
Bild: AI-generiert mit Microsoft Copilot
Verworrene Netzwerkstrukturen sind laut Colt und Coleman Parkes ein weit verbreitetes Problem – demnach geben 60 Prozent der Unternehmen an, dass die Komplexität ihrer digitalen Infrastruktur sie behindert, neue Technologien und AI-Initiativen umfassend zu nutzen. Das Problem seien dabei nicht fehlende Daten.
Tatsächlich haben IT-Teams heute so viele Informationen über ihre Infrastruktur zur Verfügung wie noch nie zuvor: Monitoring-Lösungen überwachen Netzwerke, Server, Anwendungen, Cloud-Ressourcen und Endgeräte nahezu in Echtzeit. Probleme lassen sich dadurch früh erkennen und Störungen schneller melden als noch vor wenigen Jahren.
Die Herausforderung beginnt oft erst nach dem Alarm
Wie die Studie betont, ist das Thema Infrastrukturkontext die Herausforderung:
Häufig fehle die Transparenz darüber, wie Anwendungen, Netzwerke und Infrastrukturkomponenten tatsächlich miteinander verbunden sind.
Deshalb beginnt in der Praxis die eigentliche Arbeit oft erst dann, wenn ein Monitoring-System Alarm schlägt. Denn dann ist das Thema Infrastrukturkontext entscheidend, um besonders die Ursache des Alarms zu identifizieren.
Zwar ist schnell erkennbar, dass eine Anwendung nicht erreichbar ist oder ein Netzwerksegment Probleme verursacht. Wesentlich schwieriger ist jedoch die Frage nach dem Warum. Beziehungsweise:
- Welche Systeme sind betroffen und hängen voneinander ab?
- Welche Konfigurationsänderung wurde zuletzt vorgenommen?
- Welche weiteren Anwendungen oder Standorte könnten von einem Ausfall betroffen sein?
Gerade in gewachsenen IT-Landschaften ist es herausfordernd, die für die Antworten nötige Transparenz herzustellen: Relevante Informationen liegen häufig in unterschiedlichen Tools, Dokumentationen oder dem Erfahrungswissen einzelner Mitarbeiter. Die Folge sind längere Analysezeiten, hoher manueller Aufwand und komplexe Troubleshooting-Prozesse. 62 Prozent der Unternehmen berichten in der Colt und Coleman Parkes Studie sogar von einem erhöhten Cyberrisiko aufgrund komplexer digitaler Infrastrukturen – selbst mit starken Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen.
Infrastrukturkontext schafft entscheidende Transparenz – auch für AI
Für IT-Teams ist also nicht nur relevant, dass ein Problem existiert, sonder vor allem warum es entstanden ist und welche Systeme davon betroffen sein könnten. Entscheidend ist deshalb, das klassische Monitoring um zusätzlichen Netzwerkkontext zu ergänzen: So werden Zusammenhänge innerhalb komplexer Systeme sichtbar gemacht. Gerade in komplexen, hybriden Infrastrukturen spielt das Verständnis dafür, wie einzelne Komponenten miteinander interagieren und welche Auswirkungen Veränderungen auf das Gesamtsystem haben, eine wesentliche Rolle.
Somit steht fest: Erst wenn das Monitoring um den Netzwerkkontext erweitert wird, können Unternehmen wirklich nachvollziehen, was in ihrem Netzwerk passiert. Und: AI braucht diesen Kontext noch viel mehr.
Doch wie entsteht er? Die Grundlage bilden Informationen, die über klassische Monitoring-Daten hinausgehen:
- Aktuelle Netzwerktopologien
- Informationen über vorhandene Assets
- Abhängigkeiten zwischen Systemen
- Nachvollziehbare Änderungen innerhalb der Infrastruktur
Anstatt lediglich einzelne Warnmeldungen oder Messwerte zu betrachten, können IT-Teams Ereignisse so in ihren tatsächlichen Zusammenhängen bewerten.
