Aktuelle Prognose von Bitkom
Die Digitalbranche in Deutschland wächst stark – und trotzt der durchwachsenen Wirtschaftslage. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Prognose von Bitkom. Folglich bezeichnet Bitkom die Digitalbranche als Stabilitätsanker für die deutsche Wirtschaft.
28. Januar 2026
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Bild: © Burak The Weekender/pexels.com
Dass die Wirtschaft in Deutschland seit einiger Zeit schwächelt, ist kein großes Geheimnis. So schreibt unter anderem das Handelsblatt in einem im Januar 2026 veröffentlichten Beitrag von „zwei Jahren Abschwung“ und einer „historischen Krise“. Aus dieser würde sich die deutsche Wirtschaft zwar langsam wieder herausarbeiten – eine echte Trendwende sei jedoch (noch) nicht in Sicht.
Allerdings gibt es in Deutschland einen Bereich, der diesem negativen Trend trotzt: die Digitalbranche. Das besagen aktuelle Zahlen des Branchenverbands Bitkom. Demnach wuchsen die Umsätze in dieser Branche im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent auf 235 Milliarden Euro. Für 2026 sagt Bitkom sogar ein Wachstum von 4,4 Prozent voraus – auf dann 245 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Erwerbstätigkeiten werde um rund 11.000 auf insgesamt 1,36 Millionen steigen. Damit sei die Digitalbranche der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland – vor dem Maschinenbau und der Elektro- und Automobilindustrie.
„In Zeiten anhaltender Konjunkturschwäche, hoher Kosten und geopolitischer Spannungen zeigt sich die Digitalwirtschaft widerstandsfähig“, so Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst in der offiziellen Pressemitteilung.
Die zentrale Ursache für diese Widerstandsfähigkeit und das anhaltende Wachstum ist laut Bitkom das Software-Geschäft. Gerade Software für die Public Cloud stehe bei Unternehmen hoch im Kurs: Der Branchenverband prognostiziert, dass diese Art der Software im Jahr 2026 mit 38,3 Milliarden Euro über 60 Prozent der Software-Umsätze ausmachen wird (58,3 Milliarden Euro).
Weitere Wachstumstreiber für 2026 werden Bitkom zufolge sein:
Trotz der positiven Entwicklung der Digitalbranche in Deutschland ist das Potenzial längst nicht ausgeschöpft. Das betont Bitkom. „Das aktuelle Wachstum in Markt und Beschäftigung ließe sich verdoppeln, würden die Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Dr. Ralf Wintergerst.
Diese Situation müsse sich schnellstmöglich verbessern: 2026 müsse das Jahr des digitalen Durchbruchs werden. Denn: „Digitale Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität entscheiden darüber, ob Deutschland auch künftig wirtschaftlich erfolgreich und politisch handlungsfähig ist“, betont der Bitkom-Präsident.
Voraussetzung dafür seien vor allem weniger Bürokratie und Regulierung sowie eine zügige Umsetzung bereits beschlossener Vorhaben. Auch spielten Maßnahmen wie der Ausbau digitaler Infrastrukturen und die Entwicklung der Cloud- und AI-Infrastruktur eine wesentliche Rolle.