
Symbolbild: Physische Sicherheitsinfrastruktur im Rechenzentrum (Bild: AI-generiert mit Microsoft Copilot)
Rechenzentren bilden die Grundlage für Cloud-Services, digitale Geschäftsprozesse und zunehmend auch für AI-Anwendungen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an ihre Verfügbarkeit – und Ausfallsicherheit.
Gleichzeitig steigt mit der wachsenden Vernetzung die Komplexität der zugrunde liegenden Infrastruktur. Die aktuelle Analyse von Claroty zeigt, dass erhebliche Sicherheitsrisiken nicht nur in den IT-Systemen selbst liegen, sondern auch in den cyber-physischen Systemen (CPS), die für die Stromversorgung, Kühlung, Gebäudeautomation und das Infrastrukturmanagement verantwortlich sind. Für die Studie wurden mehr als 750.000 Rechenzentren-Assets großer Betreiber weltweit analysiert.
Angriffsfläche reicht weit über klassische IT hinaus
Demnach rücken zunehmend Systeme zur Gebäude- und Infrastruktursteuerung in den Fokus der Angreifer. Dazu zählen unter anderem Stromversorgungseinheiten, USV-Anlagen, Kühltechnik, Gebäudeautomationssysteme sowie Lösungen für das Infrastrukturmanagement von Rechenzentren.
Besonders kritisch: Jedes fünfte Rechenzentrum-Asset sei zwar nicht direkt mit dem Internet verbunden, könnte aber über Fernwartungszugänge oder angrenzende IT-Systeme erreicht werden. Angreifer benötigen laut Studie daher nicht mal einen direkten Zugang zu den Steuerungssystemen, sondern bewegen sich über bereits bestehende Schwachstellen in Netzwerkverbindungen zu sensiblen Systemen vor.
Risikoreich: Veraltete Protokolle und bekannte Schwachstellen
Die Analyse identifiziert eine Reihe konkreter, wiederkehrender Sicherheitsprobleme. So kommunizieren mehr als 80 Prozent der analysierten OT-Steuerungs-, Energieüberwachungs- und IoT-Systeme über ältere, als unsicher geltende Protokolle wie BACnet und MODBUS. Zudem enthalten 23 Prozent der untersuchten IoT-Geräte bekannte und bereits ausgenutzte Sicherheitslücken.
Auch würden Gebäudeautomationssysteme erhebliche Defizite aufweisen. 88 Prozent nutzen laut Studie unsichere Kommunikationsverfahren, während 40 Prozent mit veralteter Firmware betrieben werden. In einer Rechenzentrumsumgebung, die auf maximale Verfügbarkeit ausgelegt ist, könnten Schwachstellen wie diese erhebliche Auswirkungen auf Betrieb, Servicequalität und Ausfallsicherheit haben.
AI erhöht Anforderungen an Resilienz
Diese Ergebnisse treffen auf einen Markt, in dem der Ausbau von Rechenzentrumkapazitäten weltweit voranschreitet. Insbesondere die steigende AI-Nutzung erhöht den Bedarf an leistungsfähiger Infrastruktur. Mit jeder zusätzlichen Anlagen wachsen zeitgleich aber auch die Anforderungen an Transparenz, Sicherheitsüberwachung und Risikomanagement.
Laut Claroty reicht es deshalb nicht, nur klassische IT-Systeme abzusichern. Im Fokus sollten folgende Fragen im Fokus stehen:
1. Angriffswege sichtbar machen:
Welche Verbindungen bestehen zwischen IT-, Gebäude- und Betriebssystemen? Über welche Wege gelangen Angreifer an kritische Komponenten?
2. Kritische Systeme gezielt isolieren:
Welche Bereiche der Infrastruktur müssen besonders geschützt werden? Wie lässt sich verhindern, dass sich Angreifer nach einer Kompromittierung im Netzwerk weiter ausbreiten?
3. Infrastrukturkomponenten auf den Prüfstand stellen:
Welche Steuerungs-, Kühlungs- oder Gebäudemanagementsysteme basieren auf veralteten Technologien? Wo entstehen hierdurch Sicherheitsrisiken?
4. Auffälligkeiten frühzeitig erkennen:
Wie lassen sich ungewöhnliche Kommunikationsmuster oder verdächtige Aktivitäten schneller identifizieren?
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