29. Mai 2019 | pArtikel drucken | kKommentieren

Mobile Payment in Deutschland vor dem Durchbruch

Das besagt zumindest eine Studie der Strategieberatung Oliver Wyman. Demnach nimmt das mobile Bezahlen in Deutschland langsam an Fahrt auf. Bereits jeder Vierte habe zumindest einmal mobil bezahlt. Gleichzeitig würden Bargeldtransaktionen stetig zurückgehen.

Traditionell zahlen viele Deutsche gerne mit Bargeld. Doch dies scheint sich nun zu ändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Oliver Wyman, die im Januar und Februar 2019 über 1500 Konsumenten aus Deutschland zu ihrem Bezahlverhalten befragt hat.

Laut Studie befindet sich dieses im Wandel. So würden immer mehr Deutsche in Echtzeit überweisen oder kontaktlos oder mobil bezahlen – anstatt in bar. Diese Entwicklung habe maßgeblich mit Google und Apple zu tun. „Mit dem Start von Google Pay und Apple Pay sehen wir deutliche Veränderungen im Zahlungsverhalten“, so René Fischer, Partner und Zahlungsverkehrsexperte bei Oliver Wyman, in der offiziellen Pressemitteilung.

Mobile Payment wird weiter zunehmen

Die Studienautoren untermauern das mit konkreten Zahlen. Demnach gibt mittlerweile jeder vierte Befragte an, schon mit seinem Smartphone bezahlt zu haben. Bei den 18 bis 29-jährigen liege der Anteil sogar bei 38 Prozent.

Besonders beliebte Mobile Payment-Angebote seien Paypal, Payback Pay, Google Pay oder Apple Pay. Mobile Payment-Funktionen, die in bankeigenen Apps integriert sind, würden Konsumenten hingegen wenig nutzen. Solche Funktionen bieten seit vergangenem Jahr unter anderem die Sparkasse sowie die Volks-und Raiffeisenbanken an (CANCOM.info berichtete).

Wie die Studie hervorhebt, wird mobiles Bezahlen dem Bargeld künftig deutliche Konkurrenz machen. „Auch kleinere Beträge werden mittlerweile per Karte bezahlt. Durch die weitere Verbreitung von kontaktlosen und vor allem mobilen Bezahlverfahren wird Bargeld als Zahlungsart in den kommenden Jahren noch deutlich schneller abnehmen als bisher“, sagt Fischer.

Diese Faktoren werden über den Durchbruch entscheiden

Damit sich Mobile Payment endgültig in Deutschland durchsetzt, müssen mobile Zahlungsmöglichkeiten dem Kunden einen wirklichen Mehrwert gegenüber anderen Methoden bieten – so die Studie. Ein solcher Mehrwert könne beispielsweise entstehen, wenn Kunden dadurch unkomplizierter und schneller bezahlen können. Eine weitere Option sei, das mobile Bezahlen mit Gutscheinen und Bonusprogrammen zu verzahnen.

Dabei würden nur wenige Anbieter in den nächsten Jahren übrig bleiben. „Langfristig werden sich maximal zwei bis drei Anbieter durchsetzen, denen es gelingt, eine große Anzahl Kunden von der regelmäßigen Nutzung ihrer mobilen Bezahlmöglichkeit zu überzeugen“, so Gökhan Öztürk, der ebenfalls Partner bei Oliver Wyman ist.

Um sich im Markt zu behaupten, könnten Anbieter ihre Mobile Payment-Funktionen in bestehende Peer-to-Peer Zahlverfahren integrieren. Weiterhin sei es möglich, das mobile Bezahlen mit Loyalitätsangeboten zu verknüpfen. Auf jeden Fall auf dem absteigenden Ast seien reine Online-Bezahlverfahren.

Quelle Titelbild: © Nathan Dumlao/unsplash.com

 

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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