29. Oktober 2020 | pArtikel drucken | kKommentieren
Daniel Harenkamp (Solution Architect, CANCOM) im Interview

„IT-Verantwortliche in Unternehmen müssen sich bewusst sein, dass sie für die Datensicherung eine spezielle Backup-Lösung benötigen“

Software as a Service (SaaS)-Applikationen werden in Unternehmen immer beliebter: Laut einer Studie gehört der SaaS-Markt weltweit zu jenen mit dem größten Potenzial und dem schnellsten Wachstum. Um SaaS-Anwendungen sicher zu nutzen, ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema Datensicherung nötig. Was Firmen hier beachten müssen, verrät Daniel Harenkamp (Solution Architect, CANCOM) im Interview. 

CANCOM.info: Viele Unternehmen nutzen inzwischen Software as a Service (SaaS)-Anwendungen. Das geht unter anderem aus einer Studie des Marktforschungsinstituts Synergy Research Group hervor. Gerade Microsoft 365 steht hoch im Kurs. Aus Ihrer Erfahrung gesprochen: Wieso setzen immer mehr Firmen auf SaaS-Anwendungen wie M365?

Daniel Harenkamp: Entscheidende Gründe sind hier der einfache Einstieg, die Skalierbarkeit sowie die nutzungsbasierte Abrechnung. Bei M365 kommt hinzu, dass Firmen dadurch nicht nur ihre IT-Mitarbeiter entlasten, sondern auch hohe wiederkehrende Investitionen umgehen können – die normalerweise anfallen, wenn man neue Versionen der Office Suite kauft. Nicht zuletzt enthält M365 zusätzliche Funktionen wie ein Mobile Device Management.

CANCOM.info: Damit die Nutzung von SaaS-Anwendungen in der Praxis sicher funktioniert, müssen Unternehmen einen besonderen Fokus auf das Thema Datensicherung legen. Hier betonen allerdings viele SaaS-Provider, dass nicht sie, sondern die Unternehmen für die Sicherung der SaaS-Daten verantwortlich sind. Welche Herausforderungen ergeben sich dadurch für Firmen?

Daniel Harenkamp: Gerade Unternehmen, die zum ersten Mal ein SaaS-Angebot wie M365 einsetzen, müssen eine Reihe von Herausforderungen bewältigen. Zum Beispiel kann das Problem auftreten, dass die aktuell eingesetzte Backup-Software keine SaaS-Daten wie M365 unterstützt. Oder dass die eigene Internetanbindung nicht ausreicht, um eine zuverlässige Datensicherung durchzuführen – was leider auch in 2020 häufig der Fall ist. Prinzipiell gilt aber: IT-Verantwortliche in Unternehmen müssen sich bewusst sein, dass sie für die Datensicherung eine spezielle Backup-Lösung benötigen. Denn die SaaS-Anbieter gewährleisten nur die Verfügbarkeit der Daten. Die konkrete Sicherung ist Aufgabe des Unternehmens. Wie Sie richtig erwähnt haben, betonen dies SaaS-Anbieter auch immer wieder. Trotzdem wird es leider oft nicht berücksichtigt.

CANCOM.info: Nehmen wir das Beispiel Datensicherung für M365. Mit welchen Herausforderungen sehen sich Unternehmen hier konfrontiert?

Daniel Harenkamp: Bei M365 stehen Firmen besonders vor der Hürde, dass die SaaS-Daten in verschiedenen Umgebungen abgespeichert werden – wie Exchange Online, OneDrive, Sharepoint oder Teams. Somit benötigen Unternehmen eine Backup-Lösung, die alle Daten unabhängig von der Umgebung sichert und granular wiederherstellt. Häufig ist zusätzlich die Implementierung eines Anwenderportals sinnvoll. Dort können Nutzer bestimmte Daten, wie versehentlich gelöschte E-Mails, selbst wiederherstellen.

CANCOM.info: Um sämtliche Hürden zu meistern und die Datensicherung in der Praxis umzusetzen, bietet zum Beispiel der Hersteller Commvault Backup-Lösungen für SaaS-Anwendungen an. In Ihrer Position bei CANCOM beschäftigen Sie sich intensiv mit diesem Thema. Was zeichnet die Lösungen von Commvault aus Ihrer Sicht aus?

