Wieso generative AI kein Selbstläufer ist – und wie Unternehmen davon profitieren können

Dass generative AI kein kurzfristiger Hype mehr ist, kann wenig überraschen: Immer mehr Unternehmen setzen auf generative AI-Lösungen in der Praxis. Und Hersteller wie Microsoft entwickeln ihre AI-Lösungen stetig weiter, wie kürzlich auf dem firmeneigenen Event „Microsoft Ignite“ deutlich wurde. Doch der praktische Einsatz ist bisher bei Weitem nicht so erfolgreich, wie viele erwartet haben. Das zeigt eine aktuelle Studie auf. Welche Voraussetzungen für den Erfolg notwendig sind und wie CANCOM Unternehmen dabei unterstützen kann, lesen Sie im Beitrag. Außerdem erfahren Sie, welche neuen AI-Lösungen Microsoft auf der Ignite präsentierte.

26. November 2025

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Lesedauer: ca. 6 Min.

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Bild: © Haseeb/stock.adobe.com (modifiziert von CANCOM)

Die Nutzung von generativer AI gehört in vielen Unternehmen inzwischen zum Alltag. Zu diesem Ergebnis kommt unter anderem die Studie „Generative KI in der deutschen Wirtschaft 2025“ von KMPG. Demnach haben sieben von zehn Firmen eine Strategie für generative AI entwickelt. Rund die Hälfte setzt entsprechende Lösungen bereits umfassend in der Praxis ein.

Wie es weiter heißt, betrachten 91 Prozent generative AI als wichtiges Thema für ihr Geschäftsmodell und die künftige Wertschöpfung. 82 Prozent würden entsprechende Investitionen in naher Zukunft planen. Die Erwartungen sind groß: Laut Studie erhoffen sich Unternehmen durch generative AI große Impulse in Richtung Innovation sowie Umsatzsteigerungen und neue Produkt- und Marktchancen.

AI-Projekte scheitern aktuell oft in der Pilotphase

Es gibt jedoch einen großen Haken: Die hohen Erwartungen gehen bisher nur selten in Erfüllung. Das zeigt die aktuelle Studie „The GenAI Divide: State of AI in Business 2025“ des Forschungsprojekts „MIT Media Lab NANDA“ auf. Über die Studie haben verschiedene Fachmedien und -portale berichtet – darunter Forbes, Fortune und Heise Online. Laut Studie scheitern 95 Prozent der AI-Projekte bereits ganz am Anfang, in der Pilotphase. Nur fünf Prozent der Projekte würden für Unternehmen nachhaltige und messbare finanzielle Vorteile erzielen. Mit anderen Worten: Für die überwältigende Mehrheit der Unternehmen erzielen generative AI-Lösungen derzeit nicht die gewünschten Ergebnisse – sodass sich die (mitunter sehr hohen) Investitionen nicht auszahlen.

Wie die Studienautoren betonen, liegt dies nicht an der Qualität der AI-Modelle an sich. Vielmehr seien diese nicht richtig in den Unternehmenskontext integriert bzw. effektiv in bestehende Arbeitsprozesse eingebettet. „Generische Tools wie ChatGPT eignen sich aufgrund ihrer Flexibilität zwar hervorragend für Einzelpersonen, stoßen jedoch im Unternehmenskontext an Grenzen, da sie sich nicht an bestehende Workflows anpassen oder aus ihnen lernen“, wird Aditya Challapally, führender Autor der Studie, im Forbes-Artikel zitiert.

