23. November 2018 | pArtikel drucken kKommentieren

Hör mal, wer da spricht: Über die Einsatzmöglichkeiten professioneller Spracherkennungssoftware in Unternehmen

Sie heißen Siri, Cortana oder Alexa und liefern Wissen, erinnern an Termine oder bestellen in Onlineshops. Auch wenn sprachgesteuerte Geräte und virtuelle Sprachassistenten noch längst nicht alles können – eins kann man ihnen nicht absprechen: Sie erleichtern den Alltag. Doch was kann professionelle Spracherkennung im digitalen Transformationsprozess von Unternehmen leisten? Welche Einsatzmöglichkeiten für die Software gibt es, wo liegen die Vorteile und wo (noch) die Grenzen?

Das Zuhause haben sie bereits erobert: Lautsprecher mit Sprachsteuerung. Ihr Absatz soll laut Canalys bis Ende dieses Jahres auf 100 Millionen Geräte steigen und sich bis 2022 noch einmal verdreifachen. Das zeigt: Trotz legitimer Datenschutzbedenken haben die Menschen immer weniger Berührungsängste mit digitalen Assistenten.

Das macht sich auch im Arbeitsalltag bemerkbar: Bereits 2014 gingen in der „Global Evolving Worksforce Study“ von Intel und Dell 92 Prozent der Mitarbeiter davon aus, dass gesprochene Sprache in Zukunft die Tastatureingabe ersetzt. Auch die Experten von Gartner prognostizierten kürzlich, dass Spracherkennung in den nächsten zwei Jahren ihr volles Produktivitätspotenzial entfalten dürfte. Dieser Trend schlägt sich in deutschen Unternehmen nieder: Einer aktuellen IDC-Umfrage zufolge setzen bislang 32 Prozent Spracherkennung ein. Ein Anfang ist also gemacht, aber es ist noch Luft nach oben.

Spracherkennung am PC ist übrigens kein neues Phänomen: Mit Windows-Rechnern können findige User schon seit der Systemversion Vista über verbale Befehle Anwendungen steuern oder Texte diktieren. Dieses Feature hat Microsoft 2017 mit dem Add-in „Dictate“ weiterentwickelt. Allerdings liefern spezielle Spracherkennungsprogramme, wie zum Beispiel Dragon von Nuance Communications, oft bessere Ergebnisse als bordeigene, wenn sie sich mittels neuronaler Netzwerke und Machine Learning auf die Eigenheiten des Nutzers einstellen und selbstlernend verbessern.

Was Spracherkennungssoftware im Unternehmen leisten kann

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Ob es nun um die digitale Erfassung von handschriftlichen Notizen, Arbeitsanweisungen von Führungskräften, Berichten von Außendienstlern oder Mandanten- oder Patientenakten geht – Spracherkennungssoftware erleichtert in vielen Branchen den Arbeitsalltag.

Höhere Produktivität und bessere Workflows

Mitarbeiter, die Texte und Systembefehle diktieren statt eingeben, haben die Hände frei für andere Dinge und können sich besser auf ihr Gegenüber konzentrieren. Als besonders effizient erweist sich der Einsatz von medizinischer Spracherkennung: Studien belegen, dass sich in Kliniken damit unter anderem die Nutzung digitaler Dokumentationssysteme (elektronische Gesundheitsakte, klinische Berichte etc.) und der damit verbundene Workflow deutlich verbessert, was Ärzte und Patienten zufriedener macht.

Zeit- und Kostenersparnis

Hersteller sagen, dass sich Texte mit Spracherkennung dreimal so schnell erstellen lassen wie durch herkömmliches Tippen. Auch wenn es auf das individuelle Arbeitstempo ankommt, ist die Zeitersparnis durch Spracherkennungssoftware ein klares Plus. Und das spart Kosten, auch weil zum Beispiel das Transkribieren durch externe Dienstleister entfällt.

Sozialer und gesundheitlicher Faktor

Auch im Hinblick auf das Miteinander im Unternehmen kann sich Spracherkennung lohnen: So lassen sich damit unter anderem gehörlose Kollegen leichter integrieren, wenn sie das Gesprochene der Kollegen in Echtzeit mitlesen können. Und auch fürs betriebliche Gesundheitsmanagement ergeben sich Vorteile, denn Tippen und Mausklicken verursachen oft schmerzhafte Verspannungen.

