Copilot+ PCs von Microsoft: die nächste Stufe der AI-PCs

Copilot+ PCs: Was sich dahinter verbirgt – und wie die Geräte die Nutzung von AI revolutionieren sollen  

AI-PCs sind auf dem Vormarsch – und werden den PC-Markt künftig prägen. Diese Geräte sind darauf ausgerichtet, AI-Anwendungen möglichst performant und effizient auszuführen. Mit dem Release der sogenannten „Copilot+ PCs“ ist Microsoft vergangenes Jahr den nächsten Schritt gegangen – und hat die Entwicklung der AI-PCs maßgeblich beeinflusst. Doch was zeichnet die Copilot+ PCs konkret aus? Und welche Anwendungsfälle sind heute damit möglich?

4. September 2025

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Lesedauer: ca. 5 Min.

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Bild: © photosbysabkapl/stock.adobe.com (modifiziert von CANCOM)

Copilot+ PCs markieren eine neue Leistungsstufe der AI-PCs: Mit integrierten NPUs von mindestens 40 TOPS, 16 GB RAM und 256 GB Speicher ermöglichen sie die lokale Ausführung auch anspruchsvoller AI-Anwendungen wie Recall oder Live Captions – ohne Cloud-Abhängigkeit. Zudem können Unternehmen maßgeschneiderte AI-Agenten lokal auf den Geräten einsetzen. Ob der Einsatz von Copilot+ PCs für das jeweilige Unternehmen sinnvoll ist, klärt CANCOM mit einem individuellen Proof of Concept. Weitere Informationen und eine unverbindliche Beratung erhalten Sie auf der Themenseite.

Dieser Text wurde mit Unterstützung von AI erstellt und redaktionell überprüft. 

Es begann Anfang 2024: Damals sprach das Fachmagazin „Connect Professional“ im Rahmen der CES-Messe sinngemäß vom Anfang des Zeitalters der AI-PCs. Seitdem haben sich die Geräte Schritt für Schritt auf dem PC-Markt etabliert. In Zukunft werden die Geräte den Markt sogar dominieren. Darüber sind sich Marktforscher wie Gartner, IDC oder Canalys einig (CANCOM.info berichtete).

Wesentliches Merkmal von AI-PCs ist die Ausstattung mit einem zusätzlichen Prozessortyp: der Neural Processing Unit (kurz: NPU). NPU-Prozessoren ergänzen die klassische CPU und GPU und sind auf die Ausführungen von Machine Learning-Algorithmen spezialisiert – weshalb sie auch als „AI-Prozessoren“ oder „AI-Chips“ bezeichnet werden.

Einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung von AI-PCs, gerade in technologischer Hinsicht, haben die sogenannten Copilot+ PCs von Microsoft.

Wieso markieren Copilot+ PCs die nächste Stufe der AI-PCs?

Im Mai 2024 hat Microsoft die Copilot+ PCs erstmals auf den Markt gebracht – und damit die nächste Generation der AI-PCs eingeläutet. So definiert Microsoft Copilot+ PCs als besonders leistungsstarke AI-PCs, die folgende Merkmale aufweisen:

  • Der integrierte NPU-Prozessor weist eine Leistung von mindestens 40 TOPS (Trillion Operations per Second) auf. Der Prozessor kann somit mindestens 40 Billionen Rechenoperationen pro Sekunden ausführen.
  • Der Arbeitsspeicher beträgt mindestens 16 GB RAM.
  • Die Speicherkapazität beträgt mindestens 256 GB.

Nur Geräte, die diese und weitere Anforderungen erfüllen, stuft Microsoft als Copilot+ PCs ein.

Die Markteinführung der Copilot+ PCs hatte gerade für Chiphersteller weitreichende Konsequenzen. Denn zum Release-Zeitpunkt entsprach nur die integrierte NPU des Prozessors „Snapdragon X Elite“ den Spezifikationen von Copilot+ PCs. Brisant daran: Der Chip stammt von Qualcomm – einem IT-Konzern, der zwar bereits zuvor Prozessoren für Windows-on-ARM-Geräte entwickelt hatte (z.B. Snapdragon 8cx), mit dem X Elite jedoch erstmals einen ernsthaften Vorstoß ins Premium-Laptop-Segment unternahm. Etablierte Hersteller wie Intel oder AMD mussten mit ihren Prozessoren nachziehen – und taten dies in den folgenden Monaten auch. Unter anderem brachte Intel die zweite Generation der Intel Core Ultra-Prozessoren (200V-Serie) heraus, die im Gegensatz zu den Vorgängermodellen die Kriterien der Copilot+ PCs erfüllte.

