23. Mai 2019 | pArtikel drucken | kKommentieren

Autonomes Fahren zunehmend akzeptiert

Immer mehr Verbraucher stehen dem Thema autonomes Fahren aufgeschlossen gegenüber. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Capgemini-Studie. Demnach wird sich der Anteil der Verbraucher, die sich in selbstfahrenden Autos fortbewegen möchten, in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.

Diese Entwicklung geht so weit, dass die überwiegende Mehrheit bis 2029 selbstfahrende Fahrzeuge gegenüber traditionellen Autos bevorzugen wird – so die Studienautoren weiter. Dies sei auch in Deutschland der Fall. Und das, obwohl aktuell Skepsis herrsche: So könnten sich momentan nur 17 Prozent der Befragten vorstellen, in ein autonomes Fahrzeug einzusteigen.

Für die Studie „The Autonomous Car. A Consumer Perspective“ hat Capgemini Verbraucher in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, den USA und China befragt.

Autonomes Fahren ist mehr als nur Fortbewegung

Laut Studie freuen sich 65 Prozent in Deutschland auf das autonome Fahren – womit Capgemini zu einem ähnlichen Ergebnis kommt wie bereits Bitkom und die RWTH Aachen (CANCOM.info berichtete). Dadurch erhoffen sich Capgemini zufolge über 70 Prozent eine größere Kraftstoffeffizienz sowie geringere CO2-Emissionen. 61 Prozent seien bereit, mehr Geld für ein selbsfahrendes Fahrzeug auszugeben als für ein Standardmodell.

Dabei betonen die Studienautoren: Selbstfahrende Autos werden nicht nur als Mittel zur Fortbewegung gesehen. Vielmehr würden sie künftig eine große Rolle im täglichen Leben der Verbraucher spielen. Jeder Zweite erwarte beispielsweise, mit autonomen Fahrzeugen wertvolle Zeit zu sparen – um so anderen Aktivitäten nachgehen zu können, wie Kontakte knüpfen oder arbeiten.

Sorge gegenüber Sicherheit

Trotz der positiven Grundhaltung identifiziert die Studie auch Bedenken gegenüber dem autonomen Fahren. Diese Bedenken seien vor allem gegeben, wenn es um die Sicherheit des Fahrzeuges oder des Systems geht. Hinzu komme die Angst vor falschen Reaktionen bei plötzlich auftretenden Zwischenfällen.

„Auch wenn das autonome Fahren bei den Verbrauchern mehrheitlich positive Emotionen hervorruft, besteht dennoch auch ein gewisses Maß an Unsicherheit und Besorgnis“, wird Dr. Rainer Mehl, weltweiter Leiter des Automotive und Mobility-Geschäfts von Capgemini Invent, in der offiziellen Pressemitteilung zitiert. „Automobilunternehmen müssen die Erwartungen und Ängste ihrer zukünftigen Kunden berücksichtigen, wenn sie autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen. Statt einer starken Produktorientierung sollten sie verstärkt Services und die Bedürfnisse der Kunden in den Vordergrund stellen.“

Um das Thema voranzutreiben, müssten Automobilunternehmen die Erwartungen der Verbraucher verstehen und steuern. Sie müssten die Kunden stets darüber informieren, was autonomes Fahren leisten kann und was nicht. Außerdem sei es nötig, ein Ökosystem von Dienstleistungen aufzubauen, in Software zu investieren sowie ihre digitalen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

© Andrey Popov/stock.adobe.com

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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