Ob für AI, Sicherheit oder Virtualisierung – Data Processing Units (DPUs) entlasten CPU und GPU bei kritischen Infrastrukturaufgaben. Warum sie jetzt an Bedeutung gewinnen und für welche Szenarien sie besonders relevant sind, erfahren Sie hier.
8. Juli 2025
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Bild: © Mardre/stock.adobe.com
Moderne Rechenzentren basieren seit jeher auf der Kombination von CPU und GPU: Die CPU übernimmt allgemeine Rechenaufgaben, während die GPU für parallele Datenverarbeitung – etwa bei AI- oder Grafik-Workloads – zuständig ist. Inzwischen rückt jedoch eine dritte Prozessorklasse zunehmend in den Fokus: die Data Processing Unit (DPU). Sie ist nicht neu, gewinnt aber angesichts wachsender Datenmengen, steigender Netzwerkkomplexität und AI-getriebener Infrastrukturanforderungen stark an Bedeutung.
Eine DPU ist ein spezialisierter Prozessor, der datenintensive Infrastrukturaufgaben übernimmt – beispielsweise Netzwerkmanagement, Sicherheitsfunktionen oder Storage-Operationen. Damit entlastet sie CPU und GPU und verbessert die Performance von Rechenzentren.
CPUs (Central Processing Units) gelten als flexible Allzweckprozessoren. GPUs (Graphics Processing Units) sind auf parallele Berechnungen optimiert – etwa für AI-Modelle oder maschinelles Lernen. DPUs wiederum konzentrieren sich auf das Offloading von Infrastruktur-Tasks wie Paketverarbeitung, Verschlüsselung oder Telemetrie. NVIDIA beschreibt sie als „programmierbare Prozessoren mit eigenem Speicher, eigenem Netzwerkinterface und beschleunigter Hardware für Infrastrukturservices“. Damit eignen sie sich ideal für softwaredefinierte und hochgradig virtualisierte Rechenzentren.
Die Zunahme von Cloud-nativen Anwendungen, Zero-Trust-Sicherheitsmodellen und AI-Workloads stellt neue Anforderungen an Rechenzentren. DPUs tragen dazu bei, diese Herausforderungen zu bewältigen, indem sie sicherheits- und netzwerkbezogene Aufgaben übernehmen, die traditionell von der CPU gestemmt wurden.
Wie ComputerWeekly berichtet, übernehmen DPUs zunehmend netzwerknahe Aufgaben wie Verschlüsselung, Authentifizierung und Telemetrie, die bislang direkt auf der CPU liefen. Dadurch lassen sich zentrale Rechenressourcen entlasten, was insbesondere in virtualisierten Multi-Tenant-Umgebungen zu einer besseren Performance und effizienteren Ressourcennutzung führt. Der Beitrag hebt hervor, dass DPUs entscheidend dazu beitragen können, softwaredefinierte Netzwerke, Speichersysteme und Sicherheitsfunktionen hardwareseitig abzusichern – ein Vorteil, der besonders bei modernen, dynamischen Cloud-Architekturen zum Tragen kommt.
DPUs zahlen nicht nur auf die technische Effizienz ein, sondern unterstützen auch zentrale Unternehmensziele. Sie senken potenziell Infrastrukturkosten, verbessern die Stabilität geschäftskritischer Anwendungen und schaffen die Basis für skalierbare, zukunftsfähige IT-Architekturen – etwa in Multi-Cloud-, AI- oder Edge-Szenarien.
Die wachsende Bedeutung von DPUs spiegelt sich auch in den aktuellen Marktprognosen wider. Laut einer Analyse von Business Research Insights wurde der globale DPU-Markt im Jahr 2024 auf 2,49 Milliarden USD geschätzt und soll bis 2033 auf 35,35 Milliarden USD anwachsen – das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 34,23 %. Dieses Wachstum wird durch die steigende Nachfrage nach leistungsfähigen Computing-Lösungen, insbesondere für AI-Workloads und optimierte Rechenzentren, angetrieben.
DPUs bringen vor allem dort Vorteile, wo große Datenmengen effizient verarbeitet und sensible Prozesse sicher gesteuert werden müssen:
DPUs sind keine kurzfristige Technologie, sondern ein strategischer Baustein für moderne Infrastrukturen. Als dritte Säule neben CPU und GPU helfen sie, die wachsenden Anforderungen an Sicherheit, Skalierbarkeit und Effizienz im Rechenzentrum zu erfüllen.
Für Unternehmen, die auf Virtualisierung, AI und Cloud-Strategien setzen, sind DPU-basierte Architekturen eine zukunftsorientierte Option, um Performance zu steigern, Sicherheit zu erhöhen und Ressourcen gezielt zu entlasten. CANCOM unterstützt dabei mit umfassender Beratung und maßgeschneiderten Infrastrukturkonzepten – von der Auswahl bis zum Betrieb.