Für CANCOM-Experte Daniel Kiehl (Director Competence Center Datacenter & Cloud, CANCOM) liegt das Problem vor allem darin, dass häufig eine klare Verbindung zwischen AI-Initiativen und konkreten Business-Zielen fehlt. „Der wirtschaftliche Nutzen von AI-Projekten ist häufig schwer greifbar, insbesondere im Vergleich zu klassischen IT-Investitionen“, so der CANCOM-Experte im CANCOM.info-Gastbeitrag. „Hinzu kommt, dass es oft an interner Expertise fehlt, um das Potenzial der Technologie realistisch einzuschätzen.“

Dieses Know-how ist laut Daniel Kiehl aber entscheidend, um von AI-Lösungen profitieren zu können. Unternehmen müssten wissen bzw. herausfinden, welche konkreten Business-Ziele sie mit dem Einsatz von AI überhaupt erreichen möchten. Nur dann sei es möglich, die passenden AI-Modelle für die Erfüllung dieser Ziele zu evaluieren und maßgeschneidert zu implementieren. 

Generative AI entwickelt sich rasant

Die Auswahl der richtigen AI-Modelle kann für Unternehmen jedoch schnell überfordernd werden – zumal der Bereich der (generativen) AI in rasanter Geschwindigkeit voranschreitet. Das zeigte sich kürzlich auf der Microsoft Ignite 2025 in San Francisco: Unter dem Motto „Ignite possibilities“ präsentierte Microsoft auf dem firmeneigenen Event eine Vielzahl von Neuerungen rund um die eigene generative AI-Lösung Microsoft Copilot und AI-Agenten.

Dabei räumte der IT-Konzern unumwunden ein: Viele Unternehmen haben bisher Schwierigkeiten, von AI-Lösungen wirklich zu profitieren. Noch zu selten werde AI nachhaltig in den Geschäftsprozess integriert. Dies sei jedoch essenziell, um echte Business-Mehrwerte zu erzielen.

Oder wie es eine offizielle Pressemitteilung von Microsoft beschreibt, die im Rahmen der Microsoft Ignite veröffentlicht wurde: „KI verändert schon jetzt grundlegend, wie wir arbeiten und Probleme lösen. Aber dennoch wird diese Technologie noch zu oft als Ergänzung unserer Arbeit betrachtet, statt als ein wesentlicher Bestandteil. KI ist nichts, das man einfach am Ende auf ein fertiges Produkt setzen sollte, wie eine Kirsche auf einen Eisbecher. Ihr verantwortungsvoller und kluger Einsatz bedeutet stattdessen, sorgfältig zu überlegen, wie sie auf jeder Ebene am effektivsten genutzt werden kann.“

Ein solcher, maßgeschneiderter Einsatz von AI ist mit den AI-Lösungen von Microsoft nun einfacher denn je möglich – so der IT-Konzern auf der Microsoft Ignite.

Microsoft 365 Copilot und Agent 365 als zentrale Themen

Konkret rückte der IT-Konzern auf dem Event insbesondere zwei Themen in den Fokus: die Weiterentwicklung von Microsoft 365 Copilot und die neue Managementplattform Agent 365. Dabei hob Microsoft hervor, dass sich beide Lösungen in die bestehenden Unternehmensprozesse integrieren und exakt auf individuelle Anforderungen und Use Cases zuschneiden lassen. Auf diese Weise könnten Unternehmen nachhaltig von deren Einsatz profitieren und echte Business-Mehrwerte erzielen.

Weiterentwicklung von Microsoft 365 Copilot 

Um Microsoft 365 Copilot und AI-Agenten noch stärker auf die spezifischen Workflows auszurichten, hat Microsoft sie um die neue Funktion „Work IQ“ erweitert – von Microsoft auch als „Intelligenzschicht“ bezeichnet. Damit sollen Microsoft 365 Copilot und AI-Agenten noch besser verstehen, wie in einem Unternehmen gearbeitet wird. Dafür greift Work IQ auf eine Vielzahl von Unternehmensdaten wie E-Mails, Dateien oder Chats zu. Auf Basis dieser Daten werden Arbeitsweise, Rollen, Prioritäten und Muster innerhalb des Betriebs analysiert. Diese Analyse soll einerseits Copilot ermöglichen, Mitarbeiter mit relevanteren und kontextbezogeneren Inhalten zu unterstützen. Andererseits können Firmen die Analyse und die darin enthaltenen Erkenntnisse per API nutzen, um AI-Agenten zu entwickeln, die exakt an ihre Geschäftsprozesse angepasst sind.