Was es beim Einsatz von Spracherkennung zu beachten gilt

Bild: © Nuance Communications

Vorsicht vor Störungen

Während der Nutzung von Spracherkennungsprogrammen sollte ein hochwertiges Mikrofon anstelle günstiger Headsets verwendet werden. So lässt sich verhindern, dass Störgeräusche wie Verkehrslärm oder die Geräuschkulisse in Großraumraumbüros die Nutzung beeinträchtigen.

Exaktes Sprechen erforderlich

Für unmittelbare, einwandfreie Ergebnisse beim Diktat ist es wichtig, sich eine exakte Sprechweise anzugewöhnen, die auch Befehle für Zeichensetzung und Schreibweisen beinhaltet. Allerdings verzeichnen professionelle Spracherkennungsprogramme immer größere technische Fortschritte. Dank dem Einsatz von künstlicher Intelligenz sind diese heute in der Lage, die Sprechweise einer bestimmen Person zunehmend besser zu verstehen – selbst wenn die Person mit Dialekt spricht.

Erkennen ist nicht Verstehen

Komplexe Kommandos oder Fragen überfordern viele Programme noch, weil einzelne Worte zwar erkannt, aber nicht korrekt interpretiert werden ‒ etwa weil der Kontext unklar ist oder es für ein Wort je nach Aussprache mehrere Bedeutungen gibt. Hier gilt es, die künstlichen neuronalen Netze weiter mit Daten zu speisen, um sich dem menschlichen Sprachverständnis anzunähern.

Psychologische Hürden bei Mitarbeitern

Abgesehen von Hemmungen, vor Kollegen frei mit einem Gerät zu sprechen, können auch Datenschutzbedenken oder fehlende Geduld, sich mit komplexer Software auseinanderzusetzen, Gründe dafür sein, Spracherkennung nicht zu verwenden.

Datensicherheit

Professionelle Spracherkennungsprogramme müssen eine hohe Datensicherheit aufweisen und in der Lage sein, sich an Kundenanforderungen zu orientieren. Das Unternehmen Nuance Communications betont, dass ihre Software Dragon genau diese Anforderungen erfüllt. Laut Hersteller lässt sich Dragon maßgeschneidert in bestehende Workflows integrieren und gewährleistet ein hohes Sicherheitsniveau.

Marktführer: die Spracherkennungssoftware Dragon von Nuance

Tatsächlich heißt die seit Jahren meistverkaufte Spracherkennungssoftware Dragon ‒ in Deutschland auch unter dem Namen Dragon Naturally Speaking bekannt ‒ und kommt von Nuance Communications. Vom Hersteller als „Produktivitätslösung“ bezeichnet, gibt es sie in mehreren PC- und Smartphone-Versionen, sowohl für Unternehmen und spezielle Branchen wie Medizin und Recht (Dragon Medical und Dragon Legal) als auch für den privaten Gebrauch.

Neben der hohen Datensicherheit ist ein zentraler USP der Einsatz von künstlicher Intelligenz: Dragon stellt sich individuell auf den Nutzer und seine Sprachgewohnheiten ein. Dazu absolviert dieser zu Beginn ein akustisches Training, indem er zum Beispiel Texte vorliest. Durch das automatische Analysieren von geschäftlichen E-Mails etc. erlernt das Programm zudem ein spezifisches Vokabular, das sich manuell erweitern lässt. Mit der Zeit erreicht Dragon so laut Nuance eine Erkennungsgenauigkeit von 99 Prozent.

Dieser Artikel ist der Auftakt einer vierteiligen Serie zum Thema Spracherkennung. Es folgen genauere Einblicke in einzelne Branchen – darunter die Bereiche Finanzwesen und Recht. Sie werden unter anderem erfahren, wieso Rechtsanwälte mithilfe von Dragon effizienter und konzentrierter arbeiten.

Quelle Titelbild: © Nuance Communications

Hier schreibt CANCOM.info Redaktion für Sie

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