13. August 2018 | pArtikel drucken kKommentieren
Mobilfunk

5G: Debatte zwischen Bundeskartellamt und Mobilfunkbetreibern gestartet

Das Bundeskartellamt will mit der Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G den Start eines neuen Mobilfunkbetreibers vorbereiten. Telekom und Co. sind dagegen. Die verschiedenen Positionen im Überblick.


In der Diskussion um die Vergabe der 5G-Frequenzen hat sich nun das Bundeskartellamt geäußert, einen vierten Netzbetreiber auf den Weg zu bringen. In einem Interview mit der FAZ meinte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, dass der Markt für Newcomer offen bleiben müsse. Er unterstütze daher die Forderungen nach einem National Roaming, auf das 1&1-Chef Dommermuth im Mai 2018 bereits drängte.

Mit National Roaming könnten sich Mobilfunkgeräte von ihrem Standort aus in das jeweils beste verfügbare Netz einbuchen. Wenn etwa im Heimnetz nur eine Edge-Verbindung vorhanden ist, bei einem anderen Netzbetreiber aber LTE, dann könnte sich das Gerät automatisch in das bessere Netz einwählen.

Vierter Player im Mobilfunk nicht gewünscht

Die Deutsche Telekom ist dagegen skeptisch: „Ein vierter Spieler im Mobilfunk würde dem gesamten Telekommunikationsmarkt Investitionskraft entziehen“, wird Telekom-Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt in einem Artikel von Golem.de zitiert.

Konkurrent Telefónica Deutschland sieht das ähnlich: Infrastrukturprobleme werden nicht mit einem vierten Netz gelöst, die Länder mit den besten Infrastrukturen konzentrieren sich auf drei Netze – heißt es in einem Interview mit O2-Chef Markus Haas im Handelsblatt.

Auch die internationale Telekommunikationsberatung Redburn sieht den Vorschlag eines vierten Players für undurchführbar und zieht einen Vergleich zu den USA. Dort habe das Justizministerium festgestellt, dass eine Konsolidierung von vier auf drei Mobilnetze für einen erfolgreichen 5G-Aufbau notwendig sei.

Im Gegensatz dazu schlägt Horst Lennertz, Ex-CTO von E-Plus, eine radikale Lösung vor: Die Netzbetreiber sollten ihre Ausbaupläne untereinander abstimmen und auf die Bundesländer aufteilen anstatt auf Infrastrukturwettbewerb zu setzen, heißt es in der Wirtschaftswoche.

Um den internationalen Anschluss nicht zu verlieren, ist eine schnelle Umsetzung von 5G in Deutschland erforderlich. Das geht aus einer Studie der Beratungsfirma Roland Berger hervor, die im April 2018 erschien (CANCOM.info berichtete).

5G: Wie geht es weiter?

Die Vergabe der 5G-Frequenzen in Deutschland soll Anfang 2019 stattfinden. Laut dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD soll die Versteigerung zwölf Milliarden Euro einbringen. Doch nach Informationen des Spiegels dürften die Einnahmen weitaus geringer sein als geplant. Grund hierfür seien strenge Auflagen der Bundesnetzagentur, die Milliardeninvestitionen seitens der Netzbetreiber erfordern würden. Deshalb gehe man eher von Einnahmen zwischen zwei und drei Milliarden Euro aus.

Die Bundesnetzagentur will sich am 24. September über die Vergabebedingungen und Auktionsregeln beraten. Diese sollen am 26. November final abgeschlossen werden, wie es in einer Presseerklärung des Bundesverbands Breitbandkommunikation heißt.

Quelle Titelbild: © sasha85ru /stock.adobe.com

Hier schreibt Patrick Füngerlings für Sie

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