Prozessoren für AI-PCs: So gravierend verändert sich der PC-Markt 

Künstliche Intelligenz erobert den Computer, und AI-PCs sind auf dem Vormarsch. Prozessorhersteller bieten spezialisierte Chips, die die komplexen Anforderungen von AI-Workloads effizient meistern. Dies gelingt durch dedizierte Rechenwerke wie die integrierte Neural Processing Unit (NPU), die im Zusammenspiel mit der Central Processing Unit (CPU) und der Graphics Processing Unit (GPU) die nötige Rechenleistung für AI-Aufgaben bereitstellt. Branchenführer Intel sieht sich zunehmend von Wettbewerbern bedrängt – etwa vom Newcomer Qualcomm. Im Artikel erfahren Sie, welche Entwicklungen in der Zukunft zu erwarten sind und wie Intel seine Position gegenüber der Konkurrenz verteidigt.

25. Juni 2025

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Lesedauer: ca. 5 Min.

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Bild: © Gorodenkoff/stock.adobe.com

Egal ob Gartner, IDC oder Canalys – die Analysten sind sich einig: AI-PCs werden künftig einen immer größeren Teil des PC-Markts ausmachen. Gartner prognostiziert, dass jeder zweite verkaufte PC in diesem Jahr AI-fähig sein wird. Und das sei erst der Anfang: Laut Gartner werden AI-PCs schon 2026 den PC-Markt dominieren. Im Jahr 2028 würde ihr Anteil dann bei 96 Prozent liegen.

Ähnlich, wenn auch im Detail zurückhaltender, äußert sich Canalys: Die Marktforscher gehen davon aus, dass AI-PCs im Jahr 2025 einen Marktanteil von 40 Prozent erreichen werden. Bis 2028 soll dieser Anteil dann auf 70 Prozent anwachsen.

Wie Ishan Dutt, Principal Analyst bei Canalys in der offiziellen Pressemitteilung betont, ist diese Entwicklung kein Zufall. Im Vergleich zu herkömmlichen PCs würden AI-PCs unter anderem die Produktivität der Nutzer erhöhen, energieeffizienter arbeiten und über stärkere Sicherheitsfunktionen verfügen. Außerdem würden die Geräte die Kosten für die Ausführung von AI-Workloads reduzieren.

Direkte Folgen für Prozessorhersteller

Dass Nutzer immer mehr AI-Workloads auf den Computern laufen lassen, wirkt sich direkt auf die Prozessorhersteller aus. Das geht aus einem Artikel der Fachzeitschrift „Connect Professional“ vom Dezember 2024 hervor, der sich auf das Marktforschungsinstitut Context bezieht. „Der Wettbewerb zwischen Chip-Anbietern wird sich verschärfen“, so Marie-Christine Pygott, Senior Analystin bei Context, die im Artikel zitiert wird. „Die Produktvielfalt wird zunehmen, und Preissenkungen werden die Akzeptanz fördern.“

Bereits im Jahr 2024 ließe sich diese Entwicklung erkennen: Mit Qualcomm stieg ein neuer Wettbewerber in den PC-Markt ein.

Der Einstieg von Qualcomm in den PC-Markt war beachtlich: Als der Hersteller den Prozessor „Snapdragon X Elite“ Mitte Juni 2024 einführte, haperte es zwar bei der Software-Kompatibilität, aber die integrierte NPU war bei der reinen AI-Leistung (gemessen mit 45 Trillion Operations Per Second) den Produkten etablierter Hersteller wie Intel oder AMD überlegen. Entsprechend waren die Prozessoren mit ARM-Technologie zu diesem Zeitpunkt die einzigen, die die für einen Copilot+ PC erforderlichen Spezifikationen erfüllten (CANCOM.info berichtete).

Gerade Intel brachte das unter Zugzwang: Nicht nur ist der IT-Konzern weltweit der Marktführer, wenn es um Prozessoren für fertige Desktop-PCs und Notebooks (wie von Dell Technologies, Lenovo, HP Inc., usw.) geht. Auch verfügt Intel über das breiteste Portfolio an verbauten Prozessoren in den jeweiligen Geräten.

Wie reagiert Intel auf die steigende Anzahl von AI-PCs?

Die Reaktion von Intel ließ nicht lange auf sich warten: Weniger als drei Monate später (Anfang September 2024) präsentierte der IT-Konzern die Intel Core Ultra 200V Prozessoren (Codename: „Lunar Lake“) Prozessoren. Diese sind laut Herstellerangaben auf den AI-Bereich optimiert und weisen eine NPU-Leistung von mindestens bis zu 48 TOPS auf. Außerdem würden die Prozessoren die Copilot+ AI-Funktionen vollumfänglich unterstützen. Zusammen mit CPU und GPU lieferten diese Prozessoren eine Rechenleistung von bis zu 120 Plattform TOPS.