Doch was können Copilot+ PCs, was „vorherige“ bzw. leistungsschwächere AI-PCs nicht können? Microsoft hat darauf eine klare Antwort: Sie sind dank der hohen Leistung demnach in der Lage, auch anspruchsvolle AI-Anwendungen lokal und mit hoher Performance auszuführen – bei gleichzeitig umfassender Datensicherheit sowie ohne oder nur mit geringer Latenzzeit. Die Geräte lernen dabei kontinuierlich dazu und passen sich an die Nutzer an, so der IT-Konzern weiter.

Seit Release hat Microsoft die Anzahl der AI-Anwendungen, die lokal auf Copilot+ PCs ausgeführt werden können, stetig erweitert. Tatsächlich laufen mittlerweile über 40 AI-Modelle mittels Windows Copilot Runtime nativ auf den Geräten. Dabei handelt es sich um Small Language Models, die durch ihre rein lokale Nutzung – oder in Kombination mit Largue Language Models aus der Cloud – neue Optionen für AI-Anwendungen eröffnen. Das hebt Microsoft hervor.

Welche AI-Anwendungen heute mit Copilot+ PCs möglich sind, präsentiert die Redaktion von CANCOM.info beispielhaft im Überblick.

Diese AI-Anwendungen lassen sich mit Copilot+ PCs ausführen

Prinzipiell gilt inzwischen: Die Bandbreite an AI-Anwendungen ist groß und sie wird laut Microsoft durch neue Funktionen, Updates und Drittanbieter-Anwendungen laufend größer. Zu den AI-Anwendungen, die sich mit Copilot+ PCs ausführen lassen, zählen vor allem:

1. Umfassende, intelligente und sichere Dateiensuche 

Mit dem AI-Feature „Recall“ können Nutzer den gesamten lokalen Gerätespeicher nach Dateien durchsuchen. Wie Microsoft betont, funktioniert die Suche sowohl personalisiert als auch kontextbezogen. Die Sucherergebnisse werden auf einer Zeitleiste angezeigt, auf der die Nutzer über einen bestimmten Zeithorizont hinweg navigieren können. Damit diese Zeitleiste erscheint, müssen die Nutzer ihre Identität über entsprechende Authentifizierungsoptionen zweifelsfrei nachweisen.

Auf Wunsch erstellt Recall zudem im Sekundentakt Snapshots von bedeutsamen Inhalten – sofern Nutzer die standardmäßig deaktivierte Snapshot-Funktion aktivieren. Microsoft versichert, dass Recall-Daten den eigenen Copilot+ PC nicht verlassen. Das gewährleiste ein hohes Maß an Datensicherheit – zumal die sogenannte „Just-in-Time“-Entschlüsselung für zusätzliche Sicherheit sorge. Denn sie stelle sicher, dass Recall-Schnappschüsse nur entschlüsselt und zugänglich werden, wenn die Nutzer eindeutig authentifiziert sind. Hinzu komme eine umfassende Verschlüsselung der Suchindex-Datenbank.

2. Echtzeit-Übersetzung 

Vor allem global agierende Unternehmen beschäftigen Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Kulturen und Sprachräumen. Entsprechend schnell können Sprachbarrieren auftreten.

Das AI-Feature „Live Captions“ kann bei Online-Meetings über Microsoft Teams Abhilfe schaffen: „Live Captions“ erkennt die Sprache der jeweiligen Meeting-Teilnehmer und übersetzt das Gesprochene in Echtzeit in Untertitel – und das in über 40 Sprachen.

Wie Microsoft hervorhebt, können so alle Meeting-Teilnehmer in ihrer Muttersprache sprechen, ohne dass es zu Verständnisproblemen oder Missverständnissen kommt. Dies verbessere die interkulturelle Kommunikation erheblich.

Neben Online-Meetings funktioniert die Liveübersetzung indes auch bei Videos, die lokal auf dem Copilot+ PC gespeichert sind – ohne dass dafür eine Internetverbindung nötig ist.

3. Optimierung virtueller Meetings 

Während eines virtuellen Meetings können verschiedene Störfaktoren auftreten – zum Beispiel laute Hintergrundgeräusche, die den Austausch zwischen den Teilnehmern erschweren. Das AI-Feature „Windows Studio Effects“ filtert solche Hintergrundgeräusche heraus. Außerdem passt das Feature die Beleuchtung automatisch an. Wie Microsoft betont, betrifft dies sowohl auf die Beleuchtung der Umgebung, in der sich die jeweiligen, virtuell zugeschalteten Teilnehmer gerade befinden als auch auf die Beleuchtung der Teilnehmer selbst (Portrait-Beleuchtung).

Nicht zuletzt können die Mitarbeiter stets „virtuellen“ Blickkontakt mit den anderen Meeting-Teilnehmern halten – selbst wenn sie in Wirklichkeit den Blick senken, um von ihren Notizen abzulesen.

