
Symbolbild: Kühlsysteme im Rechenzentrum (Bild: AI-generiert mit Microsoft Copilot)
Die vergangene Woche hat allein in Deutschland gezeigt: Steigende Temperaturen und extreme Hitze sind längst kein saisonales Phänomen mehr. Sie entwickeln sich vielmehr zu einem strukturellen Risiko für digitale Infrastrukturen.
Eine Auswertung von Maplecroft zeigt: Bereits heute sind 56 Prozent der weltweit wichtigsten Rechenzentrumsstandorte, darunter nordamerikanische Orte wie das Silicon Valley aber auch europäische Städte wie Madrid, einem „hohen“ oder „sehr hohen“ Risiko ausgesetzt. Lagos, Dubai, Mexico City und Santiago fallen ebenfalls darunter. Bis 2080 soll diese Gefährdungslage auf 80 Prozent ansteigen.
Begrenzte Ressource Wasser: Wenn Kühlung knapp wird
Gleichzeitig ist Wasser als ausschlaggebender Faktor für die Kühlung eine vulnerable Ressource. Durchschnittliche Rechenzentren mittlerer Größe benötigen laut der Maplecroft-Studie ca. 1,4 Millionen Liter Wasser pro Tag, um die empfohlene Temperatur zwischen 18 und 27 Grad Celsius aufrecht zu erhalten – ein Verbrauch, der im Zuge der Hitzewellen beträchtlich steigen wird. Jeder zusätzliche Grad über der normalen Betriebstemperatur lässt die Energiekosten laut einer Studie von Allianz Trade um rund 1,2 Prozent wachsen. Parallel erhöhen sich operative Risiken: Komponenten können beschädigt werden, was im Extremfall das kontrollierte Herunterfahren der Systeme erzwingt.
Handlungsbedarf: Wie Unternehmen sich rüsten können
Entsprechend gewinnen Themen wie transparente Last- und Temperaturüberwachung, resiliente Rechenzentrumsarchitekturen sowie flexible Betriebsmodelle über mehrere Standorte oder Cloud-Umgebungen hinweg an Bedeutung.
Konkret bedeutet das:
- Frühes Erkennen kritischer Zustände durch kontinuierliches Monitoring von Temperatur, Last und Energieverbrauch
- Überprüfung und Anpassung bestehender Rechenzentrumsstrategien, etwa im Hinblick auf Kühlung, Redundanz und Standortverteilung
- Dynamische Steuerung von Workloads, um Lastspitzen in hitzekritischen Phasen gezielt zu vermeiden
- Etablierung robuster Betriebsmodelle mit kontinuierlicher Überwachung und proaktiver Steuerung
- Absicherung geschäftskritischer Systeme gegen Ausfälle durch physische und infrastrukturelle Risiken
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