14. September 2018 | pArtikel drucken | kKommentieren

So kann ein Smart TV in Unternehmen zum Risikofaktor werden

Fast alle hochauflösenden Fernsehgeräte auf dem Markt sind mittlerweile Smart TVs. Daran finden nicht nur Privatpersonen Gefallen, auch in Unternehmen kommen die Geräte zum Einsatz. Wir zeigen auf, warum das gefährlich sein kann und worauf man als Nutzer achten muss.

Es scheint längst selbstverständlich zu sein, dass die neuen Fernsehmodelle fast ausschließlich Smart TVs sind: Geräte, die neben dem klassischen Fernsehprogramm auch Inhalte aus dem Internet abrufen können. Der Nutzer kann Apps installieren, Filme und Audiopodcasts streamen, Onlinegames spielen, im Internet surfen und in manchen Fällen sogar per Video telefonieren. Laut einer Studie der gfu besitzen 46 Prozent der Haushalte bereits einen smarten Fernseher.

Und nicht nur in den Wohnzimmern, auch in Unternehmen finden Smart TVs Verwendung. Ob zur Begrüßung im Eingangsbereich, als Wiedergabegerät in einem Konferenzraum oder zum Präsentieren auf einer Messe – die Einsatzmöglichkeiten eines Fernsehers sind vielfältig. Aus Kostengründen greifen Entscheider dabei häufig auf Geräte aus dem Consumer-Bereich zurück, die zunehmend smart sind.

Dabei ist die Nutzung eines Smart TVs mit Sicherheitsrisiken verbunden, der sich Unternehmen bewusst sein müssen.

So kann Malware auf Ihren Smart TV gelangen

In jedem Smart TV steckt ein Computer, auf dem ein Betriebssystem wie etwa Android TV läuft. Der Fernseher verfügt über einen Browser, mit dem der Nutzer mit der Fernbedienung im Internet surfen kann. So haben Unternehmen die Möglichkeit, auch ohne angeschlossenes Notebook auf einer Messe ihre Website zu zeigen.

Während des Surfens ist der Fernseher, wie auch ein Smartphone oder Notebook, potenziell anfällig für Malware. Und auch über einen USB-Stick kann Schadsoftware in das Gerät eindringen.

Gerade Apps, für viele Nutzer wohl das wichtigste an ihrem Smart TV, stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Sie können entweder selbst Malware sein oder eine Sicherheitslücke enthalten, die einen Angriff von außen ermöglicht. Das gilt besonders für Apps, die nicht aus dem offiziellen Store des Herstellers kommen.

Das sind die Folgen eines Angriffs

Erhält ein Hacker Zugriff auf den Fernseher, hat er mehrere Optionen, Ihrem Unternehmen Schaden zuzufügen. So wird er versuchen, alle Daten abzugreifen, an die er gelangen kann. Dazu zählen etwa Zahlungsdaten, die sich auf dem Gerät befinden. Falls der Smart TV über ein eingebautes Mikrofon und eine Kamera verfügt, kann der Hacker bei Ihren Meetings mithören und sich ein Bild Ihrer Geschäftsräume machen.

Ist der Fernseher im Unternehmensnetzwerk eingebunden, ist die Gefahr sogar noch größer. Einen gekaperten Smart TV kann der Angreifer als Einfallstor nutzen, um weitere Geräte im Netzwerk anzugreifen – etwa Laptops oder Smartphones, die im Firmen-WLAN eingeloggt sind und auf denen sich sensible Unternehmensdaten befinden.

Darauf sollten Sie achten

Anders als noch im analogen Zeitalter gilt es bei der smarten Fernseher-Generation einiges zu beachten. In einem Ratgeber präsentiert Heise Online einige Tipps, wie ein Smart TV vor Fremdzugriffen geschützt werden kann.

  • Meiden Sie den vorinstallierten Browser – laut Artikel können diesem wichtige Sicherheitstechnologien fehlen. Der genannte Grund: Smart TV-Browser werden in vielen Fällen nicht so häufig aktualisiert wie die gängigen Browser Firefox oder Chrome.
  • Laut Artikel sollte man ausschließlich Apps aus den herstellereigenen App-Stores installieren.
  • Funktionen, die Sie nicht dringend benötigen, sollten Sie deaktivieren: So wird geraten, Kameras und Mikrofone abzuschalten.
  • Ganz besonders gelte das für das Internet. Demnach sollte man die Netzverbindung unterbrechen, wenn diese nicht benötigt wird. Das Risiko einer Sicherheitslücke oder eines Datendiebstahls sei dann kaum vorhanden, so Heise Online.

Quelle Titelbild: © madeaw/stock.adobe.com

 

Hier schreibt Moritz Kramer für Sie

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