Neben Work IQ hat Microsoft zudem ein neues Lizenzierungsmodell für Microsoft 365 Copilot vorgestellt: Microsoft 365 Copilot Business. Dieses Modell ist speziell für kleinere und mittlere Unternehmen (mit weniger als 300 Mitarbeitern) konzipiert. Auch wenn die verbindlichen Preise für Deutschland noch nicht feststehen, hat Microsoft bereits angekündigt, dass Microsoft 365 Copilot Business günstiger sein soll als das reguläre Microsoft 365 Copilot-Abonnement – trotz identischem Funktionsumfang. Um das neue Lizenzierungsmodell nutzen zu können, ist eine bestehende Microsoft 365 Business-Lizenz Grundvoraussetzung. Microsoft 365 Copilot Business soll ab dem 1. Dezember 2025 allgemein verfügbar sein.

Agent 365 

Hier handelt es sich um ein Kontroll- und Verwaltungszentrum für AI-Agenten innerhalb von Microsoft 365. Wie Microsoft hervorhebt, ist dies angesichts des vermehrten Einsatzes von AI-Agenten in Unternehmen mehr denn je nötig.

Agent 365 ermöglicht es IT-Administratoren in Zukunft, die AI-Agenten zu überwachen, Sicherheitsrichtlinien zu definieren und deren Einsatz im Unternehmen zu steuern. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um vorkonfigurierte oder benutzerdefinierte AI-Agenten handelt.

Auf der Microsoft Ignite wurde deutlich: Mit Agent 365 möchte Microsoft nicht nur ein hohes Sicherheits- und Compliance-Niveau gewährleisten. Der IT-Konzern möchte auch erreichen, dass die AI-Agenten in Zukunft vollständig in interne Geschäftsprozesse eingebunden sind. Denn sie werden nun in Hinblick auf Management und Sicherheitsrichtlinien quasi wie menschliche Mitarbeiter behandelt. So kann die IT-Abteilung jetzt nach dem Zero Trust-Prinzip genau bestimmen, auf welche Daten und Anwendungen AI-Agenten zugreifen können – und auf welche nicht.

Passgenaue AI-Einführung mit CANCOM

Die Microsoft Ignite ließ keine Zweifel zu: Microsoft entwickelt seine AI-Lösungen stetig weiter – und verfolgt das Ziel, Unternehmen die für den Business-Erfolg so entscheidende, maßgeschneiderte Integration der AI-Lösungen in ihre Betriebsabläufe enorm zu erleichtern. Egal, ob es sich um Microsoft Copilot oder AI-Agenten handelt.

Mit dem „One-4-All“-Ansatz kann CANCOM Unternehmen bei der Einführung von AI-Lösungen wie von Microsoft umfassend unterstützen. Wie CANCOM-Experte Daniel Kiehl betont, schließt dies selbstverständlich das Thema Integration mit ein.

„Wir begleiten Unternehmen mit einem klar strukturierten Ansatz entlang der gesamten AI-Journey – von der Use-Case-Definition über die Entwicklung bis hin zur Integration“, beschreibt Daniel Kiehl. Das Ziel bestehe darin, eine „produktive AI“ zu schaffen – also (generative) AI-Lösungen einzuführen, die in der Unternehmenspraxis tatsächliche Mehrwerte schaffen, da sie effektiv in bestehende Arbeitsprozesse eingebettet sind. „Der Weg zu produktiver AI ist anspruchsvoll, aber machbar – mit der richtigen Strategie, Technologie und einem erfahrenen Partner an der Seite“, so der CANCOM-Experte.

Sie möchten sich selbst von den Leistungen von CANCOM überzeugen? Dann besuchen Sie gerne die exklusive Themenseite und nehmen Sie Kontakt zu den CANCOM-Experten auf.

Detaillierte Informationen rund um Microsoft Copilot finden Sie hier.

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