20. Juli 2018 | pArtikel drucken | kKommentieren

Künstliche Intelligenz: „Game Changer“ für Unternehmen

Bereits vergangenes Jahr bezeichneten die Marktforscher von Gartner die Technologie als Megatrend für 2018, erst kürzlich fanden in Stockholm sechs Konferenzen zum Thema statt, am 18. Juli hat die Bundesregierung dazu ein Eckpunktepapier veröffentlicht: Künstliche Intelligenz (KI) ist aktuell eines der Top-Themen schlechthin. Laut PwC hat KI das Potenzial, zum „Game Changer“ für Unternehmen zu werden.

So würde KI zu gravierenden Änderungen führen: „Künstliche Intelligenz wird zahlreiche Branchen disruptiv verändern. Unternehmen, die sich nicht schnell genug anpassen und die neuen Technologien rasch adaptieren, laufen Gefahr, von agileren und innovativeren Konkurrenten überrundet zu werden“ – wird Christian Kirschniak, Head of Data & Analytics Advisory PwC Europe, in der offiziellen Pressemitteilung zur globalen PwC-Studie „Sizing the prize. What’s the real value of AI for your business and how can you capitalise?“ zitiert.

Besonders etablierte Unternehmen müssten dringend ihre Strukturen überdenken, um konkurrenzfähig zu bleiben. „Denn in fünf oder zehn Jahren werden wir möglicherweise Unternehmen als Marktführer erleben, die heute noch gänzlich unbekannt sind“, so Kirschniak weiter.

Unternehmen profitieren nicht im gleichen Maße

Laut Studie birgt der Einsatz von KI großes wirtschaftliches Potenzial. Ein wichtiger Grund sei, dass durch KI Produkte erstellt werden können, die qualitativ hochwertiger und stärker auf den Kunden zugeschnitten sind. Jedoch geht aus der Studie klar hervor: Das Potenzial ist nicht gleichmäßig verteilt.

Demnach profitieren Unternehmen aus China und den USA am stärksten vom wirtschaftlichen KI-Effekt. Laut PwC wird das BIP der chinesischen Wirtschaft bis 2030 allein durch KI um über 25 Prozent steigen. Für die USA errechnen die Experten einen Anstieg des BIP von knapp 15 Prozent.

Niedriger fallen die Wachstumsraten hingegen für Europa aus: Laut Studie beträgt das erwartete Wachstum des BIP für Nordeuropa rund 10 Prozent. Deutschland steht mit 11,3 Prozent – konkret ist das eine Summe von rund 430 Milliarden Euro – etwas besser da. Denn hier gebe es viele Branchen (wie die Automobilbranche, Anm. d. Red.), die von den Produktivitätssteigerungen durch KI profitieren.

Förderungen sollen Rückstand aufholen

Unterschiedliche Förderungsmaßnahmen sollen den Rückstand von Deutschland und Europa im KI-Bereich, verglichen mit China und den USA, aufholen. Man ist sich einig: Europa könne es nicht leisten, im KI-Bereich zurückzufallen. Schließlich spiele die Technologie für die künftige Wettbewerbsfähigkeit Europas eine wesentliche Rolle. CANCOM.info präsentiert einige Ansätze im Überblick.

1. Eckpunktepapier der deutschen Bundesregierung

Am 18. Juli 2018 hat die deutsche Bundesregierung ein Eckpunktepapier zum Thema KI veröffentlicht. Die Ziele sind ambitioniert: So soll die Erforschung, Entwicklung und Anwendung von KI in Deutschland auf ein weltweit führendes Niveau gebracht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen unter anderem mehr Kompetenzzentren in Deutschland errichtet und mit anderen KI-Instituten in Europa vernetzt werden.

Basierend auf den Eckpunkten, möchte die Bundesregierung bis Ende November 2018 eine „Strategie Künstlicher Intelligenz“ erarbeiten. Hierfür sei es essenziell, den Nutzen von KI für den Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Richtig gestaltet, sei KI ein wichtiger Schlüssel für Wachstum und Wohlstand – so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in der offiziellen Pressemitteilung.

2. Konzept der Europäischen Kommission

Im April diesen Jahres hat die Europäische Kommission ein Konzept zur Förderung der KI-Technologie in Europa veröffentlicht. Dieses sieht vor, die Investionen in KI-Forschung und -Entwicklung im öffentlichen und privaten Sektor bis Ende 2020 um mindestens 20 Milliarden Euro zu erhöhen. Für Startups und Unternehmen sind, ebenfalls bis 2020, zusätzliche Mittel für KI-Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro eingeplant.

Zudem möchte die Kommission bis Ende 2018 ethische Leitlinien für die KI-Entwicklung erarbeiten. Diese sollen auf der Charta der Grundrechte der Europäischen Union beruhen. Hierfür sollen auch Themen wie Datenschutz und Transparenz eine zentrale Rolle spielen.

3. Europäische Initiativen ELLIS und CLAIRE

Sowohl die Initatoren des geplanten Forschungsbündnisses ELLIS (European Lab for Learning & Intelligent Systems) als auch diejenigen von CLAIRE (Confederation of Laboratories for Artificial Intelligence Research in Europe) betonen, wie wichtig KI für die künftige Wettbewerbsfähigkeit Europas ist. Dabei fokussiert sich ELLIS auf den Teilbereich Machine Learning, während CLAIRE einen allgemeinen Ansatz verfolgt.

Die Initatoren des Bündnisses ELLIS heben unter anderem die Bedeutung von KI für viele europäische Unternehmen hervor. Ohne den Einsatz dieser Technologie könnten diese Unternehmen mit der chinesischen oder amerikanischen Konkurrenz künftig nicht mehr mithalten. Die Initiatoren von CLAIRE weisen besonders daraufhin, dass KI sämtliche Aspekte des Lebens und Arbeitens verändern wird. Aus diesem Grund könne es sich Europa nicht leisten, hinter China oder den USA zurückzufallen.

Beide Initiativen verfolgen deshalb das Ziel, die KI-Forschung in Europa deutlich zu intensivieren – auch, um ein Abwandern von Talenten zu verhindern.

Quelle Titelbild: © geralt/Pixabay

 

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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