3. August 2018 | pArtikel drucken | kKommentieren

Mobile Payment in Deutschland: Kommt jetzt der Durchbruch?

Mittlerweile gibt es in Deutschland einige Internetdienste, die das Bezahlen mit dem Smartphone (Mobile Payment) ermöglichen. Nach dem Start von Google Pay hat der Sparkassenverband vor kurzem reagiert und Anfang der Woche seinen eigenen Bezahldienst gestartet. Und Apple will noch dieses Jahr nachziehen. Tritt das mobile Bezahlen jetzt den Siegeszug an?

Mit ihrer Mobile Payment App „Mobiles Bezahlen“ legen die Sparkassen eine eigene Lösung vor und haben weder Google Pay noch Apple Pay integriert. Die technische Grundlage für das mobile, kontaktlose Bezahlen heißt Near-Field-Communication (NFC). Apple blockt allerdings die NFC-Funktion auf dem iPhone für Bezahldienste. Daher gibt es die App der Sparkassen auch nur für Android. Der frühe Start dient dazu, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, auch weil das Thema mobiles Bezahlen in Deutschland nach wie vor keine große Rolle spielt, wie t3n.de berichtet.

##UPDATE## Seit Montag, 13. August ist es auch für Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken möglich, mittels der „VR-Banking App“ mobil zu bezahlen. iPhone Nutzer bleiben aus den gleichen Gründen wie bei der Sparkassen-App außen vor.

In Chinas Großstädten dagegen kann man bereits problemlos ohne Bargeld bezahlen. Während 2010 noch 61 Prozent aller Einkäufe mit Bargeld bezahlt wurden, hat sich der Anteil innerhalb von sechs Jahren fast halbiert. Das besagt ein Artikel der Neuen Zürcher Zeitung. Demnach ist der Erfolg in China besonders deshalb möglich, da dort lockere Datenschutzbestimmungen herrschen.

Datenschutz- und Sicherheitsbedenken sind hoch

In Deutschland ist das ganz anders: Die datenschutzrechtlichen Hürden sind sehr hoch, dazu kommt das generelle Sicherheitsbedürfnis der Deutschen und ihre Liebe zum Bargeld, wie eine Studie von Oliver Wyman zeigt. Der Bargeldanteil beträgt laut Studie immer noch 48 Prozent – also fast die Hälfte.

Darüber hinaus existieren praktische Alternativen. Warum mit dem Handy bezahlen, wenn man auch kontaktlos mit Giro- oder Kreditkarte zahlen kann? Mobile Payment wird daher als unpraktisch angesehen, da es auch an einer flächendeckenden, händlerübergreifenden Lösung mangelt, wie es in der Umfrage weiter heißt.

Der echte Mehrwert fehlt bislang

Fakt ist: Der große Durchbruch für das mobile Bezahlen ist noch lange nicht erreicht. Einer Studie der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers zufolge haben bisher erst 13 Prozent der Befragten mit dem Smartphone bezahlt. Immerhin könnten es sich 42 Prozent der Befragten vorstellen, demnächst mobil zu bezahlen.

Um bei der Einführung von Mobile Payment-Lösungen erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen daher nicht nur Benutzerfreundlichkeit und Sicherheitsaspekte berücksichtigen, sondern einen echten Mehrwert bieten. Wie die Wirtschaftswoche meldet, muss Mobile Payment dem Kunden als erweiterte Funktion eines bestehenden Produkts vermittelt werden. Denn: „Eigentlich löst Mobile Payment ein Problem, das es nicht gibt“, wird Mobile Payment-Experte Maik Klotz zitiert.

Dieser Ansatz wird beispielsweise in Indien verfolgt. Dort wurde ab Februar diesen Jahres ein Test durchgeführt: So konnten Nutzer als zusätzliches Feature von Whatsapp ihr Konto mit dem Messengerdienst verbinden und darüber bezahlen. Eine Genehmigung der indischen Behörden steht allerdings noch aus.

Quelle Titelbild: © Davizro Photography/stock.adobe.com

Hier schreibt Patrick Füngerlings für Sie

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