28. September 2018 | pArtikel drucken | k1 Kommentar
e-Government

Menschen in Deutschland wünschen sich digitale Verwaltung

Die Digitalisierung der Verwaltung steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Dies führt dazu, dass die Verwaltung den Wünschen der Bürger und Unternehmen hinterherhinkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Bitkom-Studie.

Laut der Studie möchten viele Deutsche ihre Anträge künftig online stellen – und nicht mehr den Weg übers Amt gehen, der als langwierig empfunden wird. Diesen Wunsch äußern 72 Prozent für die An- und Ummeldung des Wohnsitzes, 62 Prozent für die Beantragung des Kindergeldes sowie 45 Prozent für die Anforderung des Personalausweises.

Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass die meisten Anliegen problemlos auch online erledigt werden könnten. An Online-Verwaltungsdiensten schätzen Bürger besonders die Transparenz: Demnach befürworten acht von zehn Befragten die Option, jederzeit den aktuellen Stand und die voraussichtliche Dauer der Bearbeitung online einsehen zu können.

Der Status quo in Deutschland ist allerdings ernüchternd – das betonen die Studienautoren. Nur wenige Behördengänge könnten online abgewickelt werden. Außerdem verlange der Gesetzgeber noch zu häufig den persönlichen Kontakt oder die händische Unterschrift, um bestimmte Anliegen zu bearbeiten. Dies stehe der Digitalisierung der Verwaltung entgegen. So interagiere der öffentliche Sektor zu selten digital mit Bürgern und Unternehmen – im Gegensatz zu Ländern wie Dänemark.

Die Folge: Deutschland steht im europäischen Vergleich nur auf Platz 20, wenn es um die Digitalisierung der Verwaltung geht – so ein Bericht des Handelsblattes, der sich auf eine Erhebung der Europäischen Kommission bezieht. Führend in diesem Bereich sei Estland.

E-Government: Die Zeit drängt

Angesichts der Diskrepanz zwischen den Wünschen der Bürger und dem Status quo in Deutschland bei der digitalen Verwaltung sieht Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder dringenden Handlungsbedarf:

„Ausnahmslos alle politisch Verantwortlichen müssen hier aktiver werden: Regierungen in Bund und Ländern, Verwaltungen in Bezirken und Gemeinden, Behördenleiter und öffentliche Unternehmen. Das Anstehen auf dem Amt und aufwändiger Papierkram bei der Beantragung von Dokumenten und Sozialleistungen kosten wertvolle Zeit und machen unser Leben unnötig kompliziert. Im Digitalen Staat erledigen wir Behördengänge schnell im Netz und bequem vom Wohnzimmer aus“.

Auch Dr. Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrats, drängt auf Veränderung: „Die Verwaltung setzt noch viel zu selten auf die Möglichkeit, Behördengänge online abzuwickeln. Wenn wir es ernst meinen mit den digitalen Bürgerdiensten, dann müssen wir das Tempo hier jetzt deutlich erhöhen“, sagt Ludewig. „Die Bürger sowie Unternehmen aus allen Bereichen sind auf einen gut funktionierenden und schnell agierenden digitalen Staat angewiesen. Hier verschenkt Deutschland noch zu viel wichtiges Potenzial.“ Deshalb brauche Deutschland eine echte eGovernment-Offensive.

Online-Bürgerportal in der Beta Version verfügbar

Zum Start dieser Offensive hat die Bundesregierung vergangene Woche das Online-Bürgerportal in einer Beta-Version freigeschalten. Mit dem Portal verfolgt die Bundesregierung ehrgeizige Pläne: Wie das Magazin Golem berichtet, soll es darüber bis 2022 möglich sein, die Verwaltungsdienstleistungen von Bund und Ländern digital zu erledigen.

Für Bürger fallen darunter zum Beispiel die Beantragung des Kindergeldes, die Anforderung des Personalausweises oder die Abgabe der Steuererklärung. Für Unternehmen sind Leistungen wie Gewerbeanmeldungen zur Firmengründung oder Finanzierungs- und Förderberatungen vorgesehen.

Hintergrund dieser Digitalisierungsoffensive, so der Beitrag von Golem, ist das 2017 beschlossene Onlinezugangsgesetz (OZG): Danach müssen Bund und Länder bis spätestens 2022 ermöglichen, sämtliche Dienstleistungen über ein einziges Portal abzurufen. Von den tausenden Verwaltungsdienstleistungen hat das Innenministerium 575 Dienstleistungen identifiziert, die vordringlich digitalisiert werden sollen, heißt es im Beitrag weiter. Dabei würden 125 in die reine Kompetenz des Bundes fallen, während 370 eine Kooperation zwischen Bund und Ländern erforderten. Die restlichen Leistungen müssten Länder und Kommunen übernehmen.

Quelle Titelbild: © Burst/unsplash.com

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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