie für den Einsatz in der digitalen Fertigung so interessant.

Die Systeme lassen sich interaktiv nutzen. Hierfür werden oft Touchscreens eingesetzt. Allerdings ist es auch möglich, Sensoren, Beacons oder QR-Codes miteinander zu verknüpfen. Über automatisierte Schnittstellen können beliebige Datenformate und verschiedenste Datenquellen eingebunden werden. In Produktionshallen werden vor allem diese Daten erhoben:

  • Kennzahlen aus ERP-Systemen wie SAP
  • Daten zur Maschinenauslastung
  • Bedienungsanleitungen – auch kombiniert mit 3D-Simulationen und Animationen
  • Produktions- und Wartungspläne
  • Soll-Ist-Vergleiche

Die erhobenen Daten lassen sich über Schnittstellen einbinden und in Echtzeit aktualisieren. Mittels Touch-Displays wird es Maschinenbedienern ermöglicht, die jeweils relevanten Daten mit nur wenigen Klicks aufzurufen – anstatt lange danach zu blättern. Auch für das Schwarze Brett typische Informationen wie Betriebsrataushänge, Informationen der Geschäftsleitung oder Sicherheitshinweise können so eingebunden werden.

Lehrwerkstätten melden bereits Bedarf an: Auszubildende können dann per Tablet auf alle Anleitungen zugreifen und ihre Tests gleich online absolvieren. Die Ausbilder wiederum arbeiten mit digitalen Whiteboards.

Mittels Digital Signage haben Unternehmen also die große Chance, nicht nur Zeit und Aufwand zu sparen sondern auch Übertragungsfehler zu minimieren. Doch worauf sollten Unternehmen bei der Einführung von Digital Signage in der Produktion achten?

Die Digital Signage-Lösung muss genau zum Unternehmen passen

Ganz wichtig: Das künftige Gesamtsystem muss exakt auf den Unternehmensbedarf zugeschnitten und richtig konfiguriert sein. Die verwendete Hardware sollte natürlich Industriestandards entsprechen sowie Staub, Spritzwasser und aggressiven Reinigern widerstehen. Auch die Bedienbarkeit mit Handschuhen sollte bei Bedarf möglich sein.

Ist die passende Hardware gefunden, gilt es für Unternehmen, die passende technische Plattform auszuwählen. Hierfür muss klar sein, wie die einzelnen Prozesse in der Produktion und Vorbereitung ablaufen und welcher Automatisierungsgrad angestrebt wird.

In den meisten Fällen wird das Digital Signage-Projekt von der Geschäftsleitung oder der IT-Abteilung des Unternehmens angestoßen. Für den Erfolg entscheidend ist, dass bei jedem Projekt zusätzlich die Produktionsverantwortlichen eingebunden werden: Nur sie sind in der Lage, die konkreten Anforderungen und Abläufe zu beschreiben.

Die Gesamtlösung immer vor Augen haben

Digital Signage-Projekte können ergänzt werden. Eine Möglichkeit ist die Implementierung einer Mobile Device Management-Lösung: So lassen sich mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones in ein Signage-System einbinden und verwalten (Bild: CANCOM).

Eine konkrete Anforderungsanalyse ist für Unternehmen die Basis, um nach der besten Digital Signage-Lösung zu suchen. Und das sind nicht immer großflächige Monitore oder Touchscreens. Wenn beispielsweise gefordert ist, Ersatzteile oder Werkzeuge schneller aufzufinden, helfen vor allem virtuelle Brillen, smarte Handschuhe sowie ein Wegeleitsystem. Dabei wird Digital Signage häufig in eine umfangreichere Gesamtlösung integriert.

Je nach Projektanforderung kann eine Digital Signage-Lösung durch weitere Software-Produkte und Services ergänzt werden – beispielsweise mit einer Mobile Device Management-Lösung. Auf diese Weise lassen sich mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones in ein Signage-System einbinden und verwalten.

Ein Anbieter sollte deshalb die Einbindung der Quellsysteme sicher beherrschen und die Gesamtlösung jederzeit im Auge haben. Da Digital Signage in der Regel mit anderen Technologien verknüpft wird, sollte ein Dienstleister im Optimalfall nicht nur Digital Signage, sondern auch weitere Technologien beherrschen und umsetzen können. Ein solcher Dienstleister ist zum Beispiel CANCOM.

Nähere Informationen zu den Digital Signage-Lösungen von CANCOM erfahren Sie hier.

Notwendigkeit der Daten- und Ausfallsicherheit

Datensysteme in den Produktionshallen sind einer breiten „internen Öffentlichkeit“ zugänglich. Dies birgt die Gefahr, dass Daten gestohlen oder missbraucht werden. Um das zu verhindern, müssen Unternehmen Benutzerrollen und -rechte klar definieren. Der Zugriff sollte nur über sichere Verbindungen erfolgen. Sollten die Daten in die Cloud ausgelagert werden, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Partnern, die ISO-zertifizierte Rechenzentren in Deutschland anbieten können.

Damit Produktionsausfälle in jedem Fall vermieden werden, gehören Service Level Agreements sowie die Absicherung über redundante Systeme im Vorhinein zu Digital Signage-Projekten in der Fertigung dazu.

Proof of Concept

In Digital Signage-Projekten wird stets mit einem Proof of Concept (PoC) gearbeitet. Dazu werden einzelne Anwendungsfälle herausgegriffen und parallel zum analogen Betrieb im neuen, digitalen System aufgesetzt. Anschließend folgen ausführliche Testläufe, um die Lösung kontinuierlich zu verbessern – bis sie tatsächlich alle Anforderungen sicher erfüllt.

Der Erfolgsfall ist dann gegeben, wenn die Digital Signage-Lösung nicht nur funktioniert, sondern ein effizientes, übersichtliches und nutzerfreundliches Arbeiten ermöglicht. Papierstapel an der Maschine werden dann überflüssig.

Quelle Titelbild: © industrieblick/stock.adobe.com

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