2. Juli 2019 | pArtikel drucken | kKommentieren

Spracherkennung im Rechtswesen: So diktieren Anwälte effizienter

Die Anwaltschaft in Deutschland steht unter Druck. Viele Kanzleien haben mit einem hohen Kostenaufwand zu kämpfen. Hinzu kommt die Anforderung, immer schneller arbeiten zu müssen. Abhilfe versprechen digitale Lösungen wie die Spracherkennung.

Was der deutschen Anwaltschaft wirklich Bauchschmerzen verursacht, wollte die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) vergangenes Jahr auf der Anwaltskonferenz herausfinden. Die Konferenz stand unter dem Motto: „Böse Themen zur Zukunft der Anwaltschaft“. Das Ergebnis: Die meisten Kanzleien sehen Nachwuchssorgen, Finanzierungsfragen sowie Legal Tech, also die Digitalisierung des Rechtswesens, als die größten Herausforderungen. Vor allem kleine und mittlere Kanzleien hätten Zukunftsängste – so das Rechtsmagazin „Legal Tribune Online“.

Doch wie machen sich Kanzleien fit für die Zukunft? Darauf hat das Fachportal „Legal-Tech.de“ des FFI-Verlags eine eindeutige Antwort: Sie kommen nicht umhin, digitale Lösungen einzusetzen und diese sinnvoll zu implementieren. Denn so könnten sie günstiger, effizienter und schneller arbeiten – und damit wettbewerbsfähig bleiben. Auch die BRAK sieht die Digitalisierung im Rechtswesen grundsätzlich positiv – sofern Legal Tech die anwaltliche Beteiligung und Beratung nicht ersetzt. Das hat kürzlich die FAZ berichtet.

Ein digitaler Baustein ist die Spracherkennung. Wie aus einem auf „Legal Tech.de“ veröffentlichten Interview hervorgeht, bietet die Spracherkennung genau die Vorteile, die die Digitalisierung im Rechtswesen auszeichnet. Also besonders eine höhere Effizienz und Schnelligkeit.

Spracherkennung ersetzt das klassische Diktat

Dies liegt daran, dass der Einsatz von Spracherkennung das digitale Diktat ermöglicht: Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass Anwälte ihre Diktate direkt in ein Word-Dokument einsprechen können. Der Text muss nicht mehr abgetippt werden.

Daraus ergibt sich ein deutlich schnellerer Workflow – womit Anwälte kostbare Zeit sparen. Die Qualität leidet dabei nicht. Im Gegenteil: Professionelle Spracherkennungssoftware weist inzwischen eine hohe Genauigkeit auf. Sollten neue Fachausdrücke auftreten, lassen sich diese in das Vokabular der Software einspeichern.

Doch ab wann rechnet sich die Anwendung einer Spracherkennungssoftware? Um das herauszufinden, ist ein persönliches Beratungsgespräch unabdingbar. In einem solchen Gespräch kann unter anderem besprochen werden, welche Kanzleisoftware oder welches Diktiergerät für die Nutzung vorgesehen ist bzw. eingebunden werden soll.

Das bietet Dragon Legal von Nuance

Mit der Spracherkennungssoftware Dragon Legal von Nuance können Anwälte digitale Diktate erstellen (Bild: © Nuance).

Ein führender Anbieter im Bereich der Spracherkennung ist das Unternehmen Nuance. Mit Dragon Legal hat die Firma eine Spracherkennungssoftware im Portfolio, die speziell auf das Rechtswesen zugeschnitten ist. Laut Hersteller verfügt die Software über 400 Millionen Wörter aus juristischen Schriftsätzen. Dies gewährleiste beim Diktieren von Anfang an eine erstklassige Erkennungsgenauigkeit. Tatsächlich liege die Genauigkeit bei 99 Prozent. Dank Deep Learning-Technologie würde es dabei keine Rolle spielen, ob der Anwalt mit Akzent, im Großraumbüro oder von unterwegs spricht.

Laut Nuance können Juristen mit der Software elektronische Dokumente in kürzester Zeit erstellen. Pro Minute seien 160 Wörter möglich – dreimal so viel wie beim Tippen. Noch mehr Effizienz entstehe durch die Möglichkeit, Arbeitsabläufe anhand von Sprachbefehlen zu automatisieren.

Die Nutzung von Dragon Legal ist dabei jederzeit sicher – das hebt der Hersteller hervor. Dies sei auch nötig: Schließlich hätten Anwälte mit sensiblen Mandanteninformationen zu tun. Demnach können Daten lokal gespeichert und abgerufen werden – ganz im Sinne des Mandanten.

Diese Kanzlei verwendet Dragon

Bei der in München ansässigen Wirtschaftskanzlei HEUSSEN Rechtsanwaltsgesellschaft ist Dragon täglich im Einsatz. So nutzt Christian Weinheimer, der dort als Anwalt arbeitet, die Spracherkennungssoftware regelmäßig. Und das, obwohl er anfangs skeptisch war: „Ich hätte nicht gedacht, dass Spracherkennung jemals so gut wird.“

Inzwischen schätzt er Dragon sehr. Denn die Software würde Zeit und Geld sparen. „Diese Gelder können wir anderweitig nutzen“, so Christian Weinheimer. „Man kann zusätzliche Anwälte einstellen und damit die Recherche vertiefen und die Reaktionszeit beim Mandanten beschleunigen. Jeder Anwalt hat zudem mehr Zeit, um Rechtsprobleme zu studieren und noch besser für den Mandanten erreichbar zu sein.“

Sein Fazit: „Es ist Zeit, die Diktierkassetten wegzupacken. Spracherkennung ist die Zukunft.“

Dieser Artikel ist der dritte Teil einer vierteiligen Serie zum Thema Spracherkennung. Zum Abschluss folgt ein Einblick in die Finanzbranche. Den Auftakt der Serie, eine allgemeine Einführung in die Thematik, können Sie hier nachlesen. Den zweiten Teil, der den Einsatz von Spracherkennung in Behörden beleuchtet, finden Sie hier.

Quelle Titelbild: © Nuance

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