9. Juli 2020 | pArtikel drucken | kKommentieren

Digitale Geschäftsmodelle im Mittelstand die Ausnahme

Im deutschen Mittelstand sind bisher nur wenige Geschäftsmodelle digitalisiert. Das besagt eine Untersuchung der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Demnach spielen digitale Lösungen für das Geschäftsmodell von KMUs immer noch eine untergeordnete Rolle – unabhängig von der Größe und Branche. Laut Studie setzt der Mittelstand damit seine künftige Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel.

Wie groß der Rückschritt des deutschen Mittelstands bei der Digitalisierung seines Geschäftsmodells ist, zeigt die Studie in konkreten Zahlen. Um den Digitalisierungsgrad zu ermitteln, wendet die Studie eine Skala von 1 (in keinem Maße) bis 4 (durchgängig) an. Demnach weisen Firmen mit über 1000 Mitarbeitern einen Wert von 1,82 auf. Bei Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern liege der Wert bei 1,54, bei Betrieben unter 50 Mitarbeitern nur bei 1,37. Für die Erhebung haben die Studienautoren 107 Unternehmen befragt.

Wie Prof. Dr.-Ing. Gerrit Sames von der THM im Fachportal „Industry of Things“ betont, ist der Digitalisierungsgrad somit unabhängig von der Größe des Unternehmens niedrig – selbst wenn die Geschäftsmodelle größerer Unternehmen tendenziell digitaler sind als in kleineren Betrieben. Tatsächlich liegt ein hoher Digitalisierungsgrad laut Studie erst ab dem Wert 3 vor.

Auf die einzelnen Branchen bezogen, seien die Ausrüster für elektronische Baugruppen sowie der Maschinen- und Anlagenbau am weitesten bei der Digitalisierung ihres Geschäftsmodells. Abgeschlagen sei hingegen die Metallerzeugung und -bearbeitung.

Vernetzte Produkte ja, Monetarisierung nein

Wenn es um konkrete Beispiele für digitale Lösungen geht, um das eigene Geschäftsmodell weiterzuentwickeln, komme die Vernetzung von physischen Produkten sowie deren Ausstattung mit Sensoren oder Datenverarbeitungslösungen relativ häufig vor. Chatbots zur Kundenunterstützung oder digitale Services wie Condition Monitoring und Predictive Maintenance würden dagegen selten genutzt werden.

Am wenigsten weiterentwickelt sei die Monetarisierung: Der Studie zufolge nutzen nur wenige Firmen dafür moderne Methoden – wie die nutzungsabhängige Abrechnung (pay-per-use) oder Abo-Modelle.

Fehlendes Geld und Personal

Doch was hält Firmen davon ab, ihr Geschäftsmodell digital zu erweitern? Laut Studie sind die häufigsten Hinderungsgründe fehlende Kapazitäten sowie mangelndes Know-how. Zwei Drittel der befragten Unternehmen würden zudem keinen wirtschaftlichen Nutzen sehen.

Dass die Digitalisierung von Geschäftsmodellen eine wesentliche Rolle für den Mittelstand spielt, steht für die Studienautoren fest: „Der Mittelstand spielt für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands eine bemerkenswerte Rolle. Um weiterhin wettbewerbsfähig bleiben zu können, muss der Mittelstand sein Geschäftsmodell digitalisieren und erweitern.“

Bisher sei dies jedoch viel zu selten passiert. Das würden die Studienergebnisse deutlich zeigen. Entsprechend resümieren die Autoren: „Als Schlussbetrachtung lässt sich festhalten, dass die Auswertungsergebnisse im Hinblick auf die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands nicht zufriedenstellend sind. Weitere Digitalisierungsmaßnahmen im deutschen Mittelstand sind dringend geboten, um die noch gute Position im globalen Wettbewerb zu halten.“

Um solche Maßnahmen in der Praxis umzusetzen – und damit die Digitalisierung erfolgreich voranzutreiben – können mittelständische Firmen auf die Unterstützung professioneller Dienstleister zurückgreifen. Ein solcher Dienstleister ist CANCOM. So bietet der IT-Konzern umfangreiche Leistungen in Bereichen wie Security, Digital Workspace oder IoT & Analytics an. Diese reichen von der Beratung, der Implementierung bis zum Support. Nähere Informationen finden Sie hier.

© Saklakova/stock.adobe.com 

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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