Hybride Migration auf SAP S/4HANA: Deshalb ist die SAP Edge Integration Cell ein wichtiger Baustein

Die Migration auf SAP S/4HANA ist für viele Unternehmen, die SAP-Lösungen nutzen, eines der zentralen Digitalisierungsvorhaben der kommenden Jahre. Und diese ist auch nötig: So läuft der Support für das Vorgängersystem SAP ECC ab 2027 aus. Bei der praktischen Umsetzung der Migration setzen sich hybride Strategien zunehmend durch. Doch was zeichnet solche Strategien aus – und inwiefern spielt die Lösung „SAP Edge Integration Cell“ eine wichtige Rolle?

26. August 2025

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Lesedauer: ca. 5 Min.

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Die SAP Edge Integration Cell schlägt eine technologische Brücke zwischen der Cloud und dem lokalen Rechenzentrum (Bild: © Willi Wilhelm/stock.adobe.com).

Der Handlungsdruck ist hoch: Noch etwas mehr als zwei Jahre bleiben Unternehmen, dann beendet SAP den Support für das „alte“ ERP-System SAP ECC. Nach dem 31. Dezember 2027 stehen keine Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen und technischen Support mehr zur Verfügung. Einzige Ausnahme: Unternehmen lassen den Support durch die sogenannte Extended Maintenance verlängern. Dies ist jedoch mit zusätzlichen Kosten und bestimmten Voraussetzungen verbunden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Extended Maintenance für Unternehmen irrelevant ist. Im Gegenteil: Wie das Fachportal „CIO“ in Bezug auf eine Gartner-Studie berichtet, werden viele Unternehmen schlicht keine andere Wahl haben, als die Extended Maintenance zu beziehen – sofern die Migrationsgeschwindigkeit auf SAP S/4HANA nicht zunimmt. Denn laut Gartner wird es bei der aktuellen Geschwindigkeit im Jahr 2027 immer noch 17.000 SAP ECC-Nutzer geben. Dies entspreche fast die Hälfte der ECC-Kundenbasis.

Dies zeigt: Eine Migration auf SAP S/4HANA ist mehr denn je nötig – und die Zeit drängt.

Unternehmen bevorzugen hybride Strategien

Für die Umsetzung der Migration haben Unternehmen nun verschiedene Optionen. Sie können:

  • Das SAP S/4HANA-System vollständig lokal im eigenen Rechenzentrum implementieren und dort betreiben (echtes On-Premises Deployment).
  • Das System in einem lokalen, jedoch externen Rechenzentrum installieren und dort betreiben (Hosting-Modell).
  • Lokale (On-Premises) Systeme mit Cloud-Lösungen miteinander kombinieren (hybrider Ansatz).
  • Die gesamte SAP S/4-HANA-Umgebung in einer Cloud-Umgebung betreiben (reine Cloud-Migration).

In der Praxis entscheiden sich immer mehr Unternehmen für den hybriden Ansatz. Zu diesem Ergebnis kommt unter anderem die aktuelle SAP-Studie von valantic – einem Unternehmen, das seit 2018 jährlich SAP-Experten aus der DACH-Region zum Status quo bei der SAP S/4-HANA Migration befragt.

Demnach setzen Firmen bei der Migration vermehrt auf eine Kombination aus On-Premises- und Cloud-Umgebung. Laut Studie liegt dies vor allem daran, dass Unternehmen die Veränderungen durch die Migration schrittweise angehen möchten – anstatt einen disruptiven Umbruch zu vollziehen. Aus diesem Grund würden sie den kontrollierten, teuren Eigenbetrieb (On-Premises-Deployment) zwar allmählich zurückfahren und verstärkt auf die Cloud setzen – den Betrieb im lokalen Rechenzentrum aber nicht komplett einstellen. Die Studienautoren sprechen hier auch von einer „selektiven Cloud-Nutzung“.

Was sind die Vorteile einer hybriden Strategie?

Tatsächlich ist diese Entwicklung wenig überraschend: So bietet eine hybride IT-Strategie bei der SAP S/4HANA-Migration zentrale Unternehmensmehrwerte. Dazu zählen:

  • Hohe Flexibilität: Unternehmen können flexibel entscheiden, welche Teile ihrer Systeme oder Prozesse lokal und welche in der Cloud betrieben werden sollen. Dies betrifft sowohl die technische Architektur als auch die Migration spezifischer Module oder Daten. Damit lassen sich kritische, sensible Daten und Anwendungen weiterhin im lokalen Rechenzentrum halten – während neue bzw. „weniger“ kritische in die Cloud wandern.
  • Sicherheit und Compliance: Durch diese Flexibilität können Unternehmen auch hohe Compliance- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Denn sie können jederzeit steuern und entscheiden, welche Daten und Anwendungen im sicheren, lokalen Rechenzentrum verbleiben – und welche nicht.
  • Kontrollierte Migration: Wie erwähnt, möchten viele Unternehmen bei der SAP S/4-HANA Migration keinen radikalen Umbruch vollziehen, sondern den Wechsel etappenweise umsetzen. Genau das ist mit einer hybriden Strategie möglich: Firmen können so bestimmte Prozesse und Daten zuerst migrieren – und andere erst zu einem späteren Zeitpunkt. Dies vermindert Risiken und sichert den laufenden Betrieb.
  • Kosten- und Ressourceneffizienz: Da bestimmte Systeme oder Prozesse in der Cloud betrieben werden, müssen Unternehmen weniger in ihre eigene Rechenzentrumsinfrastruktur investieren. Schließlich werden weniger Systeme oder Prozesse lokal ausgeführt. Dies senkt auch den Wartungsaufwand.
  • Hohe Zukunftssicherheit: Viele SAP S/4-HANA-Innovationen wie moderne AI- und Analytics-Lösungen basieren auf Cloud-Technologie. Wer auf eine hybride Strategie setzt, kann diese Cloud-Lösungen nun implementieren – ohne auf das lokale Rechenzentrum verzichten zu müssen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bestehende On-Premises-Systeme mit neuen Cloud-Funktionen zu ergänzen. Dies sorgt für Zukunftssicherheit: Unternehmen können die Innovationen der Cloud mit den Vorteilen ihrer lokalen Rechenzentrumsinfrastruktur (etwa in Punkto Sicherheit) verbinden.

