9. April 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren

IoT: Man sieht erst die Spitze des Eisbergs

Das Internet der Dinge wird bereits im Jahr 2020 einen Mehrwert von 19 Billionen Dollar erzeugen, so Dr. Bernd Heinrichs, Experte für das Internet der Dinge bei Cisco, in diesem Videointerview.

Besonders profitieren werden vom Internet der Dinge (IoT) laut den Marktforschern von Gartner die Sparten Produktion, Gesundheitswesen und Versicherungen.

Die Hersteller von Waren werden auf der Gewinnerseite stehen, weil sie ihren Bestand sowie den Zu- und Abgang von Rohmaterial und Komponenten jederzeit genau kennen.

Damit können sie rasch auf Änderungen des Marktes und der Kundenwünsche eingehen. Diese Entwicklung ist ausbaufähig – zum Beispiel werden Spediteure dank dieser Technik noch enger in alle Prozesse ihrer Kunden eingebunden.

„Das Internet der Dinge wird es Unternehmen erlauben, von pauschalen Preisen wegzukommen und maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen und Kunden anzubieten“, so Peter Sondergaard, globaler Forschungsschef von Gartner.

In der Gesundheitsversorgung soll mit Sensoren ausgestattete Kleidung zum Beispiel Stürze älterer Menschen erkennen – und bei anschließender Bewegungslosigkeit Hilfe holen. Kleine Behälter mit Medizin darin „wissen“, ob ihre Besitzer die empfohlenen Tabletten genommen haben oder nicht – und erinnern falls nötig per E-Mail oder SMS.

Und Sensoren im Auto können anhand der Fahrweise erkennen, ob dem durchweg vorausschauend fahrenden Besitzer womöglich ein besseres Angebot für seine Versicherung geschickt werden könnte.

Oft fehlen noch technische Standards

Auch die Markforscher der IDC sehen ein riesiges Potenzial für Komponenten, Prozesse, IT und Verbindungs-technik für das Internet der Dinge. „Ich gehe davon aus, dass die aktuellen IoT-Geschäftsbeispiele nur die Spitze des Eisbergs sind“, meint IDCs Infrastruktur-Analyst Vernon Turner.

Als eine der wesentlichen Hürden benennt er das Fehlen technischer Standards, über die sich alle Geräte aller Hersteller miteinander unterhalten können. Das MP3-Format, der USB-Stecker, DVDs oder das europäische Handy-Funknetz sind Beispiele für verbreitete Standards.

Cisco beispielsweise arbeitet deshalb zusammen mit Bosch, ABB und LG an einem gemeinsamen Standard, mit dem elektrische Haushaltsgegenstände im Smart Home der Zukunft ihre Informationen austauschen können.

Auch dafür sind die wirtschaftlichen Aussichten günstig: Nach Einschätzung der Beratungsgesellschaft Deloitte & Touche hat allein in Europa der Smart-Home-Markt im Jahr 2017 ein Volumen von 4,1 Milliarden Euro.

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