8. Juli 2020 | pArtikel drucken | kKommentieren

„Unternehmen müssen einen Weg finden, Mac-Nutzern den Umgang mit Windows-Anwendungen auf ihren Mac-Geräten zu ermöglichen“

Immer mehr Firmen statten ihre Mitarbeiter mit Mac-Geräten am Arbeitsplatz aus – neben traditionellen Windows-PCs. Für viele Unternehmen birgt dies die Herausforderung, dass sie Windows-Anwendungen in ihre Mac-Geräte integrieren müssen – was unter anderem mit Virtualisierungslösungen gelingt. Laut eines aktuell erschienenen Whitepapers von Parallels setzen auch KMUs zunehmend auf Mac-Computer am Arbeitsplatz. Giorgio Bonuccelli, Senior Marketing Director der Parallels International GmbH, hat sich mit den vielseitigen Gründen des Trends beschäftigt. Die Redaktion von CANCOM.info hat ihn virtuell zum Interview getroffen.

CANCOM.info: Der Einsatz von Apple-Devices beschränkt sich nicht mehr nur auf Großunternehmen. Dank Initiativen wie „Employee Choice“ oder „Choose your own Device“ (CYOD) können Mitarbeiter in vielen Firmen ihre Arbeitsmittel selbst wählen. Wie wirken sich diese Initiativen auf den Einsatz von Mac-Geräten in Unternehmen aus?

Giorgio Bonuccelli: Zweifellos haben Initiativen wie CYOD zu einem Aufschwung von Mac-Geräten in Unternehmen geführt. In den meisten Firmen bilden Windows-Nutzer zwar immer noch die Mehrheit. Bei denjenigen Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Macs zur Auswahl stellen, sehen wir allerdings eine wachsende Anzahl von Mac-Usern. Tatsächlich ergab eine kürzlich von uns weltweit durchgeführte Umfrage, dass Mac-Geräte am Arbeitsplatz bei 55,7 Prozent der Befragten erlaubt sind. An der Umfrage nahmen über 1000 IT-Spezialisten aus KMUs teil.
Unabhängig von unseren Ergebnissen, gehen wir davon aus, dass sich dieser Trend in der aktuellen Zeit verstärken wird. Für den Großteil der Unternehmen ist es notwendig, Mitarbeiter vom Home Office aus arbeiten zu lassen. Viele dieser Kolleginnen und Kollegen haben Mac-Geräte zu Hause, die sie gerne in die BYOD-Programme der jeweiligen Firma mit aufnehmen möchten. Aber nicht nur bei Mitarbeitern, sondern auch bei IT-Entscheidern und folglich Unternehmen steigt die Beliebtheit der Mac-Devices.

CANCOM.info: Warum bevorzugen viele Unternehmen Mac-Devices gegenüber Windows-Geräten?

Giorgio Bonuccelli: Aus meiner Sicht lauten die zwei wichtigsten Gründe Leistung und Sicherheit.
Macs sind dafür bekannt, dass sie sich durch hohe Leistung auszeichnen. Das neue 16-Zoll-MacBook Pro mit den maximalen Spezifikationen einer 8-Kern-Core Core i9-CPU, 64 GB RAM und 8 TB SSD-Speicher ist ein Beispiel dafür. Sicherheit ist ebenso eine Stärke der Mac-Devices: Sie verfügen über mehrere integrierte Sicherheitsfunktionen wie FileVault-Festplattenverschlüsselung mit biometrischer Authentifizierung über Touch ID (einen dedizierten T2-Sicherheitschip), iCloud Keychain-Passwortmanager, Find My Mac device locator und Remote Wipe und viele andere. Diese Security-Funktionen sind für viele Berufsgruppen bereits unverzichtbare „Must-haves“. Außerdem ist die einfache Verbindung von Macs mit anderen Apple-Geräten wie iPhones und iPads auch noch ein wesentlicher Faktor.

CANCOM.info: In welchen Branchen und Abteilungen sind Mac-Geräte am beliebtesten?

Giorgio Bonuccelli: In der Umfrage, die ich vorhin zum Mac-Einsatz in KMUs erwähnt habe, haben wir herausgefunden, dass Macs in den folgenden Abteilungen am beliebtesten sind – und zwar in dieser Reihenfolge: IT, Marketing, Verwaltung, Design, Forschung und Entwicklung sowie Buchhaltung und Finanzen.

CANCOM.info: Warum gerade in diesen Abteilungen?