SAP Edge Integration Cell: speziell für hybride Szenarien entwickelt

Damit die technische Umsetzung einer solchen hybriden Strategie gelingt, benötigt es Lösungen, die Cloud-Innovationen mit der lokalen Ausführung kombinieren. Genau hier setzt die Lösung „SAP Edge Integration Cell“ an. Dabei handelt es sich um eine Kernkomponente der SAP Integration Suite – einer cloudbasierten Plattform, die explizit für Migrationsprozesse (wie eben die Migration auf SAP S/4HANA) konzipiert wurde.

Wie SAP beschreibt, ermöglicht die SAP Edge Integration Cell den Unternehmen, APIs und Integrationsflüsse (sogenannte iFlows), die in der SAP Integration Suite (also in der Cloud) designt und verwaltet werden, sicher in ihrer eigenen, lokalen Rechenzentrumsinfrastruktur auszuführen. APIs und iFlows sind für eine nahtlose SAP S/4-HANA-Migration entscheidend, weil sie die unterschiedlichen Systeme während des Migrationsprozesses miteinander verbinden – und so für einen kontinuierlichen, stabilen Betrieb sorgen.

Laut SAP schließt die SAP Edge Integration Cell damit die Lücke zwischen Cloud-Funktionalität einerseits und lokaler Datenkontrolle andererseits. Dies sei insbesondere für Unternehmen aus regulierten Branchen mit strengen Compliance-Anforderungen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen hochrelevant: Denn so könnten sie gewährleisten, dass APIs und iFlows mit besonders kritischen oder vertraulichen Daten ausschließlich im lokalen Rechenzentrum ausgeführt werden – auch wenn sie über die Cloud entworfen und gesteuert werden.

Dadurch trägt die SAP Edge Integration Cell entscheidend zur hohen Zukunftssicherheit der hybriden Strategie bei – so SAP. Denn mit der Lösung könnten Unternehmen innovative Cloud-Funktionalitäten mit den Vorteilen ihrer lokalen Rechenzentrumsinfrastruktur, insbesondere in Bezug auf Sicherheit und Compliance, kombinieren.

Hohe Verfügbarkeit dank SUSE Rancher Prime

In technologischer Hinsicht handelt es sich bei der SAP Edge Integration Cell um eine containerisierte Anwendung, die auf dem Betriebssystem SUSE Linux Enterprise Server basiert und in einer Kubernetes-Umgebung läuft. Diese Umgebung können Unternehmen mit der Management-Lösung SUSE Rancher Prime zentral verwalten und überwachen.

Neben automatisierten Sicherheits- und Compliance-Prüfungen lässt sich die Kubernetes-Umgebung mit SUSE Rancher Prime auch flexibel skalieren. Dadurch können Firmen die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeitder Umgebung – und damit von SAP Edge Integration Cell – jederzeit sicherstellen. Das hebt der Hersteller SUSE hervor: Sollte zum Beispiel die Anzahl der über APIs transportierten Daten während einer SAP S/4HANA-Migration zunehmen, könnten Unternehmen die Kubernetes-Ressourcen bedarfsgerecht erweitern.

Die Gewährleistung dieser hohen Verfügbarkeit ist auch notwendig: Nach Angaben von SAP betreiben große SAP-Kunden häufig mehr als 1000 APIs und iFlows über die SAP Edge Integration Cell. Ein Ausfall würde daher eine Vielzahl von, teils kritischen, Geschäftsprozessen zum Erliegen bringen.

CANCOM schafft technologische Basis

Die Ausführungen zeigen: Die SAP Edge Integration Cell kann eine entscheidende Rolle spielen, wenn es darum geht, die SAP S/4HANA-Migration mittels eines hybriden Ansatzes umzusetzen. So ermöglicht die Lösung den Unternehmen, APIs und iFlows mit kritischen Daten zwar in der Cloud zu entwerfen, sie dann jedoch ausschließlich im eigenen, lokalen Rechenzentrum auszuführen – um so die Sicherheit der Daten zu gewährleisten.

Um die SAP Edge Integration Cell im Betrieb praktisch nutzen zu können, benötigen Firmen als technologische Basis eine moderne Kubernetes-Infrastruktur. Bei der Implementierung einer solchen Infrastruktur kann CANCOM umfangreiche Unterstützung leisten – von der initialen Beratung bis hin zur praktischen Implementierung. Dabei arbeitet der IT-Konzern eng mit Partnern wie SUSE zusammen.

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