Inzwischen (Stand: Juni 2025) sind Intel Core Ultra 200V-Prozessoren in zahlreichen PCs und Notebooks verschiedener Hersteller verbaut – darunter HP Inc., Lenovo, Dell Technologies, Microsoft, LG und viele weitere.

Wie Intel betont, sind die Prozessoren der Intel Core Ultra 200V-Reihe dabei nicht die einzigen Intel-Chips, die auf AI-Workloads spezialisiert sind. Der Hersteller baute sein Produktportfolio im letzten halben Jahr weiter aus und führte die Prozessoren mit dem Codenamen „Arrow Lake“ ein. Für Notebooks gibt es diese in verschiedenen, auf den jeweiligen Einsatzzweck optimierten, Varianten: Intel Core Ultra 200U Prozessoren für schlanke und leichte Notebooks, Intel Core Ultra HX für das Performance Notebook und Intel Core Ultra 200H für Allround-Geräte.

Zusammen mit den oben erwähnten Intel Core Ultra 200V Prozessoren für besonders hohe AI-Leistung bei niedrigstem Stromverbrauch ergibt das die Intel Core Ultra Series 2 Produktfamilie – so Intel. Nach unten würden die seit Anfang 2024 erhältlichen Prozessoren der Intel Core Ultra 1 Serie (Codename „Meteor Lake“) das Portfolio abrunden.

Intel arbeitet bereits an den nachfolgenden Prozessorgenerationen für AI-PCs. Für Ende 2025/Anfang 2026 sind Prozessoren mit dem Codenamen „Panther Lake“ angekündigt. Weiterhin befinden sich die Modelle der Reihe „Nova Lake“ in Planung.

Das zeichnet die neuen Intel Core Ultra-Prozessoren aus

Laut Intel bringen gerade die Prozessoren der Intel Core Ultra Series 2 im Vergleich zu Vorgängermodellen entscheidende Vorteile mit sich. Dazu zählten:

  • Höhere Energieeffizienz: Wie Intel betont, verbrauchen Prozessoren der Intel Core Ultra Series 2 deutlich weniger Strom bei gleichzeitig höherer Rechenleistung. So verbrauche ein Intel Core Ultra 7 268V Prozessor im Vergleich zum Vorgängermodell Intel Core Ultra 7 165H nur die Hälfte Strom bei Web-, Video- und Produktivitäts-Workloads. Das erlaube – abhängig vom Notebook-Modell – Batterielaufzeiten von über 20 Stunden.
  • Mehr NPU-Performance: Die auf AI-Aufgaben spezialisierte, integrierte NPU-Chip erreicht eine Leistung von bis zu 48 TOPS. Entsprechend ist diese viermal so hoch wie bei den Intel Core Ultra-Prozessoren der ersten Generation – so Intel. Damit sind auch die Anforderungen an einen Copilot+- PC erfüllt.
  • Schnellere Erledigung von AI-Anwendungen: Dank der hohen Leistung können die Prozessoren AI-Aufgaben nun deutlich schneller ausführen. Das hebt Intel hervor. Zu diesen Aufgaben zählten beispielsweise Mustererkennung sowie die Sprach- und Bildverarbeitung.

Neben diesen Vorteilen verweist Intel auch auf eine weitreichende Software-Kompatibilität, dank der langjährigen und erfolgreichen Historie der X86-Prozessorarchitektur. Im Intel Product Security Report 2024 nimmt der Hersteller für sich in Anspruch, dass sich seine Produkte durch höchste Sicherheit auszeichnen und zum Beispiel 4,4 mal weniger Firmware-Schwachstellen aufweisen als der nächste Wettbewerber.

Mit der Intel vPro Plattform entwickelt Intel seit über 18 Jahren PCs, die speziell für den Unternehmenseinsatz optimiert sind. Laut Intel stehen Intel vPro PCs für besonders hohe Leistung, Stabilität, Sicherheit, Verwaltbarkeit und Nachhaltigkeit.

Fazit

Die Zunahme von AI-Workloads verändert den PC-Markt schon heute und künftig noch mehr. Neue Wettbewerber wie Qualcomm sehen darin eine Chance, in den PC-Markt zu kommen – und setzen etablierte Hersteller wie Intel unter Druck.

Intel reagiert darauf mit einer ganzen Reihe von Prozessorfamilien für AI-PCs – die entweder bereits verfügbar sind oder für die Zukunft angekündigt wurden. Gerade die Intel Core Ultra Series 2-Prozessoren sind auf AI-Anwendungen spezialisiert und sollen noch energieeffizienter und leistungsfähiger arbeiten.

Sie überlegen, AI-PCs oder Notebooks wie von Dell Technologies, Lenovo, HP Inc. und weiteren Herstellern mit den neuen Intel-Prozessoren zu beziehen – oder wünschen eine unverbindliche Beratung? Auf der exklusiven Themenseite finden Sie nähere Informationen zu den Intel Core Ultra-Prozessoren – und haben außerdem die Möglichkeit, mit den Experten von CANCOM Kontakt aufzunehmen.

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