4. Lokale Ausführung von AI-Agenten 

Mit Copilot+ PCs können Unternehmen maßgeschneiderte, individuelle AI-Agenten sicher und effizient lokal ausführen – so Microsoft. Gebaut werden die AI-Agenten mithilfe der Cloud-basierten Plattform „Copilot Studio“.

Je nach Design lassen sich die AI-Agenten in verschiedenen Bereichen einsetzen – mit dem Ziel, die Effizienz zu steigern und Mitarbeiter zu entlasten. Dazu zählen beispielsweise:

  • Vertriebsunterstützung: AI-Agenten können im Vertrieb beispielsweise dazu eingesetzt werden, um potenzielle Kunden zu recherchieren. Darüber hinaus sind die Software-Systeme in der Lage, die gefundenen Kunden selbständig zu priorisieren und mit den priorisierten Kunden Kontakt aufzunehmen.

  • Automatisierung des Kundenservices: Insbesondere Standard- und Routineprozesse können von AI-Agenten übernommen werden – sodass sie nicht mehr von menschlichen Mitarbeitern erledigt werden müssen. Dazu gehören unter anderem die Beantwortung von Routineanfragen, die Erstellung von Support-Tickets sowie die Aktualisierung von Wissensdatenbanken.
  • Optimierung von Lieferketten: Dies kann durch den Einsatz von AI-Agenten im Beschaffungsprozess gelingen. Konkret sind die AI-Agenten in der Lage, eingehende E-Mails von Lieferanten automatisch zu lesen und zu analysieren, relevante Informationen zu extrahieren und anschließend proaktiv mit den Lieferanten zu kommunizieren. Zum Beispiel können sie den Lieferanten bei verspäteten Lieferungen automatisiert eine Erinnerung schicken. Dadurch lassen sich potenzielle Lieferverzögerungen frühzeitig erkennen und im Optimalfall vermeiden.

In diesem Kontext bieten Copilot+ PCs erweiterte Sicherheitsmechanismen zur sicheren Authentifizierung und Steuerung von AI-Agenten. Das hebt Microsoft hervor. Dazu zählt beispielsweise die Funktion „Entra Agent ID“: Ähnlich wie bei menschlichen Nutzern, erhält jeder AI-Agent eine eindeutige, digitale Identität im Unternehmen zugewiesen. Damit ist jeder AI-Agent für die IT im System sichtbar – und kann zentral verwaltet und über Sicherheitsrichtlinien geschützt werden.

Im Vergleich: Copilot+ PCs mit leistungsschwächeren und Nicht AI-PCs

KategorieNicht AI PCs (basierend auf Windows 11)AI PCs (leistungsschwächer)Copilot+ PC-Logo
ProzessorCPU + GPUCPU + GPU + NPU (<40 TOPS)CPU + GPU + NPU (≥40 TOPS)
RAMvariabel (ab 4 GB)empfohlen ≥ 8 GBmindestens 16 GB
Speichervariabel (ab 128 GB)ab 128 GBmindestens 256 GB
AI-FeaturesCloud-basierterste lokale AI-Funktionenumfassende lokale AI-Funktionen + Cloud-Integration
DatensicherheitStandard-Windows-Schutzmechanismenteilweise lokal verarbeitetlokale Verarbeitung, Just-in-Time-Entschlüsselung
ZielgruppeStandardnutzerBusiness & Consumer mit AI-AnwendungenPower-User, Unternehmen mit AI-intensiven Workloads

Fazit

Copilot+ PCs haben den Markt für AI-PCs maßgeblich geprägt: Sie haben die Performance von AI-PCs auf eine neue Stufe gehoben – und es erstmalig ermöglicht, auch anspruchsvolle AI-Anwendungen vollständig lokal, sicher und mit hoher Performance auszuführen. Tatsächlich gelten die Geräte heute als Referenzklasse unter den Windows-Systemen für lokale AI-Workloads.

Doch welche AI-Szenarien sind für Unternehmen in der Praxis sinnvoll? Und benötigen sie dafür Copilot+ PCs – oder reichen auch leistungsschwächere oder Nicht AI-PCs aus? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, können sich Firmen an professionelle IT-Dienstleister wie CANCOM wenden. So führt CANCOM gemeinsam mit dem jeweiligen Unternehmen einen Proof of Concept durch. Dort wird ermittelt, welche AI-Lösungen von Microsoft für welche Nutzer und Anwendungsfälle am meisten infrage kommen – und ob für die praktische Anwendung Copilot+ PCs erforderlich sind.

Weitere Informationen rund um das Thema Copilot+ PC – inklusive der Möglichkeit, CANCOM-Experten für eine unverbindliche Beratung zu kontaktieren – finden Sie auf der exklusiven Themenseite.

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