29. Februar 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren

Roboter „Atlas“: faszinierend und bedrohlich zugleich?

Seit knapp einer Woche ist das obige Video von Boston Dynamics auf YouTube und hat schon satte 11.967.703 Views. Die Redakteurin fragt sich: Warum interessieren sich so viele Menschen für die mehr (oder eher weniger) eleganten Roboter?

Irgendwie wirkt er etwas tollpatschig, der Roboter mit dem Namen Atlas, den die Entwickler von Boston Dynamics in seiner neuen Version diese Woche im Video oben vorgestellt haben. Bei seinem ersten Freigang stapft er holpernd durch den Schnee, stolpert bei Minute 0:50 an einem Mini-Hügel, gerät ins Straucheln, aber fängt sich wieder.

„Puh, Glück gehabt“, denke ich, gleichzeitig etwas erleichtert und zugegebenermaßen auch belustigt. Fast, als hätte man ein tölpeliges Kind bei den ersten Gehversuchen beobachtet. Regt sich da gerade etwas Empathie mit dem Roboter, der Maschine?

Quelle: Screenshot Video Boston Dynamics.

Ein fieser Stoß vor die Brust des fleißigen Roboters. Quelle: Screenshot Video Boston Dynamics.

Spätestens um Minute 1:25 habe ich dann wirklich etwas Mitleid mit dem armen Atlas. Er hebt mühsam eine Kiste auf, ein Mann schlägt sie ihm mit einem Hockey-Schläger aus den Metallarmen, verpasst dem Robo eine mit dem Stock und schubst ihn fies zurück.

Kommt jetzt die Rache der künstlichen Intelligenz?

Wieder fällt der Roboter zwar nicht hin, aber etwas erschrocken bin ich schon. Später im Video wird Atlas dann sogar hinterrücks in den Rücken gestoßen und stürzt zu Boden – voll auf die Blechnase sozusagen. Als Atlas sich wieder aufgerappelt hat, denke ich: Folgt jetzt die Rache der Maschine gegen seinen Peiniger? Diese erfolgt natürlich nicht, Atlas scheint beruhigenderweise mehr als duldsam.

Fazit: Das Video über den Roboter, so behäbig er wirken mag, ist auf der einen Seite absolut faszinierend, weil er trotz allen Unzulänglichkeiten (oder gerade deswegen?) schon menschliche Züge erkennen lässt. Das weckt Emotionen und Empathie. Diese Personifizierung erlaubt es aber auch, dem Roboter selbst ein Gefühlsleben zuzuschreiben. Klar, Science Fiction-Stories zu künstlicher Intelligenz, wie I-Robot, AI oder Ex-Machina, sind nicht unbeteiligt daran, unsere Phantasie anzuregen und Ängste zu schüren.

Quelle Video: Boston Dynamics via Youtube.

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