20. November 2018 | pArtikel drucken | kKommentieren
Arbeitswelt 4.0

Digitale Weiterbildung in Unternehmen angekommen, aber erst unzureichend umgesetzt

Viele Unternehmen haben die Wichtigkeit von digitalen Kompetenzen erkannt und bilden ihre Mitarbeiter entsprechend fort. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des TÜV-Verbands und Bitkom. Allerdings zeigt die Studie auch: Die konkrete Umsetzung weist noch einige Mängel auf.

Zwei Drittel aller befragten Unternehmen (63 Prozent) geben in der Studie „Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt“ an, ihre Mitarbeiter in Digitalthemen weiterzubilden. Damit sehen die Studienautoren eine klare Tendenz nach oben. Vor zwei Jahren hätten erst 36 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern Fortbildungen angeboten, um digitale Kompetenzen zu erwerben und zu vertiefen.

„Den digitalen Wandel in den Unternehmen müssen auch die Beschäftigten gestalten“, so Dr. Michael Fübi, Präsident des TÜV-Verbands (VdTÜV). „Die Mitarbeiter brauchen die richtigen Kompetenzen, um die digitale Transformation voranzutreiben. Eine moderne Weiterbildungskultur ist dafür der Schlüssel.“

Laut Studie sind fast 80 Prozent der Befragten der Meinung, dass digitale Kompetenzen – wie etwa der Umgang mit Computern, Smartphones und Tablets sowie die Nutzung von Software und Apps – genauso wichtig werden wie fachliche oder soziale Kompetenzen. Nahezu alle Befragten sind sich einig: In Zeiten der Digitalisierung sind regelmäßige Fortbildungen im Arbeitsalltag unerlässlich. Denn Schule, Ausbildung und Studium alleine würden nicht mehr ausreichen. Lebenslanges Lernen lautet das Stichwort.

„Digitale Weiterbildung boomt. Eine gute Qualifikation und die Bereitschaft zu einer stetigen Weiterqualifizierung sichern langfristig Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ermöglichen die Teilhabe in der digitalen Welt“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg. „Weiterbildung und lebenslanges Lernen müssen deshalb raus aus dem Podiumssprech und rein in die unternehmerische Praxis. Digitalkompetenz gehört dabei in den Mittelpunkt.“

Zwei von drei Unternehmen bieten eine digitale Weiterbildung.

In der Praxis hakt es noch

Obwohl viele Unternehmen ihre Mitarbeiter digital weiterbilden, ist die konkrete Umsetzung noch lange nicht perfekt. Darauf weisen die Studienautoren explizit hin. Neben einer fehlenden Strategie für die Vermittlung digitaler Kompetenzen reiche das Weiterbildungsbudget häufig nicht aus.

So könnten Beschäftigte im Schnitt pro Jahr nur 2,3 Arbeitstage für Weiterbildungen aller Art nutzen. Dabei würden jedem Mitarbeiter durchschnittlich 709 Euro zur Verfügung stehen – was viel zu wenig sei. Denn ein Seminartag bei einem externen Anbieter koste bereits um die 450 bis 500 Euro.

Das empfehlen die Studienautoren

Unternehmen seien deshalb gefordert, ausreichende finanzielle Mittel bereitzustellen. Außerdem müssten sie eine Weiterbildungsstrategie rund um digitale Kompetenzen implementieren. Erst dann könnten Firmen eine Weiterbildungskultur etablieren, die berufliches Lernen lebenslang ermöglicht. Und das sei nötig: „Digitale Weiterbildung ist kein Nice-to-Have, sondern ein Muss“, so Bitkom-Präsident Achim Berg.

In diesem Kontext sehen die Studienautoren auch die Politik in der Pflicht. Diese könnten die betriebliche Weiterbildung fördern – zum Beispiel, indem sie Weiterbildungsausgaben steuerlich vergünstigen. Darüber hinaus könnten einzelne Kompetenzzentren für digitale Weiterbildung und Arbeit 4.0 in den einzelnen Bundesländern eingerichtet werden. Denn berufliche Bildung, so Berg, sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

„Unternehmen profitieren von digital qualifizierten Mitarbeitern. Die Beschäftigten bekommen ihrerseits bessere Jobs und bleiben auch im fortgeschrittenen Alter attraktiv für den Arbeitsmarkt. Kluge Köpfe sind das wichtigste Kapital im digitalen Deutschland. Daran müssen wir arbeiten.“

Übrigens: Schon im August 2018 hat sich Bitkom im „Digital Office Index 2018“ mit der digitalen Weiterbildung beschäftigt und dabei die Wichtigkeit von digitalen Kompetenzen betont – CANCOM.info berichtete.

Quelle Titelbild: © rawpixel.com/pexels.com

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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