Daniel Harenkamp: Commvault hat eine technisch hervorragende Backup-Software im Portfolio. Entsprechend wurde der Hersteller vom Marktforschungsinstitut Gartner im letzten „Magic Quadrant for Data Center Backup and Recovery Solutions“ als Leader ausgezeichnet. Für M365 bedeutet dies zum Beispiel, dass die Software sämtliche SaaS-Daten in M365 sichern und wiederherstellen kann. Natürlich ermöglicht die Lösung auch, Backups in anderen SaaS-Umgebungen zu erstellen – wie Salesforce, Azure Blob Storage oder AWS S3. Weiterhin sind darin Features wie ein Self-Service-Restore für Anwender oder Cloud-to-Cloud Backup-Optionen enthalten. Tatsächlich lässt sich die Software in zahlreiche Cloud- und On Premise-Lösungen integrieren. Ehrlicherweise muss man allerdings sagen: Wenn es um das reine Backup von SaaS-Anwendungen geht, unterscheiden sich die einzelnen Lösungen der Hersteller wenig. Bei Commvault kommt jedoch die Möglichkeit des Datenmanagements hinzu.

CANCOM.info: Unternehmen benötigen bei Commvault also keine zusätzliche Software, um ein Datenmanagement durchzuführen?

Daniel Harenkamp: Exakt. Unter „Commvault Activate“ verfügt die Backup-Software des Herstellers über dedizierte Datenmanagement-Funktionen. Damit können Firmen etwa alle verfügbaren Informationen und Daten über einen Volltextindex durchsuchen sowie Compliance-Richtlinien auf Backups anwenden. Die Folge: Backup-Daten werden nutzbar und tragen zum Unternehmenserfolg bei.

CANCOM.info: Nehmen wir an, eine Firma möchte ihre SaaS-Daten mit der Backup-Software von Commvault absichern. Welche Optionen gibt es, dies praktisch umzusetzen?

Daniel Harenkamp: Hier lassen sich grundsätzlich drei Szenarien unterscheiden. Im ersten und einfachsten Szenario nutzt das Unternehmen bereits die Software von Commvault und kann auf ausreichend Speicherplatz sowie eine gute Internetanbindung zurückgreifen. In diesem Fall muss das Backup lediglich in der vorhandenen Software-Installation eingerichtet und die Backup-Daten im bestehenden Speicher abgelegt werden. Im zweiten Szenario verwendet die Firma zwar die Software von Commvault, verfügt aber weder über ausreichend Speicherplatz noch über eine gute Internetanbindung. Ähnlich wie im ersten Fall wird hier das Backup in der vorhandenen Software-Installation umgesetzt. Zusätzlich ist es jedoch nötig, einen MediaAgent zu konfigurieren: Dieser zieht die Daten aus der SaaS-Anwendung und speichert sie in einer Public Cloud. Die Backup-Daten werden also direkt zum MediaAgent transferiert. Dadurch belasten Unternehmen weder den eigenen Speicher noch ihre Internetanbindung. Im dritten und letzten Szenario ist die Software von Commvault noch nicht im Einsatz und muss deshalb installiert werden. Dies funktioniert entweder On Premise oder in einer Public Cloud. Bei der Cloud-Variante wird ein Cloud-to-Cloud-Modell für die Datensicherung angewandt.

CANCOM.info: Wie kann CANCOM bei der Umsetzung unterstützen?

Daniel Harenkamp: Wir bieten für die Software von Commvault ein Managed Service Provider-Modell an. Wir kümmern uns also neben der Implementierung auch um den Betrieb der Software. Für Unternehmen, die noch keinen Cloud-Service nutzen, aber auf die Cloud-Variante setzen möchten, können wir außerdem mit unserem BusinessCloud Marketplace unterstützen. So bieten wir sogenannte „Quick Setup“-Pakete an, um die nötige Grundkonfiguration des Cloud-Services durchzuführen.

Sie haben Fragen rund um das Thema Datensicherung in SaaS-Umgebungen oder wünschen eine unverbindliche Beratung? Dann wenden Sie sich gerne an die Experten von CANCOM

Hintergrund zum Experten

Bild: © CANCOM

Daniel Harenkamp arbeitet bei CANCOM als Solution Architect. In seiner Position beschäftigt er sich täglich mit Themen rund um die Sicherung und dem Management von Daten.

Vor seiner Tätigkeit bei CANCOM war Daniel Harenkamp, der gelernter Fachinformatiker für die Systemintegration ist und seit 2003 in der IT-Branche arbeitet, als System Engineer an diversen Projekten beteiligt.

Quelle Titelbild: © Rawpixel.com/stock.adobe.com

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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