18. April 2019 | pArtikel drucken | kKommentieren

Studie: Unternehmen setzen bei Innovationen auf falschen Schwerpunkt

Innovationen spielen für Unternehmen eine entscheidende Rolle, um sich erfolgreich zu digitalisieren. Bei der Entwicklung setzen viele Betriebe allerdings die falschen Prioritäten. Das besagt eine aktuelle Studie.

So liegt die Konzentration zu sehr darauf, bestehende Produkte und Services effizienter zu gestalten – anstatt neue Geschäftsfelder zu erschließen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Aus Innovation Werte schaffen“, über die unter anderem die Computerwoche und das E-Commerce Magazin berichten. Für die Studie hat das Marktanalyseunternehmen teknowlogy | PAC im Auftrag von Accenture 258 Entscheider aus Unternehmen der DACH-Region befragt.

Die Folge: Anstatt auf technologischer, organisatorischer oder sozialer Ebene Veränderungen herbeizuführen, würden Firmen lediglich auf kurzfristige Kunden- und Markterwartungen reagieren.

Bereitschaft zur Veränderung fehlt

Die Studie untermauert dieses Ergebnis mit konkreten Zahlen. Demnach vertreten 82 Prozent der befragten Entscheider die Ansicht, dass Innovationen in erster Linie die Chance bieten, bewährte Produkte und Services zu optimieren und effektiver zu gestalten. 72 Prozent würden die Sicherung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt rücken. Die Entwicklung neuer Produkte und Services sei dagegen zweitrangig.

Angesichts dieser Resultate warnt Sigrid Stinnes, Innovation Lead für die DACH-Region bei Accenture: „Deutsche Unternehmen schauen zu sehr darauf, was andere machen. Ideen zu übernehmen, kann kurzfristig Erfolg bringen. In Zeiten der Digitalisierung sind allerdings die Unternehmen erfolgreicher, die als erste am Markt sind und ihre Innovationen schnell in die Breite bringen – und das weltweit. Allein durch eine Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit den Status Quo zu wahren, kann nicht unser Anspruch sein.“

Veränderungen sind unausweichlich

Doch welche Hürden müssen Unternehmen überwinden, um Innovationen erfolgreich zu entwickeln und umzusetzen? Dieser Frage ist die Studie nachgegangen. Das Ergebnis: 61 Prozent der Entscheider bezeichnen die Etablierung einer Innovationskultur als größte Herausforderung für ihren Betrieb. Es folgen die Schaffung von echten Werten aus Ideen, die Koordination verschiedener Innovationsinitiativen sowie die Erweckung einer Begeisterung für Innovationen bei der Belegschaft.

Die Studie betont: Unternehmen können all diese Herausforderungen nur meistern, wenn sie ihr Management oder ihre Organisation verändern. Allerdings plane dies nur jede dritte Firma.

„Um Innovationen erfolgreich umzusetzen, braucht es Veränderung von innen“, so Sigrid Stinnes. „Eine Innovationskultur zu etablieren, entsprechende Initiativen zu koordinieren und die Belegschaft für neue Ideen zu begeistern, sind klassische Managementaufgaben. Eine solche Art der Veränderung müssen Vorstand oder Geschäftsführung vorantreiben und die Innovationsinitiativen mit dem Kerngeschäft zusammenbringen.“

Weiterhin sei ein klarer Kundenfokus nötig. „Innovationen sind erst dann erfolgreich, wenn Unternehmen daraus für ihre Kunden – und für sich selbst – einen echten Mehrwert generieren können“, sagt Stinnes. „Jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg finden, wie Innovation angestoßen werden kann und was sie konkret bedeutet. Das kann ein verbessertes Kundenerlebnis sein, ein neuer Service für ein Produkt, ein neues Geschäftsmodell oder auch neue Strukturen und Prozesse. Was Innovation in jedem Fall bedeutet, ist Veränderung.“

Quelle Titelbild: © Free-Photos/pixabay.com 

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

Mehr Artikel vom Autor

Lesen Sie weiter auf CANCOM.info