28. März 2019 | pArtikel drucken | k1 Kommentar
Papierloses Büro

Digitalisierung von Papierdokumenten: Das gilt es zu beachten

Um Papierunterlagen zu digitalisieren und einen Schritt hin zum papierlosen Büro zu gehen, kommen Unternehmen nicht umhin, die entsprechenden Papierdokumente zu scannen. Und von denen gibt es viele. Denn Papier ist in Unternehmen nach wie vor verbreitet.

So nutzen Firmen in Deutschland und Österreich bis heute sehr viel Papier im Berufsalltag: Laut einer aktuellen Erhebung von Statista drucken 39 Prozent der Befragten zwischen 21 und 100 Seiten pro Woche. Ganz ohne Papier arbeiten hingegen nur 4 Prozent der Unternehmen. Ein ähnliches Ergebnis geht aus einer 2018 veröffentlichten Bitkom-Studie hervor. Demnach hat jedes vierte deutsche Unternehmen noch keine einzige Papierakte eingescannt.

Aber: Die Studie identifiziert auch eine Kehrtwende. So würde ein Drittel der Betriebe weniger drucken als vor einem Jahr. Außerdem hätten sieben von zehn Firmen ihre Papierakten zumindest teilweise digitalisiert.

Dass sich der Umstieg von Papier auf digitale Dokumente für Unternehmen lohnt, betonte Jürgen Biffar, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzbereichs Enterprise Content Management bei Bitkom, bereits 2017. „Indem sie von Papier auf digitale Dokumente umsteigen, können Unternehmen ihre Geschäftsprozesse sehr viel schneller und effizienter gestalten. Das spart Geld – und schont auch noch die Umwelt“, wird Biffar in einer offiziellen Pressemitteilung zitiert.

Digitalisierung von Papierdokumenten: Diese Punkte müssen berücksichtigt werden

Beim Umstieg von Papier auf digitale Dokumente müssen Unternehmen einige Punkte beachten. Einerseits müssen sie gewährleisten, dass die über den Scanvorgang digitalisierten Papierdokumente in Sekundenschnelle auffindbar und verfügbar sind. Sonst leidet die Produktivität der Mitarbeiter enorm – das hat eine IDC-Studie ergeben.

Andererseits sind sie verpflichtet, den Scanvorgang rechtskonform zu gestalten und die digitalisierten Dokumente sicher und jederzeit nachvollziehbar zu archivieren. Welche Regeln hier einzuhalten sind, hält die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) fest. Auf den Scanvorgang geht die GoBD gesondert ein.

GoBD-konforme Digitalisierung von Papierdokumenten: Das sind die wichtigsten Regelungen

Die GoBD führt an mehreren Stellen aus, was Unternehmen beachten müssen, wenn sie Papierdokumente via Scanvorgang digitalisieren und anschließend archivieren. Ein Überblick.

1. Der Scanvorgang selbst

Der Abschnitt „9.3. Elektronische Erfassung von Papierdokumenten (Scanvorgang)“ formuliert dafür konkrete Vorgaben. Demnach sind Unternehmen verpflichtet, das Verfahren, also den Scanvorgang an sich, zu dokumentieren. Hierzu müssen Firmen eine Organisationsanweisung erstellen.

Diese regelt unter anderem: Wer scannen darf, zu welchem Zeitpunkt zu scannen ist, welches Schriftgut gescannt wird, ob eine bildliche oder inhaltliche Übereinstimmung mit dem Original erforderlich ist, wie die Qualität der Lesbarkeit und Vollständigkeit zu kontrollieren ist oder wie man Fehler protokollieren soll.

2. Die Archivierung

Wie Unternehmen die gescannten Dokumente archivieren müssen, führt der Abschnitt „9.2. elektronische Aufbewahrung“ aus. Darin heißt es: „Werden Handels- oder Geschäftsbriefe und Buchungsbelege in Papierform empfangen und danach elektronisch erfasst (scannen), ist das Scanergebnis so aufzubewahren, dass die Wiedergabe mit dem Original bildlich übereinstimmt, wenn es lesbar gemacht wird.“

Besonders bedeutend ist die Indexierung. So ist es für Unternehmen verpflichtend, jedes digitale Dokument mit einem eindeutigen und nachvollziehbaren Index, etwa Dokumenten-ID oder Belegnummer, zu versehen. Dieser Index gehört über die gesamte Dauer der Archivierung zum entsprechenden Dokument. Für die Langzeitarchivierung von digitalen Geschäftsunterlagen gilt die Vorgabe von sechs bis zehn Jahren. Zu keinem Zeitpunkt dürfen Unternehmen die Indexierung verändern.

3. Die Unveränderbarkeit

Tatsächlich ist die Unveränderbarkeit eine wesentliche Anforderung der GoBD. Grundsätzlich gilt: Aufbewahrungspflichtige, digitale Dokumente dürfen zu keinem Zeitpunkt so stark verändert werden, dass es unmöglich wird, den ursprünglichen Inhalt festzustellen. Sollten Unternehmen Teile des Inhalts ändern, müssen sie diese Änderungen eindeutig protokollieren.

Dies lässt sich entweder mittels Hardware (etwa durch fälschungssichere Datenträger), Software (zum Beispiel durch Sicherungen oder automatische Protokollierung) oder organisatorische Maßnahmen (wie beispielsweise Zugriffsberechtigungen) gewährleisten – auch Kombinationen sind denkbar. Eine bloße Ablage im Dateisystem reicht auf jeden Fall nicht.

GoBD-konforme Digitalisierung von Papierdokumenten: Diese Maßnahmen sind nötig

Die drei Punkte zeigen: Ein bloßes Scannen von Papierdokumenten mit anschließender Ablage im Dateisystem, ohne nachvollziehbares System, reicht für Unternehmen nicht aus, um die Anforderungen zu erfüllen, die sich bei der Digitalisierung von Papierdokumenten ergeben.

Tatsächlich benötigen Unternehmen dafür, neben innerbetrieblichen organisatorischen Maßnahmen (etwa die Erstellung einer Organisationsanweisung), ein passendes Scangerät (zur Ausführung des Scanvorgangs) sowie eine geeignete SoftwareLösung (vor allem für die anschließende Archivierung).

So können Unternehmen ihre Papierdokumente effizient digitalisieren

Bild: © Fujitsu

Der Digitalisierungsprozess beginnt mit der Umwandlung von Papier in digitale Dokumente. Dies ist eine Grundvoraussetzung, um die Vorgaben der GoBD zu erfüllen. Beispielsweise setzt die rechtskonforme Archivierung der gescannten, digitalisierten Dokumente voraus, dass die Dokumente im ersten Schritt von Papier in digitale Dokumente umgewandelt wurden.

Dafür benötigen Unternehmen eine zuverlässige Lösung. Denn so lassen sich Zeit und Kosten sparen. Die hundertprozentige Fujitsu-Tochter PFU (EMEA) Ltd. wirbt damit, dass ihre Dokumentenscanner, wie die fi-Series oder SP-Series, eine solche zuverlässige Lösung sind. Die Scanner können mit PaperStream Capture kombiniert werden. Dabei handelt es sich um eine Datenerfassungssoftware, die in unterschiedlichen Editionen erhältlich ist.

Die umfangreichste Edition davon, Fujitsu PaperStream Pro, zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität, Skalierbarkeit und Automatisierung aus – so die Tochtergesellschaft von Fujitsu. Damit seien Unternehmen in der Lage, Papierdokumente schnellstmöglich zu digitalisieren und rechtskonform zu archivieren. Zum Beispiel würde die Software jedes gescannte Dokument selbstständig mit einem eindeutigen und unveränderlichen Index versehen. Dank umfangreicher Reporting-Funktionen könnten Unternehmen die Indexierung dabei jederzeit überwachen.

Hier finden Sie detaillierte Informationen zu Fujitsu PaperStream Pro.

Quelle Titelbild: ©Fujitsu

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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