Giorgio Bonuccelli: Dies deckt sich mit den Gründen, warum Unternehmen zunehmend Macs einsetzen. In IT-Abteilungen finden wir das, was wir „Power-User“ nennen. Diese Nutzer müssen oft virtuelle Maschinen und daher andere „ressourcenhungrige“ Anwendungen und Prozesse ausführen. Daher benötigen sie schnelle CPUs, einen großen Arbeitsspeicher und hinsichtlich der Laptop-Nutzung eine lange Akkulaufzeit. Macs können all diese Anforderungen erfüllen.
Für Mitarbeiter aus den Bereichen Marketing, Kreativ und Design sind, wenn wir auf die Geschichte des Macs zurückblicken, die Geräte ursprünglich entwickelt worden. Daher überrascht es nicht, dass Mac-Devices dort ihre größte Beliebtheit verzeichnen.
Was das Management betrifft, so bevorzugen IT-Entscheider häufig Geräte, die einfach funktionieren, also keine steile Lernkurve erfordern. Da die meisten Manager bereits über iPhones und iPads verfügen, ist beispielsweise das Hinzufügen eines Macs zum individuellen Geräte-Ökosystem die unkomplizierteste Wahl.

CANCOM.info: In vielen Unternehmen herrschen immer noch Microsoft-Umgebungen vor. Wie lässt sich dies mit der zunehmenden Nutzung von Mac-Geräten vereinbaren? Was sind die größten Herausforderungen?

Giorgio Bonuccelli: Exakt, Microsoft-Anwendungen wie MS Office dominieren immer noch den Arbeitsplatz. Und selbst Mac-User werden wahrscheinlich von Zeit zu Zeit Windows-Anwendungen verwenden müssen. Mit dem zunehmenden Einsatz von Mac-Geräten liegen die größten Herausforderungen in der Lösung von Kompatibilitätsproblemen. Unternehmen müssen einen Weg finden, Mac-Nutzern den Umgang mit Windows-Anwendungen – oder sogar Windows-Betriebssystemen – auf ihren Mac-Geräten zu ermöglichen. Das erspart Anwendern den Wechsel von einem Device zum anderen.

CANCOM.info: Können Sie uns einen konkreten Anwendungsfall nennen, wie Mac-Geräte mit Office 365 zusammenarbeiten?

Giorgio Bonuccelli: Sehr gerne. Ein gutes Beispiel ist das Softwareentwicklungs- und IT-Beratungsunternehmen MaibornWolff. Als Jakob Tewes, Leiter der Abteilung für technische Infrastruktur, auf uns zukam, hatte er gerade eine Unternehmensumgebung mit unzufriedenen „Apple-Fans geerbt“. Der ehemalige IT-Administrator entzog daher diesen Kollegen zunächst die Nutzung ihrer geliebten MacBooks bei der Arbeit.
Das sorgte für Unzufriedenheit bei den jeweiligen Kollegen. Jakob Tewes wollte daraufhin die MacBooks zurück ins Netzwerk integrieren. Das sollte aber auf eine zuverlässige und einfache Art und Weise geschehen. Sprich: wenig Support und keine Probleme mit Produktivitätsengpässen.

Jetzt hatte er mehrere Optionen zur Auswahl, die vom Apple-Programm „Boot Camp“ bis zur Nutzung von Freeware reichten – und sogar eine Reihe von Virtualisierungslösungen, die keinen Neustart des Systems erforderten, umfassten. Letztendlich entschied er sich für die Parallels Desktop Business Edition.
Heute nutzen rund 60 Prozent der Mitarbeiter von MaibornWolff MacBook-Computer. Sie alle nutzen Parallels Desktop zur Ausführung von Office 365. Dies ist eine der vielen Erfolgsgeschichten für die Integration von Mac-Devices in Umgebungen, in denen vorwiegend Windows-Anwendungen eingesetzt werden.

Sie möchten mehr über den Einsatz von Mac Devices in kleinen und mittleren Unternehmen und die damit einhergehenden Vorteile erfahren? Hier können Sie das im Interview erwähnte Whitepaper von Parallels kostenlos herunterladen.

Hintergrund zum Experten

Giorgio Bonuccelli arbeitet seit sechs Jahren als Senior Marketing Director bei Parallels. In seiner Position beschäftigt er sich täglich mit Themen wie Virtualisierung und Integration von Mac-Geräten in Microsoft-Anwendungen.

Vor seiner Tätigkeit bei Parallels war Giorgio Bonuccelli unter anderem bei McAfee und Dell tätig.

Quelle Titelbild: © Paralells

 

Hier schreibt Sandra Hackel für Sie

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