Genau darin liegt auch ein wesentlicher Mehrwert für moderne Automatisierungs- und AI-gestützte Betriebsmodelle. Denn Künstliche Intelligenz kann Muster erkennen, Anomalien identifizieren und Handlungsempfehlungen ableiten. Um dies zuverlässig zu erledigen, benötigt sie jedoch Informationen darüber, welche Systeme miteinander verbunden sind, welche Komponenten voneinander abhängen und welche Veränderungen zuletzt vorgenommen wurden. Ohne diesen Infrastrukturkontext bleibt AI auf einzelne Messwerte beschränkt – in zwei Drittel der Unternehmen bleiben laut Colt und Coleman Parkes AI-Chancen deshalb ungenutzt.
Netzwerktransparenz entwickelt sich damit von einer reinen Dokumentationsaufgabe zu einer strategischen Grundlage für moderne Observability-, Incident-Response und IT-Operations- und Innovationskonzepte.
Mit Paessler vom Monitoring zum Infrastrukturverständnis
Der Hersteller Paessler hat mit der Übernahme von UVnetworks kürzlich auf diese Situation reagiert und sein Portfolio um Paessler PRTG UVexplorer erweitert. Die Lösung ergänzt die eigene Monitoring-Plattform PRTG um Funktionen für Netzwerktransparenz, automatische Topologie Erkennung, Asset-Inventarisierung, Abhängigkeitsanalysen sowie die Nachverfolgung von Konfigurationsänderungen. Dabei wird PRTG UVexplorer separat installiert und lizenziert. Optional können Unternehmen mit dem UVexplorer Server eine zusätzliche Skalierungsebene installieren. Laut Paessler bietet sich dies vor allem für größere oder verteilte Netzwerkumgebungen an.
Wie der Hersteller betont, entsteht damit ein umfassenderes Bild der Netzwerkinfrastruktur, das über klassische Verfügbarkeits- und Performancedaten hinausgeht – und die Grundlage für fundierte Ursachenanalysen, effiziente Incident Response und perspektivisch auch für AI-gestützte Betriebsmodelle schafft.
Wie funktionieren die Lösungen laut Paessler konkret zusammen?
PRTG überwacht kontinuierlich den Zustand von IT-, OT-, IoT- und Cloud-Umgebungen. Mit PRTG UVexplorer werden nun zusätzliche Informationen über die Struktur des Netzwerks geliefert.
PRTG UVexplorer erstellt automatisiert Netzwerkkarten, die bis auf die einzelne Port-Ebene aufzeigen, wie die Geräte im Netzwerk tatsächlich miteinander verbunden sind – sowohl physisch als auch logisch (Layer 2 und Layer 3). Gleichzeitig erfasst die Lösung alle vorhandenen Geräte und macht sichtbar, welche Systeme voneinander abhängen. So lässt sich auf einen Blick erkennen, welche Auswirkungen ein Ausfall oder eine Änderung in der Netzwerkumgebung hat. Diese Informationen stehen dabei direkt in PRTG zur Verfügung: Über die UVX Map und die UVX Reports können IT-Teams die jeweilige Netzwerkkarte samt Status der zugehörigen PRTG-Sensoren einsehen. Weiterhin ist es möglich, die Karten zu exportieren – etwa in den PRTG Map Designer oder in Formate wie Lucidchart, Visio, PDF und SVG. Nicht zuletzt lassen sich neu entdeckte Geräte gemeinsam mit ihren Gruppen und Sensoren automatisch nach PRTG übernehmen – was manuelle Einrichtungsarbeit spart.
Mit dem UVexplorer Server steht Unternehmen optional eine zentrale Skalierungsebene für größere und verteilte Netzwerkumgebungen zur Verfügung: Darüber können mehrere Anwender gleichzeitig auf Topologie-, Inventar- und Netzwerkdaten zugreifen. Zudem lassen sich über die Agent-Architektur mehrere Standorte abdecken; Discovery-Daten können an mehrere PRTG-Server exportiert werden.
Darüber hinaus erfassen die Lösungen Konfigurationsstände von Netzwerkkomponenten, sichern diese automatisiert und ermöglichen den Vergleich verschiedener Versionen. Regelmäßige Netzwerk-Snapshots lassen Veränderungen innerhalb der Umgebung nachvollziehen und dokumentieren.
Wie Paessler betont, erhalten IT-Teams somit einen umfangreichen Überblick darüber, welche Änderungen innerhalb der Netzwerkinfrastruktur vorgenommen wurden – und können diese Informationen bei der Analyse von Vorfällen gezielt einbeziehen.
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