9. Januar 2019 | pArtikel drucken | kKommentieren
Künstliche Intelligenz

Studie: Europäischer KI-Markt wird sich bis 2022 verfünffachen

Der Markt in Europa für Künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum erleben. Das teilte der Digitalverband Bitkom kürzlich mit. Demnach wird der europäische KI-Markt von rund drei Milliarden Euro in 2019 auf bis zu zehn Milliarden Euro in 2022 ansteigen.

Dies entspreche einem Wachstum von durchschnittlich 38 Prozent pro Jahr. Bitkom bezieht sich dabei auf die aktuelle Studie „AI in Europe – Ready for Take-Off“ der europäischen Initiative „European Information Technology Observatory“ (kurz: EITO). Der Studie zufolge werden die Umsätze mit Software und Dienstleistungen rund um Künstliche Intelligenz um über 40 Prozent ansteigen. Deutlich unter diesem Niveau würden hingegen die Ausgaben für Server und Speicherplatz liegen (24 Prozent).

Laut EITO-Studie investiert das produzierende Gewerbe in Europa aktuell am stärksten in KI – gefolgt von der Finanzbranche und dem Handel. Die größten Ausgabesteigerungen bis 2022 werden für das Gesundheitswesen und den Handel erwartet.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder bekräftigt in der offiziellen Pressemitteilung, dass es inzwischen ein breites Angebot an marktfähigen KI-Lösungen gibt. Dieses beinhalte etwa Software-Tools für Sprach- oder Bilderkennung sowie Chatbots zur Kundenberatung. „Allerdings zeigen die Umsatzzahlen trotz der beeindruckenden Wachstumsraten auch, dass die Unternehmen in Europa mit Investitionen in Künstliche Intelligenz noch sehr zurückhaltend sind“, so Rohleder.

Viele Unternehmen in Deutschland sind zögerlich

Und diese Zurückhaltung trifft auch auf deutsche Unternehmen zu – darauf weist Bitkom explizit hin. Einer selbst durchgeführten Umfrage zufolge steht nur jedes vierte deutsche Unternehmen mit 50 oder mehr Beschäftigten der KI-Technologie interessiert oder aufgeschlossen gegenüber. Der Anteil derjenigen Unternehmen, die Künstliche Intelligenz kritisch betrachten oder ablehnen, sei genauso hoch. 17 Prozent hätten sich mit dem Thema noch gar nicht auseinandergesetzt.

Laut Bitkom steht für zwei Drittel der Bundesbürger (64 Prozent) fest: Der Wohlstand in Deutschland ist gefährdet, wenn Deutschland beim Thema Künstliche Intelligenz nicht zu den führenden Nationen gehört.

Verschiedene Initiativen zur Förderung der Künstlichen Intelligenz

Dass dies aktuell nicht der Fall ist, zeigt unter anderem die im Juni 2018 veröffentlichte, globale Studie „Sizing the prize. What’s the real value of AI for your business and how can you capitalise?“ von PwC (CANCOM.info berichtete). Die Autoren prognostizieren, dass die USA und China stärker vom wirtschaftlichen KI-Effekt profitieren werden als Deutschland und Europa.

Diesen Rückstand sollen verschiedene Förderungsmaßnahmen aufholen. Neben europäischen Initiativen wie ELLIS (European Lab for Learning & Intelligent Systems) und CLAIRE (Confederation of Laboratories for Artificial Intelligence Research in Europe) hat die Bundesregierung im November 2018 eine Strategie Künstliche Intelligenz beschlossen. Damit verfolgt die Bundesregierung vor allem das Ziel, Deutschland und Europa zu einem führenden Standort für die Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien zu transformieren.

© Quelle Titelbild: geralt/pixabay